Tag 12: Zwei mal Kette gerissen und dennoch über die Elbe

Heute Morgen bin ich relativ früh, aber gut gelaunt aufgestanden, da es in das Klimahaus | 8° Ost gehen sollte – nicht selbstverständlich, wenn mein Wäschewaschen und Trocknen bis um halb drei nachts gedauert hat.

Nachdem die Taschen im Gepäckraum waren, wollte ich mit dem Esel starten. Doch ich kam nicht mal fünf Meter weit. Noch vor der mittleren Fahrbahnbegrenzung lag meine Kette darnieder. Also erstmal so fix wie möglich repariert. Dann wollte ich einen zweiten Versuch starten, da ich möglichst früh am Eingang sein wollte, um auch pünktlich am Nachmittag starten zu können. Zuerst freute ich mich noch, doch nach nicht mal 400 m war sie schon wieder auf der Straße gelegen. Also erstmal zurück zum Hostel geschoben. Zeitgleich fuhr ein Servicewagen eines Fahrradbetriebes auf den Hof, der bei Bedarf die Räder der Hostelgäste abholt und repariert. Denen hab ich gleich mal mein Tier mit in die Klinik gegeben, damit es eine neue Kette bekommt. Sie wollten es dann so gegen 13 Uhr ans Hostel liefern. Zum Glück nahm mich die Dame dann auch noch gleich mit direkt vors Klimahaus, so dass ich mir den Fußmarsch von 25 Minuten sparte.

Das Klimahaus fand ich sehr spannend. Wer klimatische Begebenheiten erklärt, erfahren und erfahrbar erleben möchte, dem kann ich diesen Besuch empfehlen. Sehr anschaulich dargestellt wird dies anhand eines Hamburgers, der verschiedene Stationen rund um die Welt besucht, um so einen lebensnahen Bericht zu geben. Dabei sind viele Video-Sequenzen auf Monitoren zu sehen. Befindet man sich im Wüstengebiet, so ist die Luft sehr trocken und heiß, im Bereich des Regenwaldes warm und äußert feucht. Selbst eine Eiskammer mit -8 °C wurde integriert. Ein anderer Grund, weshalb ich unbedingt die Ausstellung besuchen wollte, ist, dass ein Bild von mir Verwendung gefunden hat. Es befindet sich im Fragen-Trailer zur Coriolis-Kraft.

Nachdem ich mir alles angesehen hatte ging es zurück zum Hostel. Auch mein Esel stand fertig im Stall. Also nur noch Aufladen und los. Einerseits war ich heute morgen schon spät weggekommen, dann habe ich mir im Klimahaus viel Zeit gelassen, so dass ich erst gegen halb vier (15.30 Uhr) losfahren konnte in Richtung Elbfähre.

Doch mit der neuen Kette lief das ganze viel besser als gestern. So ratterte nix mehr und auch ich bekam die Gänge wieder rein. Gestern hatte ich dann eigentlich nur noch einen Gang zur Verfügung, der relativ gefahrlos getreten werden konnte. Zuerst gab es ein bisschen Regen, so dass das Fahren etwas mühsam war. Später gab es dann Sonnenschein zur Abendszeit, was mein Tempo in den letzten 90 Minuten auf konstant über 20 km/h hielt. An der Anlegestation angekommen, sah ich das schon voll beladene Schiff stehen. Ich hab zwar noch gefragt, ob ich mit kann, doch noch bevor ich die Antwort erhielt, stand ich schon drauf und war also Passagier. Prima, denn sonst hätte ich entweder ne Stunde warten dürfen oder mir auf der westlichen Seite einen Schlafplatz suchen müssen. Nach einer kurzen Überfahrt, die ich online mit Schlafplatzsuche – es war immerhin schon halb neun – verbrachte, ging es in Richtung Kollmar, wo ich eine Übernachtungsmöglichkeit gefunden hatte. So kam ich nach langer fahrt erschöpft gegen halb zehn an und zum Abendessen mussten die Semmeln von gestern Morgen samt Salami herhalten, denn zum Kochen war ich einfach zu müde.

Online gehen funktioniert gerade nicht, daher muss der Bericht bis morgen früh warten 😉