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Hongkong – Zwischen Tradition und Megacity

Rasend durch Bangkoks Flughafen

Nachdem sich unser Abflug aus Yangon verzögert hat, wurden wir beim Umstieg in Bangkok schon mit großen Schildern, die unsere Namen zeigten, begrüßt. Vom Seitenausgang des Fingers wurden wir anstatt zum nächsten Flieger zu irgendeinem Seiteneingang gefahren. So mussten wir nach einem rund ein Kilometer langen Sprint durch einen Sicherheits-Check. Wild schnaubend standen wir zu zweit als die einzigen Passagiere an drei geöffneten Check-Points, was die Kontrolleure nur dazu animierte, noch intensiver zu prüfen, bis die Dame einen Blick auf unsere Boarding-Pässe warf und nur meinte „Oh, you’re getting late!“ – Was meint die, warum wir so außer Puste waren?!? Immerhin haben wir es geschafft und nur 2 Minuten nach uns war die Tür geschlossen.

Back in Hongkong

Nach unzähligen Flügen war es das erste Mal, dass für mich das Gepäckband nichts ausspuckte. Am Emirates-Schalter wurde mir daraufhin gesagt, dass das Gepäck schon in einem nächsten Flieger wäre und nachkommt. Per Linienbus sind wir voraus nach Hong Kong gefahren, um einzuchecken und etwas essen zu gehen. Nachts um halb eins kam dann unser Gepäck bei uns im Hotel an. Gibt wohl schlimmere Situationen, ohne Gepäck am Flughafen zu stehen.

Zwischen Tradition und Megacity

Unsere Tour durch die Stadt begann mit einer Fahrt der Star Ferry von Hong Kong Island zum Festland Kowloon. Zunächst besuchten wir den taoistischen Sik Sik Yuen Wong Tai Sin Tempel, der von Wolkenkratzern umringt wird. Während vorne Lampions über dem Platz für die Betenden hängen, schmücken hinten Karpfenteiche mit Brücken den Garten. Anschließend besuchten wir den Nan Lian Garden und das Chi Lin Nunnery Nonnenkloster, den weltweit größten Komplex aus handgezimmerten Holzgebäuden. Ein Spaziergang durch Kowloon führte uns zum Yuen Po Street Bird Garden, einem Markt für Vögel und Insekten, dem Blumenmarkt an der Flower market Road hin zum Goldfischmarkt. Dort werden unzählige Tütchen mit den unterschiedlichsten Fischen angeboten. Nach einem Gang durch den Tung Choi Street Market, der auch unter dem Namen Ladies Market bekannt ist, kamen wir am Tin Hau Tempel vorbei, bevor wir auf dem Jade Market Schmuckstücke sahen, die uns aus Myanmar bekannt vorkamen. Zum Ausklang eines ereignisreichen Tages blickten wir von der Tsim Sha Tsui Promenade auf die bunt erleuchtete Skyline von Hongkong Island.

Mit einem frühen Schnellboot erreichten wir Lantau Island. Dort besuchten wir die Tian Tan Buddhastatue, der sich heute aber lieber im dichten Nebel versteckte. Er ist der weltweit größte sitzende Buddha, der 34 m hoch ist. Hinter dem Big Buddha befindet sich das Po Lin Monastary – ein Kloster, das die Große Halle der 10.000 Buddhas beheimatet. Mit der Seilbahn ging es zurück nach Hongkong, wo es zu Fuß durchs Handelsviertel ging, wo getrocknetes Meeresfutter sowie pflanzliche Heilmittel angeboten werden. Im Man Mo Tempel wurde ich so eingeräuchert, dass die Klamotten bis zu meiner Rückkehr nach Deutschland in Quarantäne (also eine Plastiktüte) wanderten. Dieser Rauch entstammt von riesigen Räucherkerzen, die in riesigen Spiralen von der Decke hängen. Den Sonnenuntergang erlebten wir dann beim Besuch des Monetary Authority Information Centre im 55. Stock des Two International Finance Centre. Nachts ging es zu einer Foto-Session nach Tai Hang, wo dunkle Wohnblöcke zum Leben erweckt wurden. In Gesprächen mit Anwohnern mit anfangs irritiert blickenden Bewohnern konnte ich Ihnen zeigen, warum sich jemand nachts mit Stativ und Foto in dunklen Hinterhöfen herumtreibt.

Start ins neue Jahr

Den letzten Tag des Jahres starteten wir in der Golden Computer Arcade, einem riesigen mehrstöckigen Gebäude mit unzähligen Elektronik-Läden, um mir noch eine Speicherkarte zu kaufen. Gegen Nachmittag machten wir uns dann auf den Weg zum Victoria-Peak. Da die Zahnradbahn leider eine viel zu lange Wartezeit gehabt hätte, fuhren wir mit dem Linienbus in Richtung Gipfel. Von der Aussichtsplattform hatten wir einen fabulösen Blick über Hongkong. Zwar war es schon tagsüber recht diesig, aber dennoch gab es ein paar Momente, wo Sonnenstrahlen sich Ihren Weg durch die Wolken bahnten. Wir blieben mehrere Stunden an der Glasfront, um auch den Sonnenuntergang und die beleuchtete Stadt bestens erleben zu können. Anschließend ging es zurück nach Causeway Bay, wo wir nach einem Abendessen das Feuerwerk über der Bucht von einem Fußgängerübergang betrachtet haben. Das klingt zunächst unspektakulär, doch war es echt schön, da zum einen die Chinesen Feuerwerk so richtig können – wer sonst hatte noch lachende Smileys als Figuren bei sich am Himmel? – und zum anderen, da sonst keiner irgendein Teil zum Anzünden (sei es Böller, Rakete oder Wunderkerze) angezündet hat.

Zum Jahresbeginn besuchten wir das „Lucky Start“ Pferderennen auf dem Sha Tin Racecourse. Dort wollten wir unser Glück mit Pferdewetten versuchen, doch brachte unser Wetteinsatz keinerlei Ertrag. Für viele Hongkonger war dies aber ein aufregender Start ins neue Jahr und sie waren mit vollem Elan dabei, Ihre Wettzettelchen abzugeben. Als Höhepunkt des Starts wollten wir einem Restaurant mit einem Michelin-Stern, Kam’s Roasted Goose, den ersten Abend ausklingen lassen. Doch waren die Wartezeiten für einen Tisch anhand der Menge vor dem Laden nur schwer zu schätzen. Was spricht also dagegen, das prämierte Essen „To-Go“ zu bestellen. Mit unserer köstlich duftenden Plastik-Tüte liefen wir in Richtung unseres Hotels. Da es aber viel zu weit entfernt gewesen wäre, noch warm zu speisen, machten wir kurzerhand auf einer Verkehrsinsel Picknik und genossen dort unser Festmahl. Zum Ausklang des Tages fuhren wir mit den „Escalators“, einer langen überdachten Rolltreppe, in die höher am Hang gelegenen Stadtteile.

An unserem letzten Tag besuchten wir den viktorianischen Hong Kong Park. Neben einem Zoo mit ca. 160 Vogelarten gibt es hier so etwas wie eine Drive-In-Standesamt, die „Cotton Tree Drive Marriage Registry“. Das ist jetzt vermeintlich nicht ganz so Las Vegas-mäßig, aber dennoch geben sich hier die Bräute die Klinke in die Hand. Unser letztes Restaurant sollte das „Crystal Jade“ sein, wo wir neben einer irren scharfen Nudelsuppe vor allem Dumpling genossen. Den Sonnenuntergang wollten wir vom höchsten Gebäude der Stadt, dem Sky 100, genießen. Leider war es sehr bewölkt, so dass man kaum den Grund ringsum das Hochhaus – geschweige denn die Skyline auf von Hong Kong Island – klar sehen konnte.

Abreise

Gegen neun Uhr abends holten wir unser im Hotel deponiertes Gepäck ab, um mit dem Bus wieder in Richtung Flughafen zu fahren. Dabei konnten wir unsere Blicke nochmals über die vorbeiziehenden leuchtenden Häuserfassaden schweifen lassen. Der Check-In war rasch erledigt und so mussten wir nur noch acht Stunden auf unseren Flug warten. Nach einer Nacht mit viel Warten im Check-In-Bereich, der Abflughalle, im Flieger und an der Gepäckausgabe in München, stürzten wir uns gegen 22 Uhr in die S-Bahn nach Hause.

Zum Abschluss möchte ich noch kurz ein Beispiel geben, wie sich der Wechselkurs auf die Preise auswirkt. Wie der ein oder andere schon mitbekommen hat, habe ich während meiner Weltreise angefangen, einen BigMac-Index zu erstellen. So kostete im Juli 2008 kostete der BigMac noch 15 HK$ = 1,25 €, auf dieser Reise am 2.1.2016 waren es 19,20 HKD = 2,28 €. Das heißt, während sich der Burgerpreis für die Hongkonger um 28% erhöht hat, ist er für mich in Euro um 82% teurer geworden (durch den geänderten Wechselkurs). Daher wurden meine Shopping-Pläne für Foto-Zubehör hinfällig, da eigentlich alle Artikel zum gleichen Preis – oder sogar teilweise günstiger – hier in Deutschland zu bekommen sind. Dazu kommt, dass es bei den meisten Artikeln auch nur eine lokale Garantie gibt, was das Einkaufen für meine anvisierten Artikel unattraktiv gemacht hat.

 

Tipps:

  • Octopus Card: Eine Karte zum bargeldlosen und kontaktlosen Bezahlen von Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, in Kiosken, Restaurants, …, die man an einfach aufladen kann und dann an die jeweiligen Lesegeräte hält. Das beschleunigt den Kaufvorgang und erspart einem das lästige Zählen der richtigen aber fremden Münzen und Scheine. Die Karte gibt es in einer Touristen Auflage in den 7Eleven-Shops zum Kauf (39 HK$), oder aber auch zum Ausleichen (On-Loan 50 HK$ Pfand) direkt am Flughafen am Schalter der MTR.
  • Sim-Karte für mobiles Internet: Hier kann ich die Tourist Sim Card empfehlen, die es als 5- oder 8-Tages-Karte direkt am Flughafen bei 1010 in der Ankunftshalle gibt. Kaufen – Einstecken – läuft.
  • Zum Planen seiner Reise empfehle ich die Seite www.discoverhongkong.com/de, die neben den Sehenswürdigkeiten auch ein persönliches Planungstool, eine App und viele nützliche Infos bereithält.
  • Wer die Stadt zu Fuß erkunden möchte, trägt am besten bequeme Schuhe. Es gibt für eine Großstadt überraschend viele Stufen – sei es um die höher gelegenen Stadtteile zu erreichen oder auf den langen Rolltreppen schneller voran zu kommen.
  • Für fotobegeisterte Reisende gehört ein Stativ unbedingt zur Ausstattung. Es bieten sich hier in dieser Metropole viele Möglichkeiten für den Einsatz – sei es zur nächtlichen Langzeitbelichtung oder ein ruhiges Bild in den Tempeln.

 


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Tag 321-330: Galapagos Inseln

13.6.: Transfer auf die Galapagos-Inseln
Heute sollte es also auf die Galapagos Inseln gehen. Auf der Fahrt zum Flughafen wollte der Taxifahrer erst einen viel zu hohen Fixpreis vereinbaren. Da ich aber mittlerweile schon dem Spanischen etwas mächtig war, konnte ich ihm das ohne große Widerworte ausreden.
Nach einem Zwischenstopp in Guayaquil bin ich auf San Christobal gelandet. Nach einem doch recht intensiveren Check und dem Zahlen der Eintrittsgebühr war ich überrascht, keine Hotel-Schreier zu sehen. Am Nachmittag habe ich mir dann noch eine Tagestour zum Schnorcheln für morgen gebucht. Auf das Schiff zur gebuchten Tour geht es erst übermorgen.

14.6.: Ein Hai! Und Schildkröten!
Mit dem Boot ging es raus zum „Kicker Rock“. Kurz nachdem es ins Wasser ging, konnte ich einen Galapagos-Hai sehen. Er war leider doch etwas weiter unten und der einzige heute. Dann ging es weiter durch die Felsen hindurch. Auf der anderen Seite konnten dann Meeresschildkröten beobachtet werden.
Beim zweiten Meeresspaziergang habe ich Stachelrochen gesehen. Nach einiger Zeit kamen noch Seelöwen dazu, um mit uns zu spielen. Das war schon der Hammer! An Land hab ich noch Blue-Foot-Boobies, oder auf Deutsch Blaufußtölpel, und Meeresleguane gesehen.
Nach dem Essen am Abend sah ich die im Reiseführer angesprochenen Seelöwen an der Hafenpromenade und auf einigen der Bänken, auf dem ich am Nachmittag selbst saß.

15.6.: Begrüßung an Deck
Heute ging es auf die gebuchte „Boots-Tour“. Wobei dieser Begriff dem Schiff nicht wirklich gerecht wird, es war ein Katamaran mit acht Doppelkabinen. Der erste Ausflug war heute Schnorcheln nahe der Insel „Los Lobos“, wo die Seehunde wieder zum Spielen um uns herum schwammen. Da ich nicht die günstigste Tour gebucht hatte, war das Leben an Bord gut organisiert. Das Programm des folgenden Tages wurde bei hervorragendem Essen vorgestellt.

16.6.: Pures Glück
Nach einer Nachtfahrt ging es auf Espanola mit einer nassen Landung an Land. Dort am Strand lagen die Seelöwen rum wie frisch panierte Schnitzel. Bevor es zum Schnorcheln ging, sprangen wir noch vom obersten Deck, wohl ungefähr etwas über acht Meter hoch, ins Wasser. Neben einigen Fischen im Wasser spielten die Seelöwen wider mit uns. Als ich ich noch am Fotografieren war, waren die anderen schon etwas weiter geschwommen. So schwammen die Seelöwen nur noch um mich allen herum. Das war einfach fantastisch, pure Glücksmomente. Bei einem zweiten Landgang gab es noch ein weiteres Spektakel. Ein paar Seelöwen kamen an Land. Während wir uns nicht bewegten, legte eines dieser Tiere seinen Kopf auf die Füße einer Mitreisenden.

17.6.: Wenige Tiere. Betriebsausflug?
Auf Floreana ging es zur „Post Office Bay“. Da steht eine alte Holztonne, wo Postkarten drin sind. Die Zielstädte werden vorgelesen. Liegt eine in der Nähe des eigenen Wohnortes soll man die mitnehmen und zu Hause absenden.
Am Nachmittag ging es zur „Devil’s Crown“, einem Felsen, der wie eine Teufelskrone aussehen sollte. Auch die versprochenen Haie waren heute beim Betriebsausflug. Die Flamingos waren dafür umso weiter weg und umso weißer.
Das Geschaukel auf dem Weg zur Insel Isabella lag mir heut nicht so. Nachdem wir aber angekommen waren, wurde es besser.

18.6.: Aufzuchtstation von Schildkröten
Das Wetter heute war nicht so der Brüller: Keine Sonne, dafür viele Wolken. Dafür ging es heute erstmal zur Aufzuchtstation. Hier gab es Schildkröten in allen erdenklichen Größen zu sehen. Vom Ei bis zum alten Genossen. Einige haben sich auch live reproduziert.
Dann ging es zur Tränenmauer, wo früher ein Gefängnis geplant war. Bei der Tour am Nachmittag wurden auch wieder keine Haie gesehen, grrr.

19.6.: Letzter Tag an Bord
Heute war der letzte Tag meiner Schiffstour. Schon früh am Morgen mussten wir vor Santa Cruz schon früh am Morgen von Bord. Als erstes ging es zu einem großen Freigehege, in dem Schildkröten leben. Wenn man leise ist, dann ziehen diese auch den Kopf nicht ein. Ansonsten kann man sie auch etwas mit Grünzeug füttern, dann strecken Sie ihn wieder raus. Nachdem wir noch zwei Löcher gesehen haben, die durch Glasblasen entstanden waren, ging es zurück nach Puerto Ayora, wo ich mir noch eine Unterkunft suchen musste. Als diese gefunden war, musste ich mir noch Touren für die nächsten beiden Tage suchen.
Am Nachmittag wollte ich mir den Lonesome George angucken, aber der war leider schon wieder in seinem Eck, wo er nicht gesehen werden kann.

20.6.: Haie!
Geweckt von einer unerbitterlichen Flex um halb sieben früh, hatte ich noch gemütliche zweieinhalb Stunden bis zum Beginn meiner Tour. Dabei sollte es heute erstmal nicht so toll werden, da relativ starke Strömung und Wellen auftraten, so dass es wenige Fische gab und die Seelöwen sich lieber im Wasser schaukelten.
Angekommen an einem weiteren Spot hat sich unser Guide erst mit einem Kollegen verständigt ehe wir von Bord konnten. Wir schnorchelten in eine Felsschlucht hinein, die enger wurde. Plötzlich waren Haie unter uns, einer nen guten Meter, der andere über zwei Meter lang. Kurz darauf schwammen wir nochmal über dieses Riesentier. Krass. Zurück an Land wollte ich mir nochmal den Lonesome George ansehen, aber er war mal wieder in seinem Eck am schlafen.

21.6.: Juhu, Lonesome George
Heut Morgen hatte ich mir den Wecker auf halb sechs gestellt, um noch vor Sonnenaufgang zur Darwin Station zu laufen. Als ich meinen letzten Versuch, Lonesome George, den letzten seiner Art, zu sehen schon abbrechen wollte, kam er hervorgekrochen, um sich vor die Wasserstelle zu legen.
Am Nachmittag ging es zur Insel Seymour, wo ich nach vielen zuvor gesehenen Meeresleguanen auch Landleguane sehen wollte. Diese waren gelb-braun und wesentlich stämmiger als deren Genossen. Kurz bevor wir an einem anderen Strand anlegten, sahen wir zwei Meeresschildkröten im Wasser an uns paarend vorbei schwimmen – in freier Wildbahn!

22.6.: Rückreise nach Quito
Heute Morgen stand die Abreise an. Nach dem Übersetzen auf Baltra ging es mit dem wartenden Bus zum Flughafen. Dort wurden die auf Abflug Wartenden in einen mini Warteraum gepfercht.

Fotos hierzu befinden sich im Album Galapagos.

Tag 154-159: NP Torres del Paine

26.12.: Auf zum Glaciar Grey
Heute Morgen ging es nach einer kurzen Nacht (es musste ja umgepackt und nur das Wanderzeug mitgenommen werden) mit dem Bus von Puerto Natales in Richtung Torres del Paine. Schon kurz nach dem Start gab es einen Regenbogen, der eine unheimliche Intensität hatte, so dass sogar der violette Streifen gut zu sehen war. Nach dem am Eingang der Eintritt entrichtet wurde, ging es zur Anlegestelle des Katamarans über den Lago Toro zum Campamento Pehoe. Von dort ging es in Richtung Glaciar Grey und dem dazugehörigen Campingplatz. So ging es für die nächsten 3,5 h das Tal entlang. Nach der Ankunft wurde erstmal das Zelt aufgebaut. Da es regnete und es keinen Unterstand gab, wurde fix gekocht und dann im Zelt das Nachtlager bezogen.

27.12.: Wie kann man nur?
Heute sollte es in Richtung Paso Garner gehen. Jedoch wollten wir ihn nicht überqueren, sondern nur einen herrlichen Ausblick über den Gletscher bekommen. Nach ca. 2,5 h einfach waren wir kurz vor dem Campamento Paso, als es zu schneien begann. Da wir schon ein „Sonnenfenster“ von ca. ner Stunde hatten und es ansonsten geregnet hatte, ging es zurück zum Campamento Grey. Auf dem Rückweg haben wir dann einen Wanderer getroffen, der schon seit über 11 Stunden unterwegs war, nichts gegessen und getrunken hatte. Für mich grenzt das an Verlust des gesunden Menschenverstandes, denn wie startet man eine lange Tour ohne genügend Essen und weiß dann nicht mal, dass man das Wasser aus Bächen trinken kann. Wir hatten nichts zu essen mit, das wir ihm geben konnten, da für uns das ja nur ein kleiner Spaziergang war. Am Abend wurde wieder mit dem Gaskocher ein Essen zubereitet und dann sich ausgeruht.

28.12.: Azzuro?
Heute sind wir nach einer weiteren regenreichen Nacht recht früh aufgewacht. Nachdem Zusammenpacken ging es in Richtung Campamento Italiano. Es war sehr windig, was das Finden der richtigen Kleidung nicht einfach machte. Zum einen sind wir recht fix unterwegs gewesen, was einen zum schwitzen brachte, anderseits gab es heftigen wind. Ich selbst habe mich dann entschieden, nur mit T-Shirt, Handschuhen und Mütze zu laufen. Idealerweise wäre hier ein Rad-Trikot gewesen, das vorne eine Windstopper-Membran hat und hinten atmungsaktiv ist. Hatte ich aber nicht. Nach einer kurzen Teepause am Lago Pehoe ging es in weiteren zwei Stunden zum Campamento Italiano. Da dies einer der wenigen Zeltplätze ist, wo kein Service geboten ist und man nichts kaufen kann, zahlt man auch nichts für einen Campingplatz. Nach einem schicken Dinner wurde es sich wieder in den Schlafsäcken gemütlich gemacht.

29.12.: Valle de Frances
Heute Morgen ging unsere Wanderung erstmal mit leichtem Gepäck, d.h. nur mit Foto und Getränk das Valle de France, dem Tal der Franzosen (warum auch immer das so heißen mag), hinauf. Der zweite höher gelegene Aussichtspunkt war unser Ziel. Auf dem zweieinhalbstündigen Weg dorthin stapften wir durch kleine Schneefelder, bevor wir auf dem äußerst frostig-windigen Mirador angekommen waren. Immerhin kam kurzzeitig die Sonne hervor, was einen herrlichen Regenbogen in das Tal zauberte. Da es aber trotz Jacken sehr frisch war, ging es bald wieder hinab und zurück zu unserem Zelt.
Dort wurden dann erstmal die restlichen Sachen in den Rucksack gepackt ehe man sich auf den Weg zum Campamento Los Cuernos machte. Dort angekommen war natürlich der nie wirklich ganz verschwundene Regen wieder zur Stelle, als es ans Zelt aufstellen ging. Das war hier nicht ganz so einfach möglich, da man sich am Hang einen Platz suchen musste, der relativ gut geeignet ist.

30.12.: Sehen oder nicht sehen? Sehen!
Heute sollte es zum Campamento Torres gehen, was eine schöne Strecke zum zurücklegen ist. Mehr als 20 km. Der Rucksack wiegt insgesamt an die 15 kg, da ich ja nicht auf Foto oder irgendetwas verzichten wollte. Lediglich der Laptop blieb schon vorher in Puerto Natales. Nachdem wir „ums Eck“ gegangen waren, zog es etwas auf und die Sonne kam hervor. Auch wenn uns die Leute am Refugio Chileno noch mit traurigem Blick entgegen kamen, da sie die Torres nicht gesehen hatten, war für uns die Hoffnung noch nicht begraben. Als wir dann am Campamento Torres angekommen waren, konnten wir schon einen der Torres sehen, wenngleich auch noch etwas bewölkt. Also wurde fix das Zelt aufgeschlagen und dann ging es die felsige Moräne hinauf zum Mirador Torres. Nach rund einer Stunde wurden die letzten großen Felsbrocken überquert und wir konnten doch tatsächlich alle drei Torres sehen. Unter ihnen lag eine herrliche Lagune. Nach einigem Warten zog es zudem noch etwas mehr auf, was die Aussicht natürlich verbesserte. Da das Ziel jedoch war, die Torres zu Sonnenaufgang zu sehen, ging es wieder hinab, um Abend zu essen und dann schlafen zu gehen.

31.12.: Juhu, die Torres beim Sonnenaufgang
Heute Morgen klingelte der Wecker schon um vier Uhr. Es hieß aufstehen, Sachen einpacken und dann ein weiteres Mal hinauf zum Mirador, um den Sonnenaufgang dort zu erleben. Leider kam es zu keinem rosa Schimmern der Torres, doch nichtsdestotrotz bot sich ein herrliches Spektakel in alle Richtungen, in die man sah. Vorne die Torres, hinten das Tal. Die warmen Farben der Aufgehenden Sonne ließen die Felsen in einem gelb-goldenen Licht erstrahlen. Was für ein Glück nach 4 Nächten Regen und in der letzten Nacht sogar etwas Schnee. Nachdem die Sonne weitergezogen war, machten wir uns auf den Weg hinab, um unsere Sachen für den Rückweg zu packen. Nach dem Frühstück ging es zurück zur Hosterias Las Torres, von wo aus wir mit einem Minibus zum Parkausgang fahren wollten. Doch dort kam dann für die nächsten zweieinhalb Stunden kein Minibus und so beschlossen wir zum Parkausgang zu wandern, was weitere 9 km bedeutete. Doch wurden wir auf der Strecke mit einigen herrlichen Ausblicken belohnt, auch wenn die Torres schon wieder hinter Wolken verschwunden waren. Nachdem wir unseren Bus zurück nach Puerto Natales genommen hatten und dort angekommen waren, habe ich mich auf die Suche nach einer Rückfahrmöglichkeit nach Punta Arenas umgeschaut. Glücklicherweise bin ich an einem Büro eines Busunternehmens vorbeigekommen, die in einer guten Stunde starten wollten. Also fix das Ticket gekauft um Silvester in der Stadt zu verbringen, in der ich die nächsten drei Monate bleiben sollte. Angekommen bin ich dann in dem Hostel, in dem ich noch ein paar Sachen deponiert hatte, so gegen 22:45 Uhr und habe erstmal eine ausgiebige Dusche gegönnt. Danach habe ich mich erkundigt, wie hier so das Jahresende gefeiert wird. Wie mir gesagt wurde, gibt es kein Feuerwerk oder so, sondern man feiert zu Hause. Nichts leichter als das, wenn man in einem Hostel ist. Da für mich der Tag schon recht lange war, bin ich nach fast 24 Stunden, über 30 km Wandern, 4 Stunden Busfahrt doch recht müde ins Bett gefallen.

Fotos aus dem NP Torres del Paine findet ihr hier.

Tag 150-153: Fahrt gen Süden mit der Navimag

22.12.: Erster Abend auf See
Heute Morgen wurde erstmal meine persönliche Bordküche und Minibar aufgefüllt, so dass ich beruhigt auf das Schiff gehen konnte. Das Gepäck hatte man zuvor schon beim Check In abgegeben und wartete nach dem Boarding schon auf einem in seinem Bett. Doch bis wir ausliefen, durften wir noch etwas warten und die Aussicht bei momentan noch ganz gutem Wetter genießen. Interessant war dabei zu sehen, wie auf dem Schiff nebenan die Toiletten gereinigt wurden: Einfach mal mit dem Hochdruckreiniger draufhalten. Dann wurde der Anker gelichtet und das Schiff machte sich auf den Weg gen Süden. Nach einer Unterweisung und dem ersten Essen an Bord sah ich einen Sonnenuntergang von dem ich die nächsten Tage zehren sollte, denn so gut wie heute wurde das Wetter leider nicht mehr.

23.12.: Eine Seefahrt, die ist lustig…
Der Morgen war recht unspektakulär, das Essen auf frühem Jugendherbergsniveau, aber so was kann meine Stimmung nicht in den Keller bringen. Der Wellengang ab 16 Uhr in Pazifikgewässer mit entsprechenden Folgesymptomen hatte da schon mehr Chancen. Mir wurde zwar etwas mulmig, was aber daran lag, dass ich schon lange nichts mehr gegessen hatte. Nach dem Abendessen, zu dem Spaghetti serviert wurde, war aber jegliches anfängliches mulmiges Gefühl verschwunden. Bei mir hatte sich das ganz normal gelegt, während andere sich bei starken Wellen und Wind meinten über die Reling entledigen zu müssen, was leider nicht immer so geklappt hat. Dafür war heute schon recht bald Ruhe eingekehrt, da sich eigentlich alle frühzeitig in die Kojen begeben haben.

24.12.: Kartoffelbrei als Weihnachtsessen
Heute Morgen war dann der Spuk mit den Wellen vorbei, da wir ab 6 Uhr wieder in ruhigerem Gewässer unterwegs waren. Dort waren dann Engstellen zu passieren, die nur ca. 50 m breit waren (was man davon an der Wasseroberfläche gesehen hat). Gegen Mittag erreichten wir dann Puerto Eden, wo unser einziger Landgang anstand. So wechselten wir durch die Heck-Klappe der Fähre in kleine Boote, die uns an Land brachten. Das Örtchen war recht klein und man konnte da irgendwie rumspazieren. Doch nach dem ersten Ausblick von einer Art Jägerstand hat mich mein Weg zurück geführt und nicht zu irgendeiner kleinen Kirche. Als hätte ich es im Urin gehabt, bin ich in die Schulbücherei gegangen, denn dort habe ich Internet vermutet. Damit lag ich auch richtig. Und es war sogar kostenlos, nur eine Spende war erwünscht. Da bin ich natürlich auch gerne nachgekommen, und das nicht nur, weil Weihnachten war. Nach einer guten Stunde ging es dann mit unseren lustigen orangenen Westchen zurück auf die Navimag. Mein Weihnachtsessen war dann Kartoffelbrei, was eigentlich gar net so übel war. Am Abend war dann das Highlight irgend so eine flexible orange Masse, die die Nachspeise sein sollte. Am Abend stand dann das große Bingo an. Dummerweise hab ich dann auch noch gewonnen. Hatte ich nicht extra meine einst reichlich ausgestattete Minibar soweit leer geräumt, dass ich einfach damit weiterreisen konnte, kam jetzt eine neue Flasche Wein hinzu.

25.12.: Windige Ankunft in Puerto Natales
Heute war es bereits nach dem Aufstehen schon sehr windig, so dass man das aufgewirbelte Wasser aufsteigen sehen konnte. Immerhin kam die Sonne nach zwei komplett tristen Tagen wieder hervor und man konnte die Zeit draußen wieder etwas mehr genießen. Eigentlich sollten wir dann vormittags in Puerto Natales anlegen. Doch nur rund 100 m vor dem Kai mussten wir wegen zu starkem Wind abbrechen und wieder rausfahren, um auf eine Besserung zu warten. So gab es dann immerhin noch ein Gratisessen, was mich natürlich besonders gefreut hat. Lustigerweise war das beste der gesamten Fahrt. Gegen 18 Uhr haben wir dann einen neuen Versuch unternommen, der auch geklappt hat. Am Abend ging es dann in eine Pizzeria mit Steinbackofen, wo so ein richtiges Gericht mich dann doch etwas mehr erfreut hat. Auch die Nachspeise war erste Sahne, wie man auf dem Foto sehen kann.

Fotos zur Schifffahrt findet ihr im Album Navimag.