Japan – Land der aufgehenden Sonne

Dank eines überaus günstigen Flugs sollte es dieses Jahr nach Japan zur Kirschblüte gehen. Wichtig, um günstig mit dem Zug durch Japan zu fahren, ist ein Japan Rail Pass. Den muss man immer außerhalb Japans kaufen, wenngleich zur Zeit eine Testphase lief, um auch direkt bei Ankunft diesen zu kaufen. Mit ihm kann man in fast allen Hochgeschwindigkeitszügen, den sog. Shinkansen, kostenlos fahren, sofern man sich vorher eine Reservierung geholt hat. Um unseren eng gesteckten Zeitplan einhalten zu können, führte uns unser erster Weg direkt in ein Japan Railways Office, um eben jene Plätze zu reservieren. Unser erster Schwung umfasste pro Person sieben Fahrten. Damit ging es dann ins Hostel.

Tokyo

Nach einer kurzen Nacht starteten wir bei regnerischem Wetter in Richtung Asakusa, um dort den XXX Tempel anzusehen. An dem einzig blühenden Kirschbaum sammelten sich die Leute. Im Anschluss versuchten wir unser Glück im Ueno Park. Dort warteten die Japaner auf allerlei Plastik-Folien, Kartons und Schlafsäcken auf die irgendwann eintretende Kirschblüte. Dass das nicht mehr an diesem Tag geschehen würde war klar. Ausgerüstet warteten Sie mit Laptops und Essen bei kalten Temperaturen und leichtem Regen beharrlich.

Am Nachmittag führte unser Weg nach Akihabara, dem Videospiel- und Technik-Stadtteil. Gerade die Auswahl an allerlei Foto-Zubehör aller Marken in den einschlägigen Stores fand ich beeindruckend. Nach Einbruch der Dunkelheit gingen wir zur vermutlich belebtesten Kreuzung der Welt, der Shibuya Crossing. Dort queren bei grün hunderte von Leuten gleichzeitig die Straße. Von der Aussichtsplattform in 202 m Höhe des Rathauses von Tokyo, dem Tokyo Metropolitan Government Offices, genossen wir den nächtlichen Blick über Tokyo.

Fuji

Heute Morgen ging es mit unserer ersten Zugfahrt nach Kawaguchiko, dem Ort am Fuße des Fuji. Das letzte Stück stimmt die Besucher mit einem innen wie außen total auf Mount Fuji gestylt ein – von Außenlackierung über Markierungen am Bahnsteig bis hin zu Sitzbezügen. Nach einer Fahrt durch teilweise schneebedeckte Felder liefen wir zu unserem Hostel, immer mit Blick auf den durch die dichten Wolken spitzenden Berg. Mit dem Rad ging es zum Arakura Sengen Schrein. Nach 400 Stufen erreichten wir die Chureito Pagoda. Während die Pagode von der Sonne angestrahlt wurde, zogen die Wolken auf und der Mt. Fuji zeigte sich erhaben dahinter. Mit der Mt. Kachi Kachi Ropeway ging es auf den Mount Tenjo. Dort ist ein Schrein mit Hasen, weshalb überall Hasen-Figuren aufgestellt waren, und es bot sich ein wunderbarer Ausblick über den See von Kawaguchiko.

Kyoto

Über Tokyo ging es in Richtung Süden nach Kyoto. Dort waren die Betten in der Unterkunft mit normalen Balken und Brettern möglichst effizient in den Raum integriert. Am Morgen fuhren wir mit dem Bus in den Arashiyama-Bambushain. Die ersten Sonnenstrahlen brachen durch die mehreren Meter hohen Bambusse. Im Anschluss besuchten wir den Adashino Nenbutsu-ji Tempel. Dort stehen Seteinbildnisse, die die sterblichen Überreste mittelloser Menschen darstellen.

Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten ist der Kinkaku-ji Tempel. Er ist komplett mit Blattgold überzogen und Menschenmassen drängen sich um den See um die Spiegelung darin festzuhalten. Ursprünglich stammt er aus dem Jahr 1397 und diente als Ruhesitz eines Shoguns. Unser Mittagessen haben wir durch Ausprobieren uns unbekannter Speisen auf dem Nishiki-Markt zu uns genommen. Es gibt zwar viel Interessantes zu entdecken, doch sind schon sehr viele Touristen dort anzutreffen.

Ein Höhepunkt war der Fushimi Inari-Taisha Schrein. Scheinbar endlose Alleen aus n torii (Schreintoren) winden sich auf 4 km den Berg Inari hoch. Die einzelnen Tore sind Spenden von Privatpersonen oder Unternehmen. Er stammt aus dem 7. Jahrhundert und hat mehrere Schreine.

Vor der Weiterfahrt besuchten wir früh morgens noch den Philosophenweg. Das ist ein Weg entlang eines kleinen, mit Kirschbäumen gesäumten Kanals. Leider war die Hauptblütezeit noch nicht ganz angebrochen, so dass noch viele Knospen geschlossen waren. Der Philosophenweg führt direkt auf den Ginkaku-ji, den „Tempel des Silbernen Pavillons“, zu. Mit seinem Zen-Garten und dem See ist der Tempel aus dem Jahr 1482 eines der Wahrzeichen Kyotos.

Himeji und Hiroshima

Auf dem Weg nach Hiroshima legten wir einen Zwischenstopp in Himeji ein. Nachdem eines der wenigen Schließfächer mit unseren Rucksäcken befüllt war, liefen wir zur schönsten Burg Japans, die Himeji-jō. Übersetzt bedeutet ihr Name „Burg des weißen Reihers“ und besteht aus einem fünfstöckigen Turm samt Außentürmen, stammt aus dem Jahr 1533 und ist von einer Verteidigungsmauer umgeben. Im Park saßen viele Leute, vornehmlich Japaner, die die Zeit der Kirschblüte beim Picknick genossen. Nach dem Besuch stiegen wir wieder in den Shinkansen und fuhren weiter.

Angekommen in Hiroshima war unser erster Stopp der Atombombendom. Er ist wohl das intensivste Mahnmal, was Atomwaffen anrichten können. Es war früher der Sitz der Industrie- und Handelskammer bevor 1945 die Atombombe ca. 600 m darüber explodierte. Doch auch neben den weiteren Monumenten wie der Flamme des Friedens, haben wir vor allem die Zeit auf Miyajima genossen. Das ist eine kleine vorgelagerte Insel, auf der der Itsukushima-jinja Tempel liegt und man per Fähre erreichen kann. Das Wahrzeichen ist das Floating torii aus 1168, durch das früher normale Bürger fahren mussten, um den Schrein zu besuchen. Der Himmel hatte seine Pforten an diesem Tag recht weit offen. Es regnete viel und wir mussten öfters Pausen unter einer Pagode oder Tempelgang einlegen.

Mit dem Nachtzug zurück nach Tokio

Um unsere Kosten im vernünftigen Rahmen zu halten, haben wir für die Rückfahrt von Hiroshima nach Tokyo eine Nachtfahrt gebucht, die im Preis des Rail Pass inklusive war. Nachtzug heißt, dass es auf die ganze Länge eines Waggons oben und unten eine Liegefläche, die nur durch kleine Blenden auf Höhe des Kopfes getrennt waren.

In Tokio besuchten wir zunächst den Tokyo Tower. Im Anschluss ging es zu den Sony Archives. Das ist ein kleines Museum, in dem Sony die Meilensteine ihrer Historie ausstellen. Danach ging es zu Nikon Hauptsitz, wo es eine Ausstellung zum 100-jährigen Firmenjubiläum gibt. Dort werden alle Kameras seit Bestehen sowie einige Prototypen ausgestellt. Die beiden Besuche zeigten einen Einblick in die beeindruckende Geschichte Japanischer Technologie.

Wir gingen erneut in den Ueno Park, wo noch mehr Japaner die blühenden Kirschbäume genossen. Es waren mittlerweile mehr Knospen geöffnet und so erstrahlte noch mehr in rosa-farbenen Blüten. Letzte Station war der Tokyo Sky Tree. Das ist der weltweit höchste freistehende Fernseturm mit 634 m. Aussichtsplattformen sind auf 350 und 450 m Höhe angebracht und bieten bei passendem Wetter phantastische Blicke über die Metropol-Region rund um Tokio. Nach einigem Warten zogen die Wolken auf und wir konnten den Sonnenuntergang samt Mount Fuji bestaunen.

Als finaler Höhepunkt des Tages stand unsere erste Nacht in einem Capsule-Hotel bevor. Man sieht ja oft viele moderne mit Flatscreen, LED-Beleuchtung und weiterem Schnickschnack – doch unseres war noch eines, das wir farblich den 80er-Jahren zuordneten. Auch die Technik mit tiefen Druckknöpfen und einem Münzeinwurf für einen 20 cm Röhrenfernseher stachen hervor. Es gab auch nur ein gemeinsames Bad im Keller, wo aber auch das Raucherkabuff war. Wenn hier einer rauchte, zog es wegen fehlender Türen durch alle Räume und wir konnten es  selbst im dritten Stock noch riechen. Immerhin wurde ein modisches Schlafgewand bereitgestellt.

Nikkō

Ein letzter Ausflug führte uns nach Nikkō, wo viele spektakuläre Schreine sich wunderschön in eine Landschaft aus Bergen und Wäldern einfügen. Unser persönliches Ziel war der Heilige Stall Shinkyusha. Auf ihm ist das Relief der drei Affen abgebildet, die die drei Prinzipien des Tendai-Buddhismus veranschaulichen: Nichts Böses hören, nicht Böses sagen, nichts Böses sehen“. Wir haben noch viele Schreine und Tempel angesehen, ehe uns der Zug wieder zurück brachte.

Auf der Rückfahrt nach Tokyo hatte ich gesehen, dass im Tokyo Dome ein Konzert stattfindet. Es war das 25-jährige Jubiläumskonzert von L’Arc-en-Ciel. Nach einem kurzen Check auf Youtube, ob mir das gefällt, war nach zwei Liedern eine positive Meinung gefunden… Lest die ganze Story hier im Bericht über das Konzert!

Am letzten Tag stand noch ein Besuch von Shibuya bevor. Dort haben wir das Glückspiel Pachinko ausprobiert. Dabei muss ein Automat mit Kugeln gefüttert werden, die in irgendwelchen Löchern landen müssen, um so mehr Kugeln aus dem Automaten zu locken als man reingesteckt hat. Danach haben wir noch das rege Treiben auf der wohl belebtesten Kreuzung der Welt beobachtet. Dabei stürmen bei „grün“ von allen Seiten hunderte von Menschen in die Mitte, um auf die andere Seite zu gelangen. Neben den wirklichen Fußgängern findet man auch allerhand andere Mitmenschen dort vor: Selfie-Junkies oder auch Hochzeitspaare, die inmitten der Masse sich fotografieren lassen.

Am Abend und nach zehn aufregenden Tagen im Land der aufgehenden Sonne mussten wir uns verabschieden und verlassen Japan mit reichlich spannenden Eindrücken. Für die Kirschblüte waren wir ein bisschen früh dran bzw. es war noch nicht warm genug gewesen. Das ist bei einer Buchung im Herbst zuvor natürlich wie eine Wette, ob man den richtigen Zeitraum erwischt. Man hatte schon viel gesehen, doch an manchen Orten wäre die Haupt-Blütezeit etwas später gewesen. Das hat unserer Begeisterung jedoch keinen Abbruch getan.

Tipps für die Japan-Reise

  • Anweisungen befolgen, die einem auf einer Vielzahl an Schildern begegnen.
  • Die Höflichkeit und Ordnung des Landes annehmen, um z.B. in einer Schlange zu warten oder keine anderen zu belästigen.
  • Gerade zur Kirschblüte reisen auch die Japaner viel und wollen sich das Spektakel nicht entgehen lassen.
  • Tüten mitnehmen, da es oft keine Mülleimer gibt.

Tipps zum Fotografieren

  • Sich darauf vorbereiten, dass man nicht allein ist.
  • Timing ist wichtig, um Sehenswertes nicht mit einer Busladung an Menschen davor fotografieren zu müssen.

 

Hinweis: Kalender „Japan 2018“

Wer nun Interesse an diesem Land gefunden hat, dem kann ich meinen Wandkalender für 2018 ans Herz legen. Hier klicken und ansehen!

Fahrradtour am Ludwig-Donau-Main-Kanal

Zur Feier meines Geburtstags sollte es dank passendem Wetter mit dem Rad am Alten Kanal, oder genauer dem Ludwig-Donau-Main-Kanal, von Nürnberg nach Neumarkt in der Oberpfalz gehen. Laut Google führen uns 42 km unmittelbar entlang der früheren Wasserstraße, wovon allein auf den 25 km bis nach Burgthann 42 Schleusen liegen.

Von Nürnberg nach Neumarkt

Geplant hatten wir, ein bisschen zeitiger Mittag zu essen, um dem großen Ansturm, den das famose Wetter drohte mitzubringen, aus dem Weg zu gehen. Den Gedanken, nach nur rund zwei Stunden Fahrt schon eine Pause einzulegen wurde mit Blick auf das neue, höhere Alter verworfen – man soll ja nichts übertreiben. So waren wir bereits um viertel zwölf in der Waldschänke Brückkanal und binnen Minuten stand das Schäufele vor mir. Herrlich.

Die zeitnahe Weiterfahrt hatte dann einen weiteren Vorteil: Während alle anderen sich in den diversen in Kanalnähe liegenden Wirtshäusern die Zeit mit Warten vertrieben, war die Radlstrecke schön frei für meinen Geburtstagsexpress. Einen spontanen Abstecher gab es dann in Berg in die Eislounge. Der dort angebotene Erdbeerbecher war eine adäquate Nachspeise.

Wieder zurück am Ludwig-Donau-Main-Kanal fuhren wir die letzten Kilometer bis nach Neumarkt. Dort konnte ich noch einen Kantersieg im Minigolf einfahren und machte einen wunderbaren Kindergeburtstag perfekt. Von Neumarkt brachte uns und unsere Esel die S3 zurück nach Nürnberg. Insgesamt saßen wir ca. 58 km im Sattel, die in 4 Stunden zurückgelegt wurden.

Über den Kanal

Um eine Verbindung zwischen Nordsee und Schwarzem Meer herzustellen, begann 1825 der Versuch dieses Mammutprojekts. Baubeginn war 1836 und binnen 10 Jahren wurde die 172 km lange Strecke zwischen Kelheim und Bamberg vollendet. Insgesamt wurden dabei 100 Schleusen gebaut, um die Höhenunterschiede (80 m Aufstieg von der Donau, 184 m Abstieg zum Main) zur Europäischen Hauptwasserscheide zu meistern. Weite Teile wurden in den 1960er Jahren vom Frankenschnellweg überbaut, weiter nördlich existieren nur noch das Kanaldenkmal in Erlangen, Grenzsteine sowie einige trockengelegte Schleusen.

Die Wege am Rand des Stillwasserkanals stammen von Pferden die hier die Schiffe zogen. Eine „Fahrt“ mit den Pferden dauerte bei ca. 3 km/h im Schnitt fünf bis sechs Tage von Kelheim nach Bamberg. Die Schiffe selbst waren damals in der Regel 24 m lang und die Breite auf 4,20 m begrenzt, Tiefgang war etwa 1,16 m. Eine Schleuse war 34,15 m lang und 4,67 m breit. Mit ihr wurden zwischen 2,3 m und 3,2 m in jeweils zwischen 10 und 15 Minuten überwunden. Typischerweise wurden Holz, Steine, Kohle und Agrarprodukte transportiert.

 

Tipps:

  • Frühzeitig an einem der Biergärten sein, um nicht in eine laaaange Warteschlange zu geraten, die sich gerne bei gutem Wetter schnell ab 11 Uhr bildet.
  • Radeln wenn andere Pause machen – sorgt für freie Radwege.
  • Zeit nehmen, um die angebrachten Schilder über die Historie des Kanals zu lesen.

 

Links:

Marokko – Königsstädte, Wüste und orientalische Kultur

Für den diesjährigen Weihnachtsurlaub sollte es in südlichere Regionen gehen, gerne wärmer sein und vor allem etwas exotischer werden. Da wir erst vor kurzem aus Réunion und Mauritius zurück gekommen waren, war ein kürzerer Flug willkommen. Nach kurzer Überlegung fiel die Wahl auf Marokko. Mit arabischer Kultur und Wüste sollte für Abwechslung gesorgt sein.

Überrascht wurde ich am Tag vor dem Abflug über die Nachricht, dass der Flug mit dem tunesischen Billigflieger Nouvelair anstelle Royal Air Maroc durchgeführt wird. Die hatte ich erstmal googlen müssen, da ich von denen noch nie etwas  gehört hatte. Der Flug war aber OK, lediglich das Essen war nicht der Brüller. Nach Landung am späten Abend wurde in Marrakesch übernachtet, ehe es am kommenden Morgen mit dem Mietwagen nach Casablanca ging, wo der Urlaub erst so richtig beginnen sollte. Zum Mietwagen sollte man noch sagen, dass es sich um einen Dacia Logan mit über 86.000 km handelte, der schon mit etlichen Beulen und Blessuren verziert war.

Noch vor dem Einchecken ging es direkt zur 1993 erbauten Hassan-II.-Moschee. Im Inneren bietet sie Platz für 25.000 Gläubige und hat ein Dach zum Öffnen, auf den Platz davor passen 80.000 Menschen. Dazu sind im Keller riesige Räume für die rituellen Waschungen und ein Laser-Strahl zeigt von der Turmspitze gen Mekka.

Am nächsten Morgen durchstreiften wir die Altstadt von Rabat, deren Häuser zur Hälfte blau gestrichen sind und durch das Tor Bab Oudaia erreicht werden können. Durch den Teppich-Suk führte uns unser Weg zum Turm Le Tour Hassan, einem der ehrgeizigsten Bauprojekte der Almohaden. Er blieb nach einem Erdbeben übrig, das die Moschee 1755 zerstört wurde. Am Nachmittag erreichten wir Meknès. Dort streiften wir durch die schmalen Gassen der Medina. Auf dem Place el-Hedim standen Schlangenbeschwörer und andere Artisten herum und bespaßten ihre Landsleute während die untergehende Sonne den Platz und das Bab el-Mansour Tor in warmen Farben erstrahlen ließ.

Der nächste Stopp war Volubilis, eine römische Ruine, die im 3. Jahrhundert vor Christus entstand und zu einer der entlegensten Vorposten des Römischen Reiches zählt. Obwohl viel Marmor zum Palastbau entschwand, sind noch einige originale Mosaike, Olivenpressen und ein Triumphbogen vorhanden.

Durch die Medina von Fes

Die Königsstadt Fes lockte uns mit seiner Medina, den engen Gassen und Basaren. Beginnend vom Bab Bou Jeloud, dem westlichen Haupttor, wird die frühere Hauptstad von Menschen durchströmt, umgeben von duftende Gewürzen, Essensständen und Handwerkerläden. Nicht nur Touristen sind dort anzutreffen, sondern vor allem die dort lebenden Marokkaner, die ihren täglichen Geschäften nachgehen. Die Kairouine-Moschee beherbergt die älteste Universität der Welt und liegt inmitten der Medina.


Unweit davon finden sich die Chaouwara-Gerbereien. Nicht nur der Gestank von Fellen und Färbemitteln verkündet dies, sondern auch die vielen Lederhändler, die quasi einen Direktverkauf anbieten. Von deren Terrassen bekommt man meist einen famosen Ausblick über die mannshohen gemauerten Becken, in denen gegerbt und gefärbt wird. Am Abend hatte ich dann meinen ersten Kamelburger und muss sagen, dass er sehr lecker war.

So viel Schnee im Atlas-Gebirge

Mit sieben Stunden Fahrt bis nach Merzouga wartete die längste Etappe auf uns. Dabei passierten wir Ifrane, einer Stadt im Hohen Atlas. Dass es auf Grund der Höhe kühler werden würde hatten wir erwartet. Aber nicht, dass wir dort eineinhalb Stunden durch schneebedeckte Landschaft fuhren, einen Skiclub passierten und sogar einen Schlittenberg zu sehen bekamen. Die Schlitten selbst waren aus alten Skiern und Holzpaletten zusammengebaute Renn-Rodel. Da lag in Marokko mehr Schnee als zu Hause.

Zum „Kamelreiten“ in die Wüste

Als wir am späten Nachmittag nach Passieren des Hohen Atlas in Merzouga ankamen wechselten wir das Fortbewegungsmittel und auf Dromedaren ließen wir uns durch die Dünen des Erg Chebbi schaukeln. Zum Abendessen wurde traditionell in einer Tajine zubereitetes Huhn serviert, ehe wir uns in ein Berberzelt verkrochen und uns für die kalte Nacht einmummelten.

Nach der Rückkehr am nächsten Morgen stand der kleine Ort N’Kob als Tagesziel notiert. Dort hatten wir ein Zimmer in einer Kasbah, einer traditionellen Festung, die größtenteils aus Stampflehm errichtet werden. Die Schatten spendenden Zelte und der Pool im Innenhof machen das in wärmeren Monaten zu einem noch erholsameren Ort als so schon. Zu Abend bestellten wir im Haus eine Tajine, die vor dem lodernden Feuer des Kamins verspeist wurden. Eine erfreuliche Stimmung machte sich an Heiligabend breit, während man sonst nur minimal an Weihnachten erinnert wurde. Das überaus leckere traditionelle Frühstück im Sonnenschein und auf Schaffellen sitzend genossen wir sondergleichen.

Für einen zweiten Ausflug in die Wüste fuhren wir über sandverwehte Straßen nach M’Hamid, von wo aus wir abermals auf Dromedaren zum Erg Chegaga starteten. Mit reichlich unbequemeren „Sätteln“ und einer rund dreimal so langen Strecke wie das letzte Mal war der Ausflug bei harschem Wind ungemütlich. Mit schmerzendem Sitzfleisch waren wir froh, das Camp erreicht zu haben, da an den nächsten Tagen Jeeps uns weiter brachten. Rot leuchtende Wolken ließen uns in den nächsten Tag starten. Vorbei an Tiefbrunnen für die umherziehenden Nomaden passierten wir eine Oase samt Palmenhain, ehe wir unser doch sehr abgeschiedenes Camp zwischen den Dünen erreichten. Da es keine Sonnenkollektoren gab, wurde das Essen im Kerzenschein serviert und selbst im WC Kerzen zur Beleuchtung aufgestellt. Auf der Rückfahrt war der nächste Gebirgskamm, der ebenfalls die Grenze Marokkos zu Algerien darstellt, zu sehen.

Die berühmtesten Schluchten Marokkos

Tagesziel war die Todra-Schlucht, die wir auch rechtzeitig vor Sonnenuntergang erreichten und  in den letzten warmen Sonnenstrahlen durchfahren konnten. Heute hatten wir das Glück, die Jungfernnacht in einem neuen Zimmer zu verbringen. So hatten wir das erste Mal eine Klimaanlage, die sich auch als Heizer nutzen ließ. Das war auch mehr als nützlich, wenn man morgens die überfrorenen Wiesen gesehen hat. Nächstes Highlight war die Dades-Schlucht, die nicht nur eine enge Furt zwischen zwei immens hohen Felswänden entlang eines Flusses bietet, sondern auch einen spektakulären Blick über die Straße, die sich nach oben windet.

Auf dem Zwischenstopp in Ouazazarte entdeckten wir eine weitere Spezialität Marokkos: Hühnchen mit Mandeln in Blätterteig mit Zimt und Puderzucker. Am Ortsausgang passierten wir die Atlas Studios, wo viele Hollywood-Filme gedreht werden. Die frühere Karawanserei Ait Ben Haddou ist nur zu Fuß über eine Brücke erreichbar. In den engen Gassen sind kaum Einwohner dafür umso mehr Händler und Touristen zu sehen. Auch hier wurden Filme wie Gladiator oder Game of Thrones gedreht. Durch die Canyon-artige Landschaft fuhren wir nach Telouet, von wo aus die teils unbefestigte Straße nach oben zum Tizi-n’Tichka Pass auf 2260 m führt.

Marrakesch – Ein Märchen aus 1001 Nacht

Am späten Abend erreichten wir Marrakesch. Auf der Suche nach einem Restaurant zum Abendessen am Place des Ferblantiers folgten wir einer Empfehlung und landeten in einem Lokal, das über unserem Budget lag und für das wir nicht adäquat gekleidet waren. Beim Hinausgehen wurden wir vom Kellner gefragt, woran es lag. Wenn es am hohen Preis liegt, gab er uns den Tipp zu einem Restaurant um die Ecke zu gehen, das tatsächlich weniger als ein Drittel kostete aber ebenfalls fantastisches Essen hatte, das auch noch auf einer Dachterrasse serviert wurde.

Das richtige Sightseeing starteten wir am nächsten Tag und besuchten den Palais de Bahia, die Saadier- oder Saaditen-Gräber, das Bab Agnaou und ganz speziell den Jemaa el-Fna-Platz. An letzterem lohnt es sich, auf eine Dachterrasse der umliegenden Cafés zu setzen und den Trubel auf sich wirken zu lassen. Neben vielen durchaus aufdringlichen und allerlei Sprachen mächtigen Händlern werden hier vor allem Touristen von Schlangenbeschwörern angesprochen und ehe sie sich umsehen können, wird der Arm gegriffen und man hat eine Schlange um den Hals. Manchmal sitzt auch ein kleines Äffchen auf der Schulter, welches man nur durch entsprechende Entlohnung wieder los wird. Natürlich wurde auch kräftig eingekauft. Nicht nur im Ensemble Artisanal, das Handwerkskunst zu Festpreisen anbietet, sondern auch in einigen Läden des Souks der Altstadt. Unser letzter Abend in Marokko war auch der letzte des Jahres. Nach dem Packen gingen wir auf die Dachterrasse unsers Hotels, um dort ins neue Jahr zu starten. Wir warteten auf ein gewisses Spektakel. Doch was wir sahen war: Nichts. Kein Jubel, keine Party, kein Feuerwerk. So ruhig, dass es schon wieder unglaublich schön war. Nach ein paar Minuten konnten wir ein kleines Feuerwerk einige Kilometer entfernt entdecken, dass wohl einer privaten Feier entstammte.

Bei der Abgabe des Mietwagens am nächsten Morgen erlebten wir nochmal die „Gelassenheit“ des Landes. Während wir 5 Minuten vor der kommunizierten Öffnungszeit um 7 Uhr das Auto geparkt hatten, kamen die Bediensteten erst gegen halb acht. Immerhin gab es keine Beanstandungen und wir konnten uns durch die vier Kontrollen zu den Gates aufmachen. Auf dem Rückflug mit Nouvelair wurde mir beim Bordservice ein komplett durchgefrorenes Tablett gereicht. Es lag nicht nur Eis drauf, auch das Brötchen war so steinhart, dass man damit Nägel in die Wand hätte klopfen können. In München angekommen konnten wir noch die untergehende Sonne hinter überfrorener Landschaft genießen, an die Temperaturen mussten wir uns ja nicht mehr so gewöhnen…

Abschließend kann ich nur sagen, dass wir uns trotz der Sicherheitshinweise auf der Seite des Auswärtigen Amts zu keiner Zeit unwohl gefühlt haben. Da wir aber auch nur in den größeren und typischen Touristenstädten unterwegs waren, kann das in anderen entlegeneren Regionen anders aussehen. Was wir aber mitbekommen haben, waren die häufigen und strikten Kontrollen an den Straßen. Die Marokkaner haben immer gewartet bis sie durchgewunken wurden,  wir selbst wurden aber nie kontrolliert. Bemerkenswert waren auch die häufig in zivil bekleideten Polizisten, die v.a. auch in Marrakesch bei der Präsidenten-Durchfahrt in Erscheinung traten.

 

Reisetipps:

  • Händler-Anfragen mit einem freundlichen „Danke, nein.“ beantworten
  • Über ein kleines Trinkgeld freuen sich viele und öffnet einem manche sonst verschlossene Tür
  • Bei einer Kameltour in die Wüste einen ordentlichen Sattel auswählen, wo der Griff noch nicht abgebrochen ist und die als Sattel gefalteten Decken dick und bequem genug sind

 

Fototipps:

  • Nicht einfach Leute ungefragt fotografieren, sondern nett vorher um Erlaubnis bitten, sie reagieren sonst häufig etwas gereizt. Ein Lächeln hilft oft weiter und wenn nicht, sich genauso freundlich verabschieden.
  • Staubdichte Beutel bzw. Taschen mitnehmen, die helfen in der Wüste enorm
  • Stative sind nicht überall erlaubt und teils unpraktisch in den engen Gassen

Mongolei – Durch das Land von Dschingis Khan

Mein Urlaub diesmal führte mich in die Mongolei. Die Anreise in die Mongolei erfolgte mit einem Flug von Peking nach Ulan Bator. Vom Flughafen Chinggis Khaan fuhren wir durch die Vororte der Millionenstadt zum Check-In, um direkt ins Zentrum zu starten. Nach einem ersten kulinarischen Kontakt in der Mongolei besuchten wir eine typisch mongolische Tanzaufführung des „Mongolian State Academic Theatre of Opera and Ballet“, in dem traditionelles Ballet und Musik aufgeführt wurde.

Przewalski-Wildpferde im Hustai Nuruu Nationalpark

Gleich am zweiten Tag begann unsere Tour in den ersehnten grauen russischen Bussen von Camp zu Camp. Erster Stopp war das Gandan-Kloster. Bevor es weiter in den Hustai Nuruu Nationalpark ging, wünschten wir uns mit dem erhaltenen Öl und Weihrauch Glück für die Reise. Im Park leben Ur-Wildpferde, sog. Przewalski-Pferde, von denen es nur noch ca. 300 gibt. Bei der zweiten „Pirschfahrt“ konnten wir eine kleine Herde an einem Hang erspähen können. Zurück im Camp besuchten wir noch eine Musikvorführung der Gruppe Dogma. Dann stand die erste Nacht in einer Jurte bevor. Das sind typische Unterkünfte, die abgebaut mit Yaks oder Pferden an einen anderen Ort gebracht werden können. Elementare Bestandteile sind der Ofen und Betten.

Bootsfahrt auf dem Ugii See und Markt in Tsetserleg

Auf der Weiterfahrt zum Ugii See passierten wir die Berglandschaft Bayangobis, das buddhistische Kloster Uvgunt und hielten einige Male spontan an, um Nomaden bei ihrer täglichen Arbeit zu beobachten und näheres zu erfahren. Besonders während der Zeit vor dem Nadaam Festival findet die Schaafschur statt, um die Wolle auf den Märkten verkaufen zu können. Wird man vom Hausherr in seine Jurte eingeladen bieten sie einem unverzüglich die vorhandenen Spezialitäten an. Das beginnt bei Milch und Käse, beinhaltet aber auch jegliche Form vieler weiterer Zubereitungen der tierischen Produkte. Dazu gehören unter anderem Airag (vergorene Stutenmilch), Khailmag (eingekochter Milchrahm mit Mehl) oder Tarag (Joghurt). Um für die kalten Winter Vorräte anzulegen wird Quark in Massen getrocknet, was zumeist auf den Dächern der Jurten geschieht. Diese Aruul genannte Speise wird sehr hart und ist eher zum Lutschen geeignet.

Am Ugii-See fuhren wir mit einem kleinen Paddelboot samt einheimischen Steuermann hinaus, um dann 2-3 Mal die Angelrute zu schwingen, um anschließend erfolglos zurückzukehren. Dafür waren der Sonnenuntergang und -aufgang umso spektakulärer. In Tsetserleg besuchten wir den lokalen Markt. Ein Teil ist wie ein Container-Dorf aufgebaut, wo jeder Fracht-Container ein anderes Produktsortiment anbietet, der Rest eher ein klassischer Lebensmittel- und Haushaltswaren-Markt. Unser nächstes Camp liegt in der Ebene um Ikhtamir. Neben vielen Yaks steht dort ein schon seit Urzeiten verehrter und knapp 20 Meter Hoher Stein, der Taikhar Chuluu. Das sieht man auch an den verschiedenen – leider häufig überschmierten – Felszeichnungen. Im weiteren Verlauf passieren wir die Schlucht des Flusses Chuluut gol. Der Canyon gräbt sich bis zu 50 Meter tief in die Ebene.

Murmeltiergrillen am Vulkan Khorgo

Vor dort ging es in den Khorgo-Terkhiin-Tsagaan-nuur- Nationalpark mit dem Terkhiin Tsagaan-See und dem Vulkan Khorgo (Xopro). Diesen haben wir bestiegen und sind einmal rings um den über 200 Meter breiten Kraterrand laufen (natürlich gegen den Uhrzeigersinn, da dies Glück bringen soll). Nach gut der Hälfte zog schlechtes Wetter auf, so dass wir uns beeilen mussten, vom Gipfel hinab zu kommen. Glücklicherweise warteten unsere Mitreisenden länger als abgemacht und uns wurde ein vollständiges Durchweichen erspart! Bevor in der Nacht die Temperaturen bis auf 3,5 °C sanken, konnten wir Einheimischen zusehen, wie sie ein Murmeltier mit heißen Steinen zubereiteten, das Boodog. So wurden die Steine zum Erhitzen lange im Ofen befeuert, während andererseits das Tier durch den Hals ausgenommen und der Inhalt mit ein bisschen Gemüse vorbereitet wurdes. Als die Steine heiß genug waren, wurden diese durch den Hals abwechselnd mit den Innereien eingefüllt und zum Schluss mit einem Draht der Hals verschlossen. Nun wurde mit einem Bunsenbrenner das Fell abgesengt, abgewaschen und die restlichen Härchen nochmals verbrannt. Nach gut einer Stunde war das Tier „durch“ und konnte liegend von oben aufgeschnitten werden. Zunächst wurde der Sud wie eine Suppe getrunken, dann das Fleisch auf einer Plastiktüte zum Verzehr ausgebreitet, wo ich auch probieren durfte. Geschmacklich etwas anders, aber überraschend gut.

Die nächste Station war Tsenkheriin. Auf dem Weg dorthin hatten wir die einzige längere Reparaturpause. Zum Glück waren allerhand Zubehörteile von Schrauben, Dichtungen bis hin zu Türgriffen samt einer zweckentfremdeten Damenhandtasche mit Werkzeug parat. In Tsenkkheriin gibt es eine heiße Quelle, deren Wasser von vielen Jurten-Camps abgeleitet wird, um dort warme Swimming Pools zu befüllen. Bei Temperaturen in der Sonne um über 40 °C hätte das Wasser gerne auch etwas kühler sein können.

Karakorum, die Hauptstad zu Dschingis Khans Zeiten

In Karakorum, der Hauptstadt zu Zeiten von Dschingis Khan mit etwa 9000 Einwohnern, besuchten wir die Ruinen um sowie das erste buddhistische Klosters der Mongolei, Erdene Zuu. Am Abend gab es einen Auftritt der Musikgruppe Karakorum mit traditionellen Instrumenten, wie Pferdekopfgeigen, dem typischen Obertongesang sowie eine kleine Gymnastikeinlage. Auf dem Weg zum Orkhon-Wasserfall besuchten wir eine Nomadenfamilie, die frische vergorene Stutenmilch hatte, die natürlich auch probiert werden musste! Darüber hinaus haben sie Milch in verschiedenste Endprodukte verwandelt, hier sogar zu Milch-Schnaps, dem Mongol Arkhi, der aus Sauermilch oder vergorenem Joghurt ein destilliert wird und doch recht gewöhnungsbedürftig schmeckt! Der Wasserfall selbst stürzt sich in einen Seitenast eines weiteren Canyons und ist relativ gut besucht, von Einheimischen sowie Touristen.

Tags darauf hatten wir eine kurze Führung durch die Ruinen des Ongiin-Klosters. Die Ruinen wurden versucht, freizulegen. Die tatsächlichen Dimensionen werden erst bei einem Blick von oben so richtig erkennbar. Auf der Weiterfahrt passierten wir den Saxaul-Wald, durch den wir eine kurze Wanderung unternahmen. Angekommen in Bayanzag erfuhren wir etwas über den Fund versteinerter Dinosaurier-Eier im Jahr 1922 in der Nähe und wir konnten uns selbst einen Eindruck verschaffen. Das Gebiet liegt an einer Bruchkante von flacher, steppenartiger Landschaft hinab an einem durch das Gestein rot gefärbten Landstrich.

Khongoriin Els – Die höchste Düne der Wüste Gobi

Das nächste Camp lag noch in der Steppe, aber nur ein paar Kilomenter unweit des bereits hohen Dünenbandes am Horizont. Die abendliche Besteigung der bis zu 300 Meter hohen und 180 km langen Düne fand bei eher diesigem Wetter statt. So konnten wir die Sonne nicht hinter der Singenden Sanddüne von Khongor untergehen sehen. Dafür war am nächsten Morgen blauer Himmel und Sonnenschein.

Ziege aus der Milchkanne – Khorkhog

Am Nachmittag trafen wir uns an einer Jurte, wo eine Ziege angebunden war. Während andere meiner Mitreisenden schon begeistert warteten, konnte ich mir noch nichts unter dem Begriff „Ziege aus der Milchkanne“ vorstellen. Da mir schon vorher klar war, dass die Ziege nicht ohne Weiteres in das Gefäß passen würde, wurde sie nun entsprechend bearbeitet. Einer der anwesenden Mongolen hat die Ziege auf traditionelle Art geschlachtet, ausgenommen und zerteilt. Die Teile kamen dann in einen nicht mehr fahrtüchtigen Bus auf das Gepäcknetz, unten wurde etwas Dung angezündet, um die Fliegen zu vertreiben, und so ließ man es abhängen. Im Anschluss wurden Zwiebeln, Karotten und Kartoffeln vorbereitet. Im nächsten Schritt brachten sie eine große, viereckige Milchkanne, wo schon etwas kochendes Wasser drin war. Abwechselnd kamen Fleisch, Gemüse und heiße Steine, die direkt aus dem Feuer des Ofens geholt wurden, in den Behälter. Als alles drin war, wurde dieser fest verschlossen und wieder auf den Ofen gestellt. Nach gut eineinhalb Stunden war alles gegart und wurde zum Verzehr auf Teller gepackt. Dieses Essen mit der Zubereitung in einer Milchkanne nennt man Khorkhog.

Am letzten Tag im Süden fuhren wir in den Gurvan Saikhan-Nationalpark. Dabei passierten wir die Yolin Am, die Geierschlucht. Dort ist in einer immer enger werdenden Schlucht auf über 2200 m die Luft einerseits mit über 20 °C sommerlich warm ist, aber dennoch sich Eis aus dem letzten Winter halten konnte. Da unser Flug für den nächsten Tag von Dalanzadgad nach Ulanbaatar gestrichen wurde, mussten wir mit unseren Bussen die knapp zehn Stunden fahren. So toll sie für Querfeldein-Touren auch sein mögen, ein bequemes Reisegefährt war das nicht. Im Khan-Khentii-Nationalpark besuchten wir noch das kleine Aryaval Kloster und einen Schildkrötenfelsen, wo wir das letzte Mal in einer Jurte schlafen durften.

Naadam-Fest 2016 in Ulaanbaatar

Zum Ende unserer Reise stand das Highlight für jeden Mongolen uns noch bevor: Das Nadaamfest 2016 zum 810. Bestehen des Mongolischen Reichs. Wir hatten Tickets für die Eröffnungszeremonie im Stadion von Ulan Baator. Bei der Show, die einer Eröffnungsfeier bei Olympia kaum nachsteht, wurde die Geschichte der Mongolei von der Frühzeit über Dschingis Khan, dem mongolischen Astronauten (Flug in den Weltraum 1981) bis hin zu Comic-Figuren erzählt. Im Anschluss begann direkt der Ringkampf, bei dem sie in ihren traditionellen Outfits sich gegenüberstanden. Der Sieger eines Duells führt den Adlertanz auf. Danach ging es zum Bogenschießen, nur mit dem Unterschied, dass hier nicht auf Scheiben, sondern auf kleine knapp 10 cm hohe Körbe aus Schafdarm geschossen wird. Bei der dritten Sportart, dem Knochenschießen, werden kleine Knochenplättchen mit dem Mittelfinger auf ca. drei bis vier Meter entfernte Wirbelknochen von einer ungefähr Hand-langen Holzschiene geschnipst. Auf dem Rückweg zum Hotel haben wir noch den Palast des Bogd Khaan besichtigt.

An unserem letzten Tag der Reise ging es zum Pferderennen des Naadam-Festes. Das findet nicht auf einer Rennbahn statt, sondern rund eine Stunde außerhalb der Stadt in freier Natur. Wir haben das Rennen der zwei- bis sechs-jährigen Pferde angesehen. Dabei sammeln sich die nur sechs- bis zwölf-jährigen Jockeys in Zielnähe und traben gemeinsam zum Start, der sich über 12 Kilometer entfernt befindet. Mit dem Startschuss peitschen die Kinder ihre Pferde, auf denen sie oftmals ohne Sattel sitzen, kräftig ein. Man kann schon aus einigen Kilometern Ferne die Staubfahne näher kommen sehen (unabhängig von der Live-Übertragung auf eine Leinwand). Das Spektakel hat für die beiden Rennen schon Festival-Charakter. Eine Besonderheit des Rennens ist, dass nicht nur die drei Bestplatzierten geehrt werden, sondern auch der letzte dieses Rennens.

 

Tipps für die Mongolei-Reise

  • In der Mongolei kann wie in vielen anderen Ländern direkt am Flughafen in Ulan Bator eine Sim-Karte für verhältnismäßig wenig Geld gekauft werden (Karte + 2 GB Daten für rund 12,- €). Man muss nur einen Stock höher zu Mobicom gehen. Der Empfang ist an überraschend vielen Stellen gegeben.
  • Für die Besuche bei Nomadenfamilien sollte man auf keinen Fall Gastgeschenke vergessen.

Tipps zum Fotografieren

  • Die Mongolen sind eher zurückhaltend. Daher bitte immer zuerst fragen und auf das signalisierte OK warten bevor man den Auslöser abdrückt.
  • Beim Fliegen des Copters bitte neben notwendigen Vorsicht auch die jeweilige Situation beachten. So können Tiere schnell verschreckt werden oder flüchten, worüber deren Eigentümer, für die sie ihre Existenz bedeuten können, nicht erfreut sind.

Sonniges Elbsandsteingebirge

Das lange Wochenende über Christi Himmelfahrt wollte gut genutzt werden und so fuhren wir ins Elbsandsteingebirge. Bewaffnet mit Wanderführer, Gaskocher und Foto dauerte es zirka vier Stunden von der Frankenmetropole bis nach Rathen. Durch Zufall hatte ich ins Navi einen Zielort nördlich der Elbe eingegeben, da die Schlange für die Südseite mehrer Kilometer lang war. Kurz vor Rathen liegt die Zufahrt zur Bastei. Ist der Parkplatz ganz vorne belegt, kann man auf einem entfernteren Besucherparkplatz seinen Wagen abstellen und 40 Minuten vorlaufen oder den Bus-Shuttle nutzen. Neben der Hauptattraktion war auch der Rundwanderweg überlaufen, was durch Vatertags-Ausflügler noch unterstützt wurde. Gekocht wurde auf dem Parkplatz des Campers Gourmet-Menü Nr. 1: Nudeln mit Tomatensauce.

Der erste Sonnenaufgang wurde von diversen Punkten um die Bastei genossen. Zu nenne wären hier die Ferdinandstein-Aussicht, der Weg rund um die Felsenburg Neurathen und Blicke über die Elbe. Bereits um halb fünf morgens ist es schon überraschend hell und die Farben der Sonne beginnen, über dem Horizont zu leuchten. Nach dem Frühstück führte unsere erste Wanderung uns auf den Papststein, von dessen Parkplatz auch der Gohrisch in Kürze zu erreichen ist. Anschließend bestiegen wir den Pfaffenstein mit der Barbarine am hinteren Ende. Von dort fuhren wir nach Schmilka, wo wir am Elbufer unseren Campingkocher auspackten und unter erstaunten bis hin zu irritierten Blicken das Kochen anfingen. Den Sonnenuntergang genossen wir ohne viel Trubel von der „Kleinen Bastei“, ehe wir zu unserem Nachtlager aufbrachen.

Diesen Morgen oder besser mitten in der Nacht klingelte der Wecker, um um 3.15 Uhr vom Parkplatz zum Lilienstein loszulaufen. Über den Südaufstieg waren wir nach einer guten halben Stunde oben auf dem Plateau angekommen. Die Stirnlampen leuchten uns den Weg und das GPS führte uns zur Ostseite, wo die Lilienstein-Kiefer, ein sehr markantes Motiv des Elbsandsteingebirges, mit ihrem geschwungenen Stamm trohnt. Leider hatten wir mit Nebel kein Glück und es gab noch weniger als tags zuvor. Nichtsdestotrotz war es eine richtig tolle Aussicht und wohl einer der besten Plätze, um die Sonne emporsteigen zu sehen. Wie die Tafelberge im ersten Licht des Tages erscheinen, die Täler ausgeleuchtet werden und sich die Natur durch die verkürzten Schattenwürfe minütlich verändert begeistert mich immer wieder.

Zurück nach dem Abstieg fuhren wir zum Parkplatz „Nasser Grund“, dem Startpunkt unserer nächsten Wanderung. Diese führte uns zur Schrammsteinaussicht, dem Carolafelsen, den „oberen Affensteige“ und vorbei an der Brosinnadel. Durch die „Wolfsfalle“ gelangten wir auf das Plateau am Gipfel. Am Ende des Pfads „Langes Horn“ wollten wir einen zuvor im Netz gesehenen Steinbogen ablichten. Doch zunächst genossen wir unsere Brotzeit auf den freistehenden Felsen in der warmen Abendsonne. Der Bogen war rasch gefunden und so machten wir uns auf den Rückweg. Hinab führte uns der Abstieg durch die „Wilde Hölle“ und wir gelangen recht rasch zu unserem geparkten Wagen. Da der Tag echt lang war machten wir uns auf, einen passenden Stellplatz zu suchen.

Insgesamt war der Ausflug überraschend schön und wir werden sicher wieder zurückkehren. Vermutlich im Herbst wieder, wenn die Wälder in den verschiedenen gelben, roten und braunen Tönen schimmern und sich mehr Nebel durch die Täler schiebt. Bis dahin wünsche ich viel Spaß beim Ansehen der Fotos.

Tipps fürs Elbsandsteingebirge

  • Feiertage und Wochenenden können für den einsamenen Wanderer zu überlaufen sein
  • Randzeiten nutzen! Nicht nur sind dann viele sehenswerte Plätze nicht so überlaufen sondern erscheinen auch in einem besseren Licht
  • Nutzt die Parkplätze! Meist sind sie den Wanderwegen am nächsten und auf manchen kann man auch über Nacht stehen bleiben, egal ob mit Auto, Bus oder Wohnmobil
  • Das richtige Mobilfunk-Netz! Ohne das ist es nicht möglich, die Wettervorhersage für Nebelbildung oder Karten mit überlagerten Sonnenständen zu sehen. Bei mir war das das ehemalige Eplus-Netz und einfach grottig. Ganze zwei Mal kamen Daten durch die

Foto-Tipps

  • Früh aufstehen! Wer Sterne auf dem Bild haben möchte noch um einiges früher – oder besser gar nicht nachts schlafen.
  • Wettervorhersage einholen, um Nebelbildung einschätzen zu können
  • Beim Durchqueren mancher Engstellen ist der Fotorucksack viel zu groß, daher nur das Nötigste einpacken
  • Fotospots wie die Lilienstein-Kiefer, Bastei, Barbarine, Carolafelsen,… sind keine Geheimtipps, sondern enfach sehenswert, vor allem zu fotogenen Stunden
  • Ausschitte und Muster in der Landschaft finden, die von oben in einem anderen Blickwinkel erscheinen

Schneeschuhwandern auf der Saarbrücker Hütte

Das Osterwochenende verbrachte ich mit Schneeschuhtouren auf der Saarbrücker Hütte.

Schon die Anreise ist ein kleines Abenteuer. Von Partenen auf 1051 m geht es mit der Vermuntbahn bis zur Trominier Bergstation auf 1731 m. Dort brachten uns Shuttle-Busse, die durch einen horizontal verlaufenden Stollen, der zwischen Außenspielgel und Tunnelwand gerade noch eine handbreit Platz lässt, zum Start der Aufstiegsroute. Die startete kurz hinter dem Vermuntsee. Nach zweieinhalb Stunden auf Schneeschuhen erreichte ich das Tagesziel auf 2538 m.

Die erste Tour am Freitag führte unsere Gruppe wegen bewölktem Wetter nur zur Scharte neben dem Großen Seehorn kurz hinter der Seelücke.

Am Samstag war bestes Wetter vorhergesagt und alles bereit für eine längere Tour zur Sonntagsspitze. Unsere Route führte über den Litznersattel und bei bestem Pulverschnee erklommen wir kurz nach den Tourengehern den 2882 m hohen Gipfel. Vom höchsten Punkt konnten wir einerseits nach Österreich auf den Silvretta-Stausee und andererseits ins Silvretta-Tal auf der Schweizer Seite weit blicken. Nach knapp 7 Stunden waren wir zurück und freuten uns auf die abendliche Stärkung sowie die eiskalte, durch Schmelzwasser gespeiste Dusche.

Sonntag sollte das Wetter es erst ab Nachmittag zuziehen, so dass wir bei knallendem Sonnenschein die „Kromer Runde“ machten. Diese führt über die Seelücke, den See Gletscher zur Grenze auf der Schweizer Lücke. Von dort ging es kurz über den Schweizer Gletscher hinüber zum Kromergletscher, den wir bei besten Verhältnissen hinab zum Fahrweg stiegen, der uns wieder hinauf zur Saarbrücker Hütte führte.

Montagmorgen war nur noch der Abstieg angesagt, um nicht allzu lange im Urlaubsverkehr stecken zu müssen.

Verfolgt vom Auerhahn

Bei Kaiserwetter fiel die Entscheidung, eine Wanderung zum Brünnsteinhaus zu unternehmen. Nach einer staureichen Anfahrt bedingt durch den Beginn der Osterferien nach Kiefersfelden warteten am Parkplatz nicht unbedingt positive Nachrichten: Ein kleiner Zettel kündigte an, dass das Brünnsteinhaus gerade Betriebsferien hat . Somit warteten keine typischen Spezialitäten einer Berghütte am Ziel auf mich. Doch das wäre ja nur das i-Tüpfelchen gewesen. Höhepunkt des Ausflugs war eindeutig das sonnige Wetter.

Beim Wandern durch den Wald tauchte rechts ein erstmal nicht eindeutig identifizierbares Tier auf. Beim vorsichtigen Annhähern und Fotografieren war rasch klar, dass es ein Auerhahn sein muss. Nach ein paar Bildern näherte er sich mir erst langsam, dann immer schneller. Da man sein Glück nicht herausfordern sollte – erst recht nicht in der Balzzeit – marschierte ich in Richtung Hütte weiter. An der Hütte angekommen konnte man sich bei wäremenden Sonnenstrahlen wunderbare erholen und die mitgebrachten Snacks verspeisen.

Nach einer genüsslichen Pause ging es zu Fuß wieder bergab. An eine Rodelabfahrt war wegen etwas wenig Schnee nicht zu denken – zumal die Hütte und somit der Verleih ja sowieso geschlossen hatte. Schon beim Annähern an den ersten Treffpunkt mit dem Auerhahn sah ich, dass er noch immer am selben Fleck war. Diesmal wartete er nicht so lange, sondern hatte sich wohl mein Gesicht gemerkt. Ohne Vorgeplänkel ging er im Angriffsmodus auf mich zu. Also nahm ich meine Beine in die Hand und konnte so seinem vermutlichen Angriff entfliehen. Noch immer bin ich am überlegen, ob er mich als leicht zu beeindrucken oder als gefährliches Männchen sah.

Kurz vor dem Parkplatz sah ich einen anderen Ausflügler im Golf-Kart durch die Landschaft brausen. Irritierend irgendwie.

Hongkong – Zwischen Tradition und Megacity

Rasend durch Bangkoks Flughafen

Nachdem sich unser Abflug aus Yangon verzögert hat, wurden wir beim Umstieg in Bangkok schon mit großen Schildern, die unsere Namen zeigten, begrüßt. Vom Seitenausgang des Fingers wurden wir anstatt zum nächsten Flieger zu irgendeinem Seiteneingang gefahren. So mussten wir nach einem rund ein Kilometer langen Sprint durch einen Sicherheits-Check. Wild schnaubend standen wir zu zweit als die einzigen Passagiere an drei geöffneten Check-Points, was die Kontrolleure nur dazu animierte, noch intensiver zu prüfen, bis die Dame einen Blick auf unsere Boarding-Pässe warf und nur meinte „Oh, you’re getting late!“ – Was meint die, warum wir so außer Puste waren?!? Immerhin haben wir es geschafft und nur 2 Minuten nach uns war die Tür geschlossen.

Back in Hongkong

Nach unzähligen Flügen war es das erste Mal, dass für mich das Gepäckband nichts ausspuckte. Am Emirates-Schalter wurde mir daraufhin gesagt, dass das Gepäck schon in einem nächsten Flieger wäre und nachkommt. Per Linienbus sind wir voraus nach Hong Kong gefahren, um einzuchecken und etwas essen zu gehen. Nachts um halb eins kam dann unser Gepäck bei uns im Hotel an. Gibt wohl schlimmere Situationen, ohne Gepäck am Flughafen zu stehen.

Zwischen Tradition und Megacity

Unsere Tour durch die Stadt begann mit einer Fahrt der Star Ferry von Hong Kong Island zum Festland Kowloon. Zunächst besuchten wir den taoistischen Sik Sik Yuen Wong Tai Sin Tempel, der von Wolkenkratzern umringt wird. Während vorne Lampions über dem Platz für die Betenden hängen, schmücken hinten Karpfenteiche mit Brücken den Garten. Anschließend besuchten wir den Nan Lian Garden und das Chi Lin Nunnery Nonnenkloster, den weltweit größten Komplex aus handgezimmerten Holzgebäuden. Ein Spaziergang durch Kowloon führte uns zum Yuen Po Street Bird Garden, einem Markt für Vögel und Insekten, dem Blumenmarkt an der Flower market Road hin zum Goldfischmarkt. Dort werden unzählige Tütchen mit den unterschiedlichsten Fischen angeboten. Nach einem Gang durch den Tung Choi Street Market, der auch unter dem Namen Ladies Market bekannt ist, kamen wir am Tin Hau Tempel vorbei, bevor wir auf dem Jade Market Schmuckstücke sahen, die uns aus Myanmar bekannt vorkamen. Zum Ausklang eines ereignisreichen Tages blickten wir von der Tsim Sha Tsui Promenade auf die bunt erleuchtete Skyline von Hongkong Island.

Mit einem frühen Schnellboot erreichten wir Lantau Island. Dort besuchten wir die Tian Tan Buddhastatue, der sich heute aber lieber im dichten Nebel versteckte. Er ist der weltweit größte sitzende Buddha, der 34 m hoch ist. Hinter dem Big Buddha befindet sich das Po Lin Monastary – ein Kloster, das die Große Halle der 10.000 Buddhas beheimatet. Mit der Seilbahn ging es zurück nach Hongkong, wo es zu Fuß durchs Handelsviertel ging, wo getrocknetes Meeresfutter sowie pflanzliche Heilmittel angeboten werden. Im Man Mo Tempel wurde ich so eingeräuchert, dass die Klamotten bis zu meiner Rückkehr nach Deutschland in Quarantäne (also eine Plastiktüte) wanderten. Dieser Rauch entstammt von riesigen Räucherkerzen, die in riesigen Spiralen von der Decke hängen. Den Sonnenuntergang erlebten wir dann beim Besuch des Monetary Authority Information Centre im 55. Stock des Two International Finance Centre. Nachts ging es zu einer Foto-Session nach Tai Hang, wo dunkle Wohnblöcke zum Leben erweckt wurden. In Gesprächen mit Anwohnern mit anfangs irritiert blickenden Bewohnern konnte ich Ihnen zeigen, warum sich jemand nachts mit Stativ und Foto in dunklen Hinterhöfen herumtreibt.

Start ins neue Jahr

Den letzten Tag des Jahres starteten wir in der Golden Computer Arcade, einem riesigen mehrstöckigen Gebäude mit unzähligen Elektronik-Läden, um mir noch eine Speicherkarte zu kaufen. Gegen Nachmittag machten wir uns dann auf den Weg zum Victoria-Peak. Da die Zahnradbahn leider eine viel zu lange Wartezeit gehabt hätte, fuhren wir mit dem Linienbus in Richtung Gipfel. Von der Aussichtsplattform hatten wir einen fabulösen Blick über Hongkong. Zwar war es schon tagsüber recht diesig, aber dennoch gab es ein paar Momente, wo Sonnenstrahlen sich Ihren Weg durch die Wolken bahnten. Wir blieben mehrere Stunden an der Glasfront, um auch den Sonnenuntergang und die beleuchtete Stadt bestens erleben zu können. Anschließend ging es zurück nach Causeway Bay, wo wir nach einem Abendessen das Feuerwerk über der Bucht von einem Fußgängerübergang betrachtet haben. Das klingt zunächst unspektakulär, doch war es echt schön, da zum einen die Chinesen Feuerwerk so richtig können – wer sonst hatte noch lachende Smileys als Figuren bei sich am Himmel? – und zum anderen, da sonst keiner irgendein Teil zum Anzünden (sei es Böller, Rakete oder Wunderkerze) angezündet hat.

Zum Jahresbeginn besuchten wir das „Lucky Start“ Pferderennen auf dem Sha Tin Racecourse. Dort wollten wir unser Glück mit Pferdewetten versuchen, doch brachte unser Wetteinsatz keinerlei Ertrag. Für viele Hongkonger war dies aber ein aufregender Start ins neue Jahr und sie waren mit vollem Elan dabei, Ihre Wettzettelchen abzugeben. Als Höhepunkt des Starts wollten wir einem Restaurant mit einem Michelin-Stern, Kam’s Roasted Goose, den ersten Abend ausklingen lassen. Doch waren die Wartezeiten für einen Tisch anhand der Menge vor dem Laden nur schwer zu schätzen. Was spricht also dagegen, das prämierte Essen „To-Go“ zu bestellen. Mit unserer köstlich duftenden Plastik-Tüte liefen wir in Richtung unseres Hotels. Da es aber viel zu weit entfernt gewesen wäre, noch warm zu speisen, machten wir kurzerhand auf einer Verkehrsinsel Picknik und genossen dort unser Festmahl. Zum Ausklang des Tages fuhren wir mit den „Escalators“, einer langen überdachten Rolltreppe, in die höher am Hang gelegenen Stadtteile.

An unserem letzten Tag besuchten wir den viktorianischen Hong Kong Park. Neben einem Zoo mit ca. 160 Vogelarten gibt es hier so etwas wie eine Drive-In-Standesamt, die „Cotton Tree Drive Marriage Registry“. Das ist jetzt vermeintlich nicht ganz so Las Vegas-mäßig, aber dennoch geben sich hier die Bräute die Klinke in die Hand. Unser letztes Restaurant sollte das „Crystal Jade“ sein, wo wir neben einer irren scharfen Nudelsuppe vor allem Dumpling genossen. Den Sonnenuntergang wollten wir vom höchsten Gebäude der Stadt, dem Sky 100, genießen. Leider war es sehr bewölkt, so dass man kaum den Grund ringsum das Hochhaus – geschweige denn die Skyline auf von Hong Kong Island – klar sehen konnte.

Abreise

Gegen neun Uhr abends holten wir unser im Hotel deponiertes Gepäck ab, um mit dem Bus wieder in Richtung Flughafen zu fahren. Dabei konnten wir unsere Blicke nochmals über die vorbeiziehenden leuchtenden Häuserfassaden schweifen lassen. Der Check-In war rasch erledigt und so mussten wir nur noch acht Stunden auf unseren Flug warten. Nach einer Nacht mit viel Warten im Check-In-Bereich, der Abflughalle, im Flieger und an der Gepäckausgabe in München, stürzten wir uns gegen 22 Uhr in die S-Bahn nach Hause.

Zum Abschluss möchte ich noch kurz ein Beispiel geben, wie sich der Wechselkurs auf die Preise auswirkt. Wie der ein oder andere schon mitbekommen hat, habe ich während meiner Weltreise angefangen, einen BigMac-Index zu erstellen. So kostete im Juli 2008 kostete der BigMac noch 15 HK$ = 1,25 €, auf dieser Reise am 2.1.2016 waren es 19,20 HKD = 2,28 €. Das heißt, während sich der Burgerpreis für die Hongkonger um 28% erhöht hat, ist er für mich in Euro um 82% teurer geworden (durch den geänderten Wechselkurs). Daher wurden meine Shopping-Pläne für Foto-Zubehör hinfällig, da eigentlich alle Artikel zum gleichen Preis – oder sogar teilweise günstiger – hier in Deutschland zu bekommen sind. Dazu kommt, dass es bei den meisten Artikeln auch nur eine lokale Garantie gibt, was das Einkaufen für meine anvisierten Artikel unattraktiv gemacht hat.

 

Tipps:

  • Octopus Card: Eine Karte zum bargeldlosen und kontaktlosen Bezahlen von Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, in Kiosken, Restaurants, …, die man an einfach aufladen kann und dann an die jeweiligen Lesegeräte hält. Das beschleunigt den Kaufvorgang und erspart einem das lästige Zählen der richtigen aber fremden Münzen und Scheine. Die Karte gibt es in einer Touristen Auflage in den 7Eleven-Shops zum Kauf (39 HK$), oder aber auch zum Ausleichen (On-Loan 50 HK$ Pfand) direkt am Flughafen am Schalter der MTR.
  • Sim-Karte für mobiles Internet: Hier kann ich die Tourist Sim Card empfehlen, die es als 5- oder 8-Tages-Karte direkt am Flughafen bei 1010 in der Ankunftshalle gibt. Kaufen – Einstecken – läuft.
  • Zum Planen seiner Reise empfehle ich die Seite www.discoverhongkong.com/de, die neben den Sehenswürdigkeiten auch ein persönliches Planungstool, eine App und viele nützliche Infos bereithält.
  • Wer die Stadt zu Fuß erkunden möchte, trägt am besten bequeme Schuhe. Es gibt für eine Großstadt überraschend viele Stufen – sei es um die höher gelegenen Stadtteile zu erreichen oder auf den langen Rolltreppen schneller voran zu kommen.
  • Für fotobegeisterte Reisende gehört ein Stativ unbedingt zur Ausstattung. Es bieten sich hier in dieser Metropole viele Möglichkeiten für den Einsatz – sei es zur nächtlichen Langzeitbelichtung oder ein ruhiges Bild in den Tempeln.

 


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Winterwanderung zum Rauschberg

Nachdem vor Kurzem endlich Schnee gefallen war, trieb uns das kalte Weiß nach draußen. Doch den Sonnenschein wollten wir nicht unbedingt mit den Bretterl-Rutschern teilen und entschieden uns zu einer Winterwanderung. Der Start am Parkplatz am Froschsee war mit etwas über dem Gefrierpunkt noch etwas frostig. Der Aufstieg verlief zunächst auf der Nordseite und führte uns um den hinteren Rauschberg über die Südseite nach oben.

Nach rund 850 Höhenmetern sind wir auf dem 1648 Meter hohen vorderen Rauschberg angekommen. Der Blick vom Gipfel war dank großer Fernsicht wunderbar. In der Talsohle unter uns lag Ruhpolding. Zur Stärkung gönnten wir uns auf dem Gipfel Kaiserschmarrn. Danach liefen wir dieselbe Route durch den immer weicher werdenden Schnee wieder bergab.

Zum Abschluss einer kurzen aber sehr schönen Winterwanderung kehrten wir bei der Windbeutelgräfin ein. Dort gibt es riesige Windbeutel, die mit Sahne oder Früchten gefüllt sind. Sehr lecker und sättigend.

Myanmar – Land der Pagoden

Für das Reiseziel Myanmar hatten wir uns sehr spontan entschieden. Erst zwölf Tage vor Reisebeginn haben wir das Online-Visum beantragt und zwei Tage später nach der Erteilung den Flug gebucht. Zeitbedingt konnte nur eine grobe Route angedacht werden, der Rest würde sich schon ergeben war die Devise. Myanmar hat eine ca. doppelt so große Fläche wie Deutschland und die Hauptreligion ist der Buddhismus.

Wider allen Vermutungen aus Berichten von Bekannten, Online-Berichten und Reiseführern war es am Flughafen von Rangun (bzw. auch Yangon genannt) möglich, Geld aus einem ATM-Automaten zu bekommen. Davon gibt es mittlerweile immer mehr, in Gegenden mit Touristen noch mehr. Am ersten Morgen haben wir Yangon zunächst zu Fuß beginnend an der Sule-Pagode erkundet. Besonders war der Ausblick aus dem Restaurant im obersten Stockwerk des Sakura Tower mit Rundumblick. Um zur Shwedagon Pagode zu gelangen wollten wir bei über 30 °C den öffentlichen Bus nehmen. Leider hatte uns der Bus-Begleiter nicht den passenden Stop wie versprochen angedeutet, so dass wir viel zu weit gefahren waren und einen erneuten Bus zurück nehmen mussten Die Pagode selbst ist rund 100 m hoch, mit über 60 Tonnen Gold überzogen und gilt als wichtigster Sakralbau als das Wahrzeichen des Landes. Wir verbrachten viel Zeit damit, Leute zu beobachten. Dabei füllte sich der Platz bis zum Abend zunehmend und zum Sonnenuntergang hüllten angezündeten Kerzen rings um die Pagode das Gelände in eine mystische Stimmung.

Goldener Felsen bei Kinpun

Erste Busfahrt nach Kinpun, das am Fuße des Berges Kyaikhtiyo liegt. Auf der mit schmalen Holzbänken spartanisch ausgestatteten Ladefläche eines Lasters wurden wir neben zumeist Einheimischen auf den Gipfel gebracht. Dort erwartet einen ein weiteres Highlight, der „Golden Rock“. Es sieht zwar so aus, als würde der Fels jeden Moment abrutschen, aber der Legende nach sollen nur zwei Haare von Buddha ihn im Gleichgewicht halten. Männliche Pilger bringen an diesem heiligen Felsen Goldplättchen an. Dies geschieht nicht nur hier am Felsen, sondern auch in Tempeln und Pagoden. Diese Freigiebigkeit (dana) soll selbstloses Geben zeigen, um den Segen zu erhalten, die Persönlichkeit zu stärken und soll eine himmlische Wiedergeburt bescheren . Zurück in Yangon haben wir den Bus gewechselt und fuhren mit einer VIP-Version, d.h. breite und bequeme Liegesessel samt Monitor für jeden wie im Flieger, der uns über Nacht ins Landesinnere bringen sollte.

Mandalay – Sonnenuntergang an der U-Bein-Brücke

Zum Morgengrauen erreichten wir Mandalay, die zweitgrößte Stadt nach Yangon. Nach Besuchen des restaurierten Königspalastes und der Mahamuni-Pagode brachten uns Mini-Pritschen-Wagen, die Einheimische als Bus-Ersatz nutzen und damit unter anderem auch ihre Einkäufe transportieren, zum Mandalay Hill. Dort gelangt man über 1729 Stufen zum Gipfel, wo die Su Taung Pyi Pagode steht. Der Sonnenuntergang wurde dort erstmals von mehr Touristen als Einheimischen beobachtet, war an diesem Tag aber aufgrund eingeschränkter Fernsicht nicht besonders. Am nächsten Tag wartete unser bestellter Fahrer schon darauf, uns zu den Goldplättchen-Klopfern (die Blattgold für die Gläubigen herstellen), einer Buddha-Produktion und einer Seiden-Spinnerei zu fahren, ehe wir beim Mahar Gandar Yone Kloster die morgendliche Spendenzeremonie der mit roten Roben bekleideten Mönche beobachten konnten. Dabei wird ihnen in Ihre Spendentöpfe entweder Almosen gelegt oder diese mit Essen gefüllt, welches sie gemeinsam schweigend im Speisesaal einnehmen. Nach dem Besuch der am Irrawaddy (oder auch Ayeyarwady) gelegenen ehemaligen Hauptstadt Inwa des Königreichs Ava, stand der Sonnenuntergang als Höhepunkt des Tages bevor. Ziel war die U-Bein-Brücke über den Taungthaman-See, die über 1,2 km lang ist, vornehmlich aus Teak-Holz besteht und um 1850 erbaut wurde.

Die Pagoden von Bagan

Ankunft am frühen Nachmittag in Nyaung Shwe. Im Preis der Busfahrt (in einem klapprigen Minibus über sehr holprige Straßen) war auch der Transport zum Hotel inbegriffen . Da kein Taxi in Reichweite war, musste den Job ein etwas widerborstiges Pferdefuhrwerk erledigen. Wir machten uns nach dem Check-In sofort auf, ein „E-Bike“ zu leihen, was eigentlich ein Elektroroller ist, um direkt zu unserem ersten Sonnenuntergang zu fahren. Dieser ist (wie auch der Sonnenaufgang) ein Highlight einer Reise nach Myanmar. Auf einer Fläche von ca. 10 km² existieren von den früher über 10 000 Tempel, Pagoden und Klöstern heute noch ca. 2200 der vornehmlich aus Ziegelstein erbauten Denkmäler. Die Erbauer oder Stifter waren oftmals betuchte Personen, die sich dadurch eine bessere Wiedergeburt erhofften. Neben den großen Shwesandaw und Shwezigon Pagoden besuchten wir den Htilominlo, Dhammayangyi und Ananda Tempel. Während wir für Sonnenauf- und untergänge tolle Spots vorab erkundschafteten. Eine Fahrt in den oftmals angepriesenen Ballon-Fahrten haben wir nicht unternommen, konnten aber bis zu 19 Ballons am Morgen gleichzeitig aufsteigen sehen. Tagsüber ließen wir uns durch die schier unendliche Pagodenlandschaft treiben. Tatsächlich hat das bedeutet, dass wir mit dem Roller über teils tief sandige Wege uns von Bauwerk zu Bauwerk treiben ließen. Anscheinend gibt es in Myanmar den Sport „Mach-ein-Foto-mit-einem-Touri“, was sehr nette Begegnungen mit Familien, Mönchen oder Schülern mit sich brachte. Am letzten Tag in Bagan legten wir eine solch lange Strecke zurück, dass uns der Saft ausging und wir ohne Stromaufladung nicht mehr nach Hause gekommen wären. Doch konnten wir den Roller während des Abendessens laden lassen, so dass die letzten Kilometer kein Problem mehr waren.

Wanderung von Kalaw zum Inle-See

Kurvige Fahrt in das rund 1000 Meter höher gelegene Kalaw, das merklich kühler war. Nach einem Besuch einer Höhle mit vielen Buddhas buchten wir unsere Wandertour für die nächsten Tage. Die Route führte entlang von Feldern und Eisenbahnlinien in Richtung Osten zum Inle-See. Wir passierten mit Tomaten, Getreide und Chili bewirtschaftete Felder. Letztere wurden nach der Ernte zum Trocknen nicht nur im Ort, sondern auch auf den Feldern ausgelegt. Unsere Mahlzeiten wurden von unserem Guide frisch nach Burmesischer Art zubereitet. Unsere Unterkunft war in einem kleinen Ort namens Pattu Pauk in den Bergen. Dort wurde es in der Nacht so kalt, dass die Ochsen mit Fellen bedeckt wurden und zum Übernachten unten ins Haus geholt wurden. Am nächsten Morgen blitzten die ersten Sonnenstrahlen durch den noch tief hängenden Nebel. Nach einem Marsch durch relativ flaches Gelände und einem kurzen Abstieg erreichten wir den Inle-See. Dort wurden wir mit einem motorisierten Holzkahn nach Nyaungshwe gebracht.

Inle-See

Für den heiligen Abend hatten wir eine Bootstour auf dem See gebucht. Der erste Stopp brachte uns zur Phaung Daw U-Pagode, die fünf kleine Buddhafiguren beherbergt. Durch die vielen aufgebrachten Gold-Plättchen sind diese aber nicht mehr erkennbar, sondern nur noch unförmige Kugeln. In einer Seiden-Weberei wurde uns neben dem Weben auch die Produktion der Lotus-Fäden gezeigt. Durch auf Stelzen erbaute Häuser steuerte unser Guide einen Silberschmied, einen Bootsbauer und eine Produktion von Papier-Lampen an. In Indein konnten wir nach einem kurzen Spaziergang ein Pagodenfeld erreichen, wo viele goldene Pagoden dicht an dicht gereiht erbaut wurden. Nach einer Tour durch schwimmende Gärten konnten wir Fischer beim Zeigen Ihrer speziellen Rudertechnik beobachten. Auf nur einem Bein stehend schlingen Sie das andere um das Ruder. So können Sie sich fortbewegen und haben dennoch beide Hände frei, um z.B. Netze auszuwerfen oder den Fangkorb ins Wasser zu stechen. Zur Feier des Tages gab es am Abend mal keinen Reis, sondern eine Pizza. Tags darauf besuchten wir ein Kloster, wo junge Mönche studierten. Den Rest des Tages entspannten wir. Am Abend besuchten wir das Marionetten Spiel, die „Aung Puppet Show“.

Abreise aus Myanmar

Nach einer weiteren nächtlichen Busfahrt stand der letzte Tag vor der Abreise in Yangon bevor. Wir hatten erfahren, dass es eine Zuglinie gibt, die in drei Stunden eine Runde in die Vororte und zurück führte. Von einem Plakat einer Sängerin aufmerksam gemacht, dachten wir, dass sie ein kleines Konzert gibt, um ihre neue CD vorzustellen. Vor Ort im Einkaufszentrum mussten wir aber feststellen, dass es eine ganze Gruppe war, die nur für eine Autogrammstunde gekommen war. Zurück im Hotel bestellten wir noch ein Taxi, das uns früh am nächsten Morgen zum Flughafen bringen sollte.

Als wir auf den Start der Maschine warten mussten sahen wir, dass als Grund für die Verzögerung Jets der lokalen Armee verantwortlich waren. Durch diese Verzögerungen landeten wir in Bangkok um einiges später und wurden schon namentlich beim Ausstieg aus dem Flieger erwartet. Ein Minivan brachte uns leider nicht direkt zum Anschlussflug, sodass wir dennoch einige hundert Meter durch die Gänge des Flughafens rennen mussten, um den schon mehrmals als final Call ausgerufenen Flug zu erreichen. Just in Time und als vorletzte Mitflieger gingen wir an Bord und die Reise konnte von Myanmar über Bangkok nach Hongkong weiter gehen. (Der Bericht dazu folg in Kürze)

 

Allgemeine Tipps:

  • Für Bagan sollte man sich als Schuhwerk nicht unbedingt Turnschuhe (so wie ich) auswählen, sondern eher Schlappen, da man zum Besuch eines jeden Gebäudes seine Schuhe vor der Tür abstellen muss
  • Wenn Bargeld mitgenommen wird, dann ist darauf zu achten, dass es auch jetzt noch wirklich unversehrte Scheine sind, da sonst die Annahme abgelehnt wird, oder mindestens der Wechselkurs nach unten korrigiert wird (Anzahl an Geldautomaten nimmt aber zu)
  • Bei Busfahrten an warme Kleidung denken aufgrund von starken Klimaanlangen und Kopfhörer einpacken, um Videos zu sehen
  • SIM-Karten sind an beinahe jeder Straßenecke zu finden, für ca. 8 Euro konnten ca. 2 GB an Internet-Paketen gebucht werden

Tipps für Fotografen in Bagan:

  • Location vor Sonnen-Auf- bzw. Untergang inklusive Anfahrt suchen, um bei der Rückkehr sofort den Weg zu finden
  • Rechtzeitiges Erscheinen bei den bekannten Locations wegen hohem Andrang

 


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Iran 2015 – Vielfalt vom Kaspischen Meer bis in die Wüste

Das erste Mal habe ich eine organisierte Gruppenreise gebucht. Normalerweise wird die Route ja selbst geplant und organisiert. Jedoch ist mein Farsi ausbaufähig und ich konnte den Iran vorher nicht einschätzen. Dazu kommt noch, dass in der relativ kurzen Zeit von nur zwei Wochen ich selbst nicht so viel hätte sehen können, da es einfach länger mit dem Transport gedauert, oder eben wesentlich mehr gekostet hätte.

Ankunft in Teheran

Nach der frühen Landung in Teheran konnten wir erstmal beobachten, wie die Rückkehrer aus Mekka begeistert empfangen wurden. Anschließend ging es direkt zum National Museum of Iran. Im Anschluss besuchten wir den Großen Bazar und konnten die dort gehandelten Nahrungsmittel und handwerklichen Produkte beobachten.

Tags darauf fuhren wir mit Minibussen gen Nord-Westen nach Masuleh, einem Dorf, das so sehr an einem Hang gebaut wurde, dass das Dach des Unteren, die Straße des Oberen ist. Dazwischen stoppten wir in Fuman, wo es sehr leckere traditionelle runde Kekse mit einer Walnuss-Zimt-Füllung gab, sowie in einer Reis- und Tee-Fabrik.

Wanderung auf den Shah Maollem und Fahrt zum Kaspischen Meer

Nach einer längeren Anfahrt in den Minibussen über größtenteils geschotterte Pisten ins Gebirge, erreichten wir die Basis für unsere Besteigung des Shah Maollem (3095 m). Die erste Wanderung musste wegen Gewitter in Gipfelnähe abgebrochen werden. Tags darauf war das Wetter strahlender Sonnenschein und wir erreichten den Gipfel. Leider war das Kaspische Meer nur als ein riesiges Wolkenmeer zu erkennen und wir machten uns auf den Abstieg und anschließend auf den Rückweg durch die Andarre-Schlucht.

Auf der Weiterfahrt besuchten wir die Festung Ghaleh Rudkhan, die hoch auf einem Berg liegt und nur über einen rund einstündigen Aufstieg über Treppen mit rund 500 Höhenmetern erreicht werden kann. Dort hatte ich wohl die McDonalds-näheste Begegnung (den es im Iran nicht gibt und somit mein BigMax-Index keinen weiteren Eintrag erhält) mit Pommes und Cola. Nach einem Besuch der Moschee in Shirud erreichten wir spät abends Mahmudabad. Am Morgen danach schlenderten wir über den lokalen Basar und konnten die Freundlichkeit der Iraner genießen. Am Nachmittag stand ein Badeausflug ins Kaspische Meer an. Während ich mich mit normaler Badehose im warmen und flachen Wasser entspannen konnte, trugen die Damen unserer Gruppe allesamt lange Kleidung und Kopfbedeckung, so wie es alle Iraner eben tun. Die Sichtschutz-Abtrennungen, die normalerweise die Geschlechter trennen waren glücklicherweise in der Woche vorher abmontiert worden.

Wanderung auf den Zarde Sar und Blick auf den Damavand

Früh morgens starteten wir mit dem Bus in Richtung Nemar, wo unsere Wanderung startete. Nach einem kurzen Frühstück im Vorhof einer Moschee wanderten wir gen Süden durch eine vielfältige Landschaft, wo die ersten schneebedeckten Gipfel sich zeigten. Kurz vor dem Gipfel des Zarde Sar (3495 m) blickten wir ersmals auf den Damavand, der mit seinen 5610 Metern als höchster Berg des Iran erhaben vor uns stand. Der Abstieg entlang seiner Nordflanke brachte uns in das Bergdorf Nandal, wo wir übernachteten, bevor es nach Teheran zurückging.

Ausflug in die Salz- und Sandwüste Dasht-e Kavir

Nach einem Besuch des Golestan-Palastes in Teheran fuhren wir ins weiter südlich gelegene Kashan. Dort wurden noch ein paar Vorräte besorgt und wir bogen ab nach Osten in Richtung Namak See, einem Salzsee in der Dasht-e Kavir Wüste. Wir stoppten in der Karawanserei Maranjab, von wo wir durch den Salzsee zu unserem Camp aufbrachen. Es zog sich solange hin, dass wir erst nach Sonnenuntergang ankamen. Am nächsten Tag wanderten wir durch ein großes benachbartes Dünenfeld bevor wir die Mittagshitze in der geschützten Karawanserei aushielten. Am Nachmittag wurden wir dort von einer stürmischen Front eines Sandsturms erwischt, was ein Weitergehen verhinderte. Zurück im Camp mussten die Zelte ordentlicher befestigt werden, um dem Wind zu trotzen. Vermutlich durch den leckeren Duft unseres Abendessens angekockt, bekamen wir wieder Besuch eines Wüstenfuchses. Der letzte Abend in der Wüste klang beim Lagerfeuer und Geschichten aus Tausendundeiner Nacht aus.

Abschluss in Isfahan

Nach einem Besuch eines historischen Hauses und den Fin-Garten samt alten Hamams in Kashan passierten wir eine von zwei gesichtete Militäranlage, bevor wir das kleine Dorf Abyaneh, das als eines der ältesten des Irans gilt, in den Bergen erreichten. Die Straßen dort waren teilweise gerade mal eine Handbreit breiter als die passierenden Autos.

In Isfahan, unserem letzten Ort der Reise, besuchten wir zunächst den Meidan-e Imam, den zweitgrößten Platz der Welt (nach dem Tiananmen-Platz) und die anschließenden Imam- und Lotfullah-Moscheen. Auf dem Basar erfuhren wir etwas über die alte Tradition der Stoffdrucker und genossen das geschäftige Treiben. Beim Umherlaufen sahen einige Iraner auch meine Kamera, was sie dazu ermunterte mich aufzufordern, ein Bild von Ihnen in Ihrem Umfeld zu machen, um mit einem gewissen Stolz ihren Alltag zu zeigen. So wurde ich zumeist gefragt, wo ich herkomme, und dass sie mich herzlich willkommen heißen. Mehr wörtliche Kommunikation war meist nicht möglich, da ich kein Persisch und sie nicht mehr Englisch konnten, was aber durch Gesten wunderbar klappte.

Bei unseren letzten Abendessen bekamen wir nochmals lokale Spezialitäten wie in Essig eingelegten Knoblauch oder viel Rote Beete in unterschiedlichen Zubereitungen als Beilage serviert. Besonders war eine Nachspeise, die wir allesamt als Süßspeise mit Safran und vermutlich Mango identifizierten. Jedoch war die Zutat keine Frucht, sondern Lammnacken, was bei uns die unterschiedlichsten Reaktionen hervorrief.

Den letzten Sonnenuntergang erlebten wir an den beiden Brücken Pol-e Khaju und So-o-se Pol, die beide den Zayandehrud-Fluss überspannen. Während die erste zweigeschossig ist und gleichzeitig als Damm dient, ist die Si-o-se Pol 360 Meter lang und besteht aus 33 Bögen. Spät nachts erfolgte dann der Rückflug vom relativ kleinen internationalen Terminal in Isfahan.

 

Reisetipps Iran

  • Da in nur wenigen Geschäften für größere Ausgaben (z.B. Teppiche) Kreditkarten akzeptiert werden, ist genügend Geld in Euro oder Dollar mitzunehmen, das vor Ort umgetauscht werden muss.
  • Ein paar Brocken der Landessprache (wie „Guten Tag“, „Danke“ und „Auf Wiedersehen“) sorgt bei nicht ganz korrekter Aussprache für ein Grinsen in den Gesichtern der Iraner und erleichtert die nonverbale Kommunikation.
  • Wenn einem etwas angeboten wird und man sich finanziell erkenntlich zeigen möchte, wird dies zunächst abgelehnt. Erst bei zwei- oder drei-maligem Erwiedern wird etwas angenommen.
  • Frauen sollten kein Händeschütteln anbieten zur Begrüßung.

Farbenfrohes Indien 2012

 

Warum Indien? Die erste längere Reise nach meiner Weltreise sollte in eine noch unbekannte Region gehen. Ohne allzu große Vorüberlegungen ließ ich mich von einem Flug-Angebot in einem Newsletter einer Airline verleiten, dorthin zu reisen. So musste in relativ kurzer Zeit einiges vorbereitet werden, allen voran galt es, die Nachtzüge vorab zu buchen. Das stellte sich als nicht trivial heraus, da man dazu eine Amex sowie eine indische Telefonnummer benötigte. Nach etwas herumfragen und Telefonaten mit indischen Callcentern war ich tatsächlich freigeschalten und konnte mich an die Routenplanung machen.

Mit dem Zug durch Rajasthan

Unsere Reise begann in Delhi. Einvernommen von einer anderen Welt galt es, sich auf die unbekannte Kultur einzulassen. Dabei wurde das Rote Fort, eine ehemalige Festungsanlage, die Jama Masjid, Indiens größte Moschee mit Platz für über 25.000 Gläubige, und das India Gate, ein 42 Meter hoher Triumphbogen, besichtigt.

Mit dem Nachtzug erreichten wir Bikaner, einer Stadt am Rande der Wüste Thar im Norden von Rajasthan. Hier begann unsere zweitägige Kamel-Tour durch die Wüste. Neben dem gemütlichen Dahinschaukeln auf dem Rücken der Wüstenschiffe war die Übernachtung unter freiem Himmel ein Höhepunkt. Versorgt wurden wir dabei mit lokalen Speisen unserer indischen Führer.

Unser nächste Unterkunft war ein Hotel im Fort von Jaisalmer. Die Wüstenstadt ist geprägt von Häusern, die aus gelb-braunem Sandstein erbaut wurden, im Speziellen den Havelis, den alten Wohn- und Geschäftshäusern von Händlern.

Früh am Morgen erreichte unser Zug im Anschluss Jodhpur. Lässt man seinen Blick von der Festung Meherangarh über die Häuser schweifen, wird sehr schnell deutlich, warum Jodhpur als „Blaue Stadt“ bekannt ist. So wurde durch einen entsprechend farbigen Anstrich die Zugehörigkeit der Hausbewohner zur Kaste der Brahmanen gezeigt.

Über Jaipur und Fort Amber erreichten wir den Ranthambore Nationalpark, der für seine Bengaltiger bekannt ist. Während wir auf unserer ersten Pirschfahrt „nur“ einen Leoparden erspähen konnten, hatten wir am nächsten Morgen bei einer weiteren Tour mehr Erfolg. Unter waghalsigem Einsatz unseres Fahrers konnten wir aus nächster Nähe erleben, wie ein Tiger seine Beute, eine indische Gazelle, gerissen hat.

Am nächsten Morgen waren wir früh genug am Taj Mahal, um den Sonnenaufgang erleben zu können. Das Gebäude aus weißem Marmor erstrahlte im ersten Licht des Tages. Es wurde als Mausoleum für die Liebe eines Großmoguls auf einer 100 x 100 Meter großen Marmorplatte erbaut.

Die nächste Station war Varanasi. Die am Ganges gelegene Stadt ist eine der ältesten Indiens und gilt als heiligste des Hinduismus. Wir konnten nicht nur Bäder im Ganges, die von Sünden reinigen sollen, beobachten, sondern auch die typischen Verbrennungen Verstorbener am Ufer des Flusses.

Abstecher nach Indiens Süden

Per Flieger ging es in den Süden, wo unser Ziel Ooty, ein Bergort auf 2250 Metern Höhe war. Zunächst unternahmen wir jedoch eine Bootsfahrt durch die Backwaters, einem 1500 km verzweigtem Wassernetz in der Gegend um Kochi. Im Anschluss fuhren wir mit dem historischen Dampfzug der Nilgiri Mountain Railway nach Ugadamandalam, kurz Ooty. Von hier ging es über Bangalore nach Mumbai.

Mumbai

Dort stürzten wir uns nochmals in das tyisch indische Getümmel. Ein Höhepunkt war das Ansehen eines Bollywood-Films im Kino. Vor dem Hauptfilm „Vicky Donor“, einer Komödie über einen Samenspender, wurde für die indische Nationalhymne unterbrochen, wofür alle Besucher aufgestanden sind und mitgesungen haben. Daneben haben wir an den Dhobi Ghats die größte Open-Air-Waschmaschine der Welt besichtigt. Das sind gemauerte Becken, wo unter anderem ein Teil der Wäsche von Mumbais Hotels und Krankenhäuser von Hand gewaschen wird. Zum Abschluss wollte ich noch meinen BigMac-Index um einen Eintrag erweitern, konnte aber nur als Ikone den Chicken Mahraja Mac ausmachen und mir schmecken lassen.

Kalender 2016

Für das Jahr 2016 steht der Wandkalender unter dem Motto Indien. Mehr Infos dazu findet Ihr hier.

Namibia – Sossusvlei und Etosha

Relativ spontan traf ich mit einem Freund die Entscheidung, zum Fotografieren nach Namibia zu fliegen. Nach dem finden eines geeigneten Zeitraums wurden Flüge und Mietwagen gebucht, sowie die notwendigen Unterkünfte bei Namibia Wildlife Resorts reserviert. Letzteres ist notwendig, um in unseren gewünschten Locations am Sossusvlei sowie im Etosha Nationalpark einen passenden Zeltplatz zu bekommen.

Der Hinflug verlief mit einem Zwischenstopp über Johannesburg. Dadurch konnten wir während des Überflugs noch einige Blicke auf die Kalahari werfen. Nach dem Abholen des Campers und einer ausführlichen Einweisung in alle möglichen Funktionen wurden im Supermarkt in Windhoek die nötigen Lebensmittel für die nächste Woche eingekauft. Hauptsächlich bestand unser Einkauf also aus sechs fünf-Liter-Wasserkanistern und sechs Mal 500g Nudeln samt Tomatensauce. Danach fuhren wir noch in den Sonnenuntergang Richtung Süden, um im Lake Oanob Resort unser erstes Camp aufzuschlagen.

Nach der ersten langen Fahrt in Richtung Südwesten passierten wir am Nachmittag die Einfahrt zum Namib-Naukluft-Nationalpark und checkten auf dem Zeltplatz innerhalb des Parks ein. Letzteres ist besonders wichtig, um eine Stunde vor allen anderen, die nicht im Park übernachten, in Richtung Sossusvlei starten zu können. Da noch genug Zeit war, machten wir uns am späten Nachmittag auf, um den Sonnenuntergang und die rot erstrahlenden Dünen zu sehen. Das erwartete Spektakel war so wunderbar, wie erwartet. Zurück am Campingplatz machte der Wind uns das Nudelkochen schwer, so dass wir auf das vorhandene Restaurant auswichen und wir uns lokale Köstlichkeiten wie ein Oryx-Steak schmecken ließen. Die Nacht selbst brachte Tiefsttemperaturen von -2 °C mit sich.

Zum Sonnenaufgang im Deadvlei

Am kommenden Morgen hieß es früh aufstehen, um noch vor Sonnenaufgang in Richtung Sossusvlei aufzubrechen. Nach den ersten paar hundert Metern ließ uns unser Camper aber etwas hängen und hat nicht voll beschleunigt, so dass wir einige Minuten nur mit maximal 60 km/h dahin zuckelten, während die anderen rasch an uns vorbeizogen. Vom Parkplatz für normale Autos ging es 5 km über tiefen Sand nur für 4×4-Fahrzeuge bis zum Parkplatz des Deadvlei, was unser Ziel für den Sonnenaufgang war. Dort stehen abgestorbene Akazienbäume in einer Lehmpfanne. Danach wurde die direkt angrenzende Düne „Big Daddy“, die als eine der größten der Welt gezählt wird, bestiegen. Als wir nach der Ankunft auf dem normalen Parkplatz unsere zuvor abgelassenen Reifen wieder ordentlich füllen wollten, ging der Kompressor sprichwörtlich in Rauch und Flammen auf. Zum Glück waren hier genügend hilfsbereite Leute, die uns helfen konnten. Danach machten wir uns noch in Richtung Swakopmund auf und kamen immerhin bis Walvis Bay, wo es erneut Nudeln auf dem Camping-Platz gab.

Nach der kurzen Fahrt nach Swakopmund organisierten wir uns einen Flug am Nachmittag über die Namib und machten uns auf einen Ausflug durch die Stadt. Dort konnten noch einige Nachlässe der Deutschen Koloialzeit vorgefunden werden. Der Flug selbst brachte einem die Weite der Wüste so richtig bewusst, wo man bis zum Horizont nur Dünen sehen konnte. Auch die Form der Sterndünen war sehr beeindruckend. Am Abend genoss ich dann im Restaurant „Jetty 1905“ auf der alten Landungsbrücke das Fleisch des Springbocks.

Der nächste Tag war geprägt von rund 600 km Fahrt. Die führte uns bis zur Einfahrt des Etosha Nationalparks bei Omibika und dann weiter bis in das gebuchte Camp Halali in Mitten des Parks. Auch wenn der Weg relativ direkt und ohne viele Stopps erfolgte – man muss vor Sonnenuntergang im Camp sein, da dann die Tore geschlossen werden – konnten wir einige erste Tiere sehen. Am Wasserloch des Camps waren sogar kopulierende Löwen im Restlicht des Tages zu bestaunen.

Pirschfahrt im Etosha Nationalpark

Mit Sonnenaufgang verließen wir dann das Camp, um uns schon früh morgens auf Pirschfahrt zu begeben. Nach ein paar Hyänen sahen wir im angrenzenden Gebüsch eine Elefantenfamilie relativ nah der Straße. Da dies dem Bullen etwas zu nah erschien, machte er uns mit Drohgebärden klar, nicht näher zu kommen. Hatten wir bei den ersten Wasserlöchern noch nicht so viel Glück, da entweder keine Tiere oder diese zu weit weg waren, wurde es gegen Mittag besser. Wir konnten an einem Wasserloch Zebras, Giraffen und Elefanten aus nächster Nähe beobachten. Kurz vor dem Camp Namutomi lief dann auch ein Nashorn uns vor die Kamera.

Vom Camp Halali ging es heute nach Westen, um auch die Wasserstellen um Okaukuejo anzufahren. Leider waren nicht  mehr so viele Tiere wie gestern zu entdecken und somit verließen wir am späten Nachmittag den Park wieder, um schon eine gewisse Strecke in Richtung Windhoek zurückzufahren, da dies an einem Stück am nächsten Morgen nicht rechtzeitig zu schaffen gewesen wäre. Am Abend fuhren wir zu einer Farm mit Campingplatz hinter Otjiwarongo, wo es zur Feier des Tages Nudeln gab.

Heute Morgen haben wir unseren Camper noch rasch reinigen lassen, um die Rückgabe zu beschleunigen. Danach fuhren wir die letzten Kilometer zum Flughafen, wo wir unseren Rückflug angetreten sind.

Erwartungen an Namibia als fotografisches Reiseziel wurden mehr als erfüllt

Abschließend kann ich zusammenfassen, dass die Reise nach Namibia trotz der vielen gefahrenen Kilometer ein kurzer, aber sehr intensiver Trip zu zwei einmaligen Reisezielen gewesen ist. Die Erwartungen aus fotografischer Sicht wurde übererfüllt und die gesammelten Eindrücke werden mich sicher noch länger begeistern.

Venedig – Die Stadt auf Holzpfählen

Da ich noch nie in der Stadt auf Holzpfählen war, bot sich die Möglichkeit an, den Besuch an das KISS-Konzert in der Arena di Verona anzuschließen.

Nachdem das Auto in Mestre abgestellt war, fuhren wir mit dem Regionalzug zum Bahnhof Santa Lucia in Venedig. Wenn man den Bahnhof verlässt, hat man den Eindruck, in einer anderen Welt zu sein. Es ist ungewohnt so viele inmitten von Häusern und keine Straßen zu sehen.

Ausgestattet mit einem 24-Stunden-Ticket nahmen wir eins der Linien-Boote und fuhren über den Canal Grande zum Markusplatz. Dort wurden wir von vielen anderen Touristen begrüßt, von denen anscheinend viele Tagesgäste von Kreuzfahrtschiffen sind. Nach nur ein paar Minuten war der aktuelle Trend zu Selfie-Sticks überdeutlich zu erkennen. Das gipfelte darin, dass selbst am Eingang der Basilica di San Marco, der Markuskirche, ein Verbot von Selfie-Sticks auch als solches als Piktogramm aufgeführt ist. Mit dem Schiff ging es unter der Rialto-Brücke hindurch und bis zur Insel San Giorgio Maggiore, wo wir man vom Glockenturm der Kirche einen wunderbaren Blick auf die Dächer der Stadt hat.

Mein persönliches Highlight war das frühe Spazieren durch die Stadt vor 5 Uhr und noch vor Sonnenaufgang, um zu fotografieren. So war der Markusplatz bis auf ein paar Tauben menschenleer. Auch vor dem Dogenpalast war kaum jemand anzutreffen außer ein paar Frischvermählte, die hier das etwas andere Hochzeitsfoto bekommen wollten. So lagen die Gondeln noch besonders ruhig an der Uferpromenade angekettet und die Stimmung war speziell und würde ich jedem weiterempfehlen.

Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Wassertaxi einmal um die gesamte Stadt und hielten auf der Glasinsel Murano. Dort kann Glasbläsern bei der Arbeit zugesehen werden, leider nicht wie im Führer geschrieben umsonst, sondern für 5 € Eintritt pro Person. Auf dem Rückweg hielten wir auf der Friedhofsinsel San Michele, die den Städtischen Friedhof beherbergt.

Auf der Rückfahrt machten wir noch eine Nacht Halt in Maderno am Gardasee. Dort war das Wetter leider nicht mehr ganz so sonnig, so dass wir die Rückreise – neben vielen anderen – schon früher angetreten haben. Das bescherte uns dafür eine Fahrt über den Brenner auf der alten Route, um dem Stau zu entgehen.

Kuba 2015 – Reisebericht

Die Zeichen, dass sich Kuba langsam dem Westen annähert – oder andersherum – mehren sich. Nachdem es seit Jahren wieder ein Händeschütteln zwischen dem amerikanischen und dem kubanischen Präsidenten gab und das Land von der amerikanischen Terrorliste genommen wurde, beweisen dies.

Doch unsere Pläne, diese karibische Insel noch vor dem Einfall der Amerikaner zu bereisen, wurden bereits zuvor mit dem Ticketkauf fixiert. Leider war es das an früher Vorbereitung auch schon, was zur Folge hatte, dass wir in Deutschland keinen Mietwagen mit ordentlichen Konditionen zu einem vernünftigen Preis buchen konnten. Ohne diese Option und mit den im Netz gelesenen Geschichten, was so alles hier passieren kann (abgeschraubte Reifen, geklaute Firmenlogos,…), entschieden wir uns, dem im Reiseführer angegebenen „Mietwagen samt Fahrer“-Angebot eine Chance zu geben. Da auf der Webseite keine weiteren Angaben zu finden waren, ließen wir uns überraschen, ob ein Fahrer auftauchen wird. Die Option, alles mit dem Bus zurück zu legen, gab es ja auch noch.

Beim Suchen der Unterkünfte waren wir von vornherein auf Casa particulares, also Privatunterkünfte aus. Während der Planung bin ich öfters über die Seite www.bbinnvinales.com gestolpert und wollte diesr eine Chance geben. Da die meisten Kubaner keinen eigenen Zugang zum Internet haben, reserviert man über die Webseite und die kubanische Agentur fragt telefonisch bei den einzelnen Casas an. Um es vorweg zu nehmen, die Reservierungen waren immer vorhanden.

Anreise und Havanna

Unser Flug mit Condor glich zwar in Teilen einer Kaffeefahrt, wo sie ihre Premium Services anboten, insgesamt aber war auch der normale Service sehr gut. Für den Anflug auf Kuba musste die Route geändert werden, da sich über Havanna noch eine riesige Gewitterfront befand. Eben jene brachte der Stadt den ersten Regen seit vier Monaten, der so stark ausfiel, dass teilweise ganze Viertel einen halben Meter unter Wasser standen. Bei unserem Spaziergang durch die Stadt war nicht nur der Schlamm auf den Straßen, sondern auch die Wasserstände an den Fassaden zu sehen.

Da am Flughafen der Geldautomat seine sichere VPN-Verbindung verloren hatte, mussten wir uns zunächst Geld beschaffen. Dazu sind wir in eine Filiale von Cadeca gegangen, wo dies auch mit einer Kreditkarte möglich ist. Neben einem Spaziergang durch Havanna Vieja, dem alten Zentrum, besuchten wir die Partagas Zigarrenfabrik (mit den Marken Cohiba, Montechristo) und fuhren mit dem normalen Linienbus zur Plaza de la Revolucion, wo die Konturen von Che Guevaras und Camilo Cienfuegos Gesichtern an Häuserwänden zu finden sind.

Als wir uns am nächsten Morgen über eine Stunde vor dem vereinbarten Termin noch überlegten, was passiert, wenn der Fahrer nicht kommen sollte, stand er abfahrbereit vor unserer Casa – welch‘ erste Erleichterung, dass dies geklappt hat.

Viñales und der Westen

Als erstes fuhren wir raus aus dem Großstadttrubel in Richtung Vinales. In der Karstlandschaft um dieses Städtchen haben wir Wanderungen unternommen und dabei die Bestellung von Plantagen sowie die Trockenhäuser von Tabak gesehen. Nach einer Besichtigung einer großen Tabakplantage der Marke Robaina führte unser Weg durch Pinar del Rio zur Anlegestelle, um nach Cayo Levisa überzusetzen. Der Kahn benötigte gefühlte Stunden, um die schon fast greifbare Insel zu erreichen. Es fühlte sich an, als würde ein Rasenmähermotor uns antreiben. Auf der Rückfahrt von der Insel, die nur aus einem Hotel und Strand für Touristen besteht, wurde es noch abenteuerlicher. Die Passagiere sahen sich ungläubig an, als der „Kapitän“ plötzlich rief, dass alle sich nach links begeben sollten, um Schlagseite zu verhindern.

Von Las Terrazas nach Santa Clara musste eine größere Strecke zurück gelegt werden. Leider meinte es das Wetter nicht so gut mit uns und bescherte uns Regen bei der Besichtigung der Schweinebucht. Schmerzlich mussten wir am Abend feststellen, dass das Fenster unserer Casa im Zentrum direkt zur Haupt-Durchfahrtsstraße ausgerichtet war. So kamen wir nicht nur in den Genuss von Autolärm, sondern der hier noch öfters eingesetzten Pferdekarren bis tief in die Nacht – von einem Einsetzen des Getöses vor Sonnenaufgang ganz zu schweigen. Nach dem Besuch des Mausoleums von Che Guevara führte unsere Route über Cienfuegos zur Laguna Guanaroca, wo man durch Mangrovenwälder gerudert wurde und Flamingos zu sehen waren. Die Wanderung zum Wasserfall El Nicho danach war zumindest am Ende der Trockenheit nicht so spektakulär.

In Trinidad blieben wir das erste mal zwei Nächte, was auch mehr als lohnend war. Die engen, malerischen Straßen der kleinen Stadt sind noch häufig mit den für Kuba typischen alten US-Karossen befahren und wir konnten das kubanische treiben beobachten. Unser Fahrer setzte uns am letzte gemeinsamen Tag in Camagüey ab, von wo es mit einem öffentlichen Bus weiter in den Südosten bis nach Santiago de Cuba ging.

Der Rhythmus von Santiago de Cuba

Hier hatten wir zwei Tage, um die Wärme noch etwas zu genießen und den Rhythmus Kubas nochmal richtig zu erleben. Wir sind bei unseren Streifzügen um die „Casa de la Trova“ nahe der Plaza Céspedes gestolpert, wo Klänge von Livemusik zu hören waren. Nachmittags war es noch konstenfrei, am Abend war der Eintritt nur 1 CUC, was mehr als gerechtfertigt ist. Wir hörten Stücke der Gruppe um Vicky Reyes, die viele Besucher anlockten. Die letzten entspannten Nächte verbrachten wir im Roy’s Terrace Inn, was nicht nur sehr zentral liegt, sondern auch mit einer schönen Terrasse zum entspannen einlädt.

Unsere Rückreise begann mit dem Übernachtbus von Santiago de Cuba nach Havanna in nur 16 1/2 Stunden. Die Fahrt selbst war angesichts der Straßenverhältnisse recht angenehm, außer dass wir uns fühlten wie eine schockgefrostete Sardelle. Unser Busfahrer schien Mr. Cool gewesen zu sein, denn selbst mit meinen zwei Fleecejacken wurde die letzten Stunden fleißig gefroren bei nur etwas über 10 °C. Immerhin waren wir pünktlich in Havanna.

In den Stunden vor dem Rückflug am selben Abend haben wir eine Rundfahrt durch Havanna unternommen und die letzten Eindrücke des bunten Treibens auf den Straßen aufgesogen. Die Rückreise nach Deutschland war sehr angenehm, sofern man sie am richtigen Terminal in Havanna startet…

Meine erste Skitour

Letztes Wochenende ging es in die Tiroler Zugspitzregion nach Ehrwald, und es standen die „Tiefschneetage“ an. Eine Veranstaltung, bei der man sich Testequipment ausleihen und auf den angebotenen Touren gleich ausprobieren kann.

Am Samstag wurde uns bei einer Technik-Einführung das Gelände abseits der Piste näher gebracht und Tipps fürs Fahren gegeben. Nach weiteren Abfahrten bei strahlendem Sonnenschein am Nachmittag stand das Highlight des Tages am Abend an. Es ging auf Schneeschuhen zur Biwak-Nacht unter freiem, sternenklarem Himmel und Temperaturen von knapp -10 °C! Wir konnten in den gegrabenen Schneehöhlen warm eingemummelt in den gestellten Schlafsäcken gemütlich die Nacht verbringen, wenngleich man bei dem Frost am Morgen das nicht erwarten würde.

Gleich nach dem Abstieg begann Sonntagmorgen meine erste Skitour zum Hochwannig Kar. Bei bestem Wetter liefen wir mit den Fellen an den Skiern den Hang hinauf. Der Schnee war noch recht frisch und unbefahren. So brachte mir meine erste Abfahrt durch Tiefschnee ein bisher noch nicht gekanntes Ski-Erlebnis, das ein starkes „Ich will mehr!“-Bedürfnis hervorruft.

Noch voller Begeisterung machten wir uns auf den Rückweg und selbst der Stau konnte einem die Laune nicht verderben.

Winterwanderung zu Münchener Hausbergen

Zu Fuß ging es vom Spitzingsee hinauf zum Rotwandhaus. Auch das letzte Stück zum Rotwandgipfel, auf dem es sehr windig und wenig besucht war, konnte ohne Schneeschuhe zurückgelegt werden. Bergab kam ein gemieteter Schlitten zum Einsatz, wobei das Lenken beim Rodeln noch ausbaufähig ist.

Im Anschluss fuhren wir zur Brauneck-Bahn an der Alten Mulistation in Lenggries. Mit einer der letzten Bahnen fuhren wir hinauf, um die Nacht im Brauneck-Gipfelhaus zu verbringen. Während der Abend noch eine schöne Aussicht bot, so hat es nachts angefangen, zu schneien und mehr eine weiße Wand verhinderte den Anblick des Sonnenaufgangs.

Tag 19: Letzter Tag auf Sylt

Wie auch gestern schon bin ich heute Morgen wieder um 9 Uhr beim Leuchtturm gewesen, da heute etwas schöneres Wetter war. Und siehe da, die Führung fand auch statt. Da ich allein war, meinte der Führer, dass es kein Problem sei, mich auch noch an der Führung teilhaben zu lassen. So wurden die Räume gezeigt, die früher als Schule genutzt wurden oder aber auch den kleinen Tisch des Standesamtes im 7. Stock des Leuchtturms.

Danach bin ich zum Supermarkt, um mir mein Frühstück zu besorgen. Gut versorgt ging ich zurück auf mein Zimmer, wo ich dann ganz in Ruhe mir meine Semmeln – halt nein, Brötchen heißt das ja hier oben – zu schmieren. Dabei lief die Flimmerkiste und ich schlief noch etwas ein nebenbei. Prima so.

Nachmittags hab ich mich dann endlich mal aufgerafft und bin dann bei Sonnenschein an den Strand, wo ich ins Wasser bin. Die Wellen waren schön, doch leider sehr kalt. Wobei – das Wasser war noch 2 Grad wärmer als die Luft (Wasser: 19° C, Luft 17° C). Danach habe ich noch ein paar Fotos geschossen und mir dann zu Abend ne Pizza zum Mitnehmen genommen.

Spät abends habe ich dann noch die Taschen gepackt, denn morgen früh soll es ja wieder mit dem Fahrrad nach Westerland zurück gehen.