Beiträge

Hongkong – Zwischen Tradition und Megacity

Rasend durch Bangkoks Flughafen

Nachdem sich unser Abflug aus Yangon verzögert hat, wurden wir beim Umstieg in Bangkok schon mit großen Schildern, die unsere Namen zeigten, begrüßt. Vom Seitenausgang des Fingers wurden wir anstatt zum nächsten Flieger zu irgendeinem Seiteneingang gefahren. So mussten wir nach einem rund ein Kilometer langen Sprint durch einen Sicherheits-Check. Wild schnaubend standen wir zu zweit als die einzigen Passagiere an drei geöffneten Check-Points, was die Kontrolleure nur dazu animierte, noch intensiver zu prüfen, bis die Dame einen Blick auf unsere Boarding-Pässe warf und nur meinte „Oh, you’re getting late!“ – Was meint die, warum wir so außer Puste waren?!? Immerhin haben wir es geschafft und nur 2 Minuten nach uns war die Tür geschlossen.

Back in Hongkong

Nach unzähligen Flügen war es das erste Mal, dass für mich das Gepäckband nichts ausspuckte. Am Emirates-Schalter wurde mir daraufhin gesagt, dass das Gepäck schon in einem nächsten Flieger wäre und nachkommt. Per Linienbus sind wir voraus nach Hong Kong gefahren, um einzuchecken und etwas essen zu gehen. Nachts um halb eins kam dann unser Gepäck bei uns im Hotel an. Gibt wohl schlimmere Situationen, ohne Gepäck am Flughafen zu stehen.

Zwischen Tradition und Megacity

Unsere Tour durch die Stadt begann mit einer Fahrt der Star Ferry von Hong Kong Island zum Festland Kowloon. Zunächst besuchten wir den taoistischen Sik Sik Yuen Wong Tai Sin Tempel, der von Wolkenkratzern umringt wird. Während vorne Lampions über dem Platz für die Betenden hängen, schmücken hinten Karpfenteiche mit Brücken den Garten. Anschließend besuchten wir den Nan Lian Garden und das Chi Lin Nunnery Nonnenkloster, den weltweit größten Komplex aus handgezimmerten Holzgebäuden. Ein Spaziergang durch Kowloon führte uns zum Yuen Po Street Bird Garden, einem Markt für Vögel und Insekten, dem Blumenmarkt an der Flower market Road hin zum Goldfischmarkt. Dort werden unzählige Tütchen mit den unterschiedlichsten Fischen angeboten. Nach einem Gang durch den Tung Choi Street Market, der auch unter dem Namen Ladies Market bekannt ist, kamen wir am Tin Hau Tempel vorbei, bevor wir auf dem Jade Market Schmuckstücke sahen, die uns aus Myanmar bekannt vorkamen. Zum Ausklang eines ereignisreichen Tages blickten wir von der Tsim Sha Tsui Promenade auf die bunt erleuchtete Skyline von Hongkong Island.

Mit einem frühen Schnellboot erreichten wir Lantau Island. Dort besuchten wir die Tian Tan Buddhastatue, der sich heute aber lieber im dichten Nebel versteckte. Er ist der weltweit größte sitzende Buddha, der 34 m hoch ist. Hinter dem Big Buddha befindet sich das Po Lin Monastary – ein Kloster, das die Große Halle der 10.000 Buddhas beheimatet. Mit der Seilbahn ging es zurück nach Hongkong, wo es zu Fuß durchs Handelsviertel ging, wo getrocknetes Meeresfutter sowie pflanzliche Heilmittel angeboten werden. Im Man Mo Tempel wurde ich so eingeräuchert, dass die Klamotten bis zu meiner Rückkehr nach Deutschland in Quarantäne (also eine Plastiktüte) wanderten. Dieser Rauch entstammt von riesigen Räucherkerzen, die in riesigen Spiralen von der Decke hängen. Den Sonnenuntergang erlebten wir dann beim Besuch des Monetary Authority Information Centre im 55. Stock des Two International Finance Centre. Nachts ging es zu einer Foto-Session nach Tai Hang, wo dunkle Wohnblöcke zum Leben erweckt wurden. In Gesprächen mit Anwohnern mit anfangs irritiert blickenden Bewohnern konnte ich Ihnen zeigen, warum sich jemand nachts mit Stativ und Foto in dunklen Hinterhöfen herumtreibt.

Start ins neue Jahr

Den letzten Tag des Jahres starteten wir in der Golden Computer Arcade, einem riesigen mehrstöckigen Gebäude mit unzähligen Elektronik-Läden, um mir noch eine Speicherkarte zu kaufen. Gegen Nachmittag machten wir uns dann auf den Weg zum Victoria-Peak. Da die Zahnradbahn leider eine viel zu lange Wartezeit gehabt hätte, fuhren wir mit dem Linienbus in Richtung Gipfel. Von der Aussichtsplattform hatten wir einen fabulösen Blick über Hongkong. Zwar war es schon tagsüber recht diesig, aber dennoch gab es ein paar Momente, wo Sonnenstrahlen sich Ihren Weg durch die Wolken bahnten. Wir blieben mehrere Stunden an der Glasfront, um auch den Sonnenuntergang und die beleuchtete Stadt bestens erleben zu können. Anschließend ging es zurück nach Causeway Bay, wo wir nach einem Abendessen das Feuerwerk über der Bucht von einem Fußgängerübergang betrachtet haben. Das klingt zunächst unspektakulär, doch war es echt schön, da zum einen die Chinesen Feuerwerk so richtig können – wer sonst hatte noch lachende Smileys als Figuren bei sich am Himmel? – und zum anderen, da sonst keiner irgendein Teil zum Anzünden (sei es Böller, Rakete oder Wunderkerze) angezündet hat.

Zum Jahresbeginn besuchten wir das „Lucky Start“ Pferderennen auf dem Sha Tin Racecourse. Dort wollten wir unser Glück mit Pferdewetten versuchen, doch brachte unser Wetteinsatz keinerlei Ertrag. Für viele Hongkonger war dies aber ein aufregender Start ins neue Jahr und sie waren mit vollem Elan dabei, Ihre Wettzettelchen abzugeben. Als Höhepunkt des Starts wollten wir einem Restaurant mit einem Michelin-Stern, Kam’s Roasted Goose, den ersten Abend ausklingen lassen. Doch waren die Wartezeiten für einen Tisch anhand der Menge vor dem Laden nur schwer zu schätzen. Was spricht also dagegen, das prämierte Essen „To-Go“ zu bestellen. Mit unserer köstlich duftenden Plastik-Tüte liefen wir in Richtung unseres Hotels. Da es aber viel zu weit entfernt gewesen wäre, noch warm zu speisen, machten wir kurzerhand auf einer Verkehrsinsel Picknik und genossen dort unser Festmahl. Zum Ausklang des Tages fuhren wir mit den „Escalators“, einer langen überdachten Rolltreppe, in die höher am Hang gelegenen Stadtteile.

An unserem letzten Tag besuchten wir den viktorianischen Hong Kong Park. Neben einem Zoo mit ca. 160 Vogelarten gibt es hier so etwas wie eine Drive-In-Standesamt, die „Cotton Tree Drive Marriage Registry“. Das ist jetzt vermeintlich nicht ganz so Las Vegas-mäßig, aber dennoch geben sich hier die Bräute die Klinke in die Hand. Unser letztes Restaurant sollte das „Crystal Jade“ sein, wo wir neben einer irren scharfen Nudelsuppe vor allem Dumpling genossen. Den Sonnenuntergang wollten wir vom höchsten Gebäude der Stadt, dem Sky 100, genießen. Leider war es sehr bewölkt, so dass man kaum den Grund ringsum das Hochhaus – geschweige denn die Skyline auf von Hong Kong Island – klar sehen konnte.

Abreise

Gegen neun Uhr abends holten wir unser im Hotel deponiertes Gepäck ab, um mit dem Bus wieder in Richtung Flughafen zu fahren. Dabei konnten wir unsere Blicke nochmals über die vorbeiziehenden leuchtenden Häuserfassaden schweifen lassen. Der Check-In war rasch erledigt und so mussten wir nur noch acht Stunden auf unseren Flug warten. Nach einer Nacht mit viel Warten im Check-In-Bereich, der Abflughalle, im Flieger und an der Gepäckausgabe in München, stürzten wir uns gegen 22 Uhr in die S-Bahn nach Hause.

Zum Abschluss möchte ich noch kurz ein Beispiel geben, wie sich der Wechselkurs auf die Preise auswirkt. Wie der ein oder andere schon mitbekommen hat, habe ich während meiner Weltreise angefangen, einen BigMac-Index zu erstellen. So kostete im Juli 2008 kostete der BigMac noch 15 HK$ = 1,25 €, auf dieser Reise am 2.1.2016 waren es 19,20 HKD = 2,28 €. Das heißt, während sich der Burgerpreis für die Hongkonger um 28% erhöht hat, ist er für mich in Euro um 82% teurer geworden (durch den geänderten Wechselkurs). Daher wurden meine Shopping-Pläne für Foto-Zubehör hinfällig, da eigentlich alle Artikel zum gleichen Preis – oder sogar teilweise günstiger – hier in Deutschland zu bekommen sind. Dazu kommt, dass es bei den meisten Artikeln auch nur eine lokale Garantie gibt, was das Einkaufen für meine anvisierten Artikel unattraktiv gemacht hat.

 

Tipps:

  • Octopus Card: Eine Karte zum bargeldlosen und kontaktlosen Bezahlen von Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, in Kiosken, Restaurants, …, die man an einfach aufladen kann und dann an die jeweiligen Lesegeräte hält. Das beschleunigt den Kaufvorgang und erspart einem das lästige Zählen der richtigen aber fremden Münzen und Scheine. Die Karte gibt es in einer Touristen Auflage in den 7Eleven-Shops zum Kauf (39 HK$), oder aber auch zum Ausleichen (On-Loan 50 HK$ Pfand) direkt am Flughafen am Schalter der MTR.
  • Sim-Karte für mobiles Internet: Hier kann ich die Tourist Sim Card empfehlen, die es als 5- oder 8-Tages-Karte direkt am Flughafen bei 1010 in der Ankunftshalle gibt. Kaufen – Einstecken – läuft.
  • Zum Planen seiner Reise empfehle ich die Seite www.discoverhongkong.com/de, die neben den Sehenswürdigkeiten auch ein persönliches Planungstool, eine App und viele nützliche Infos bereithält.
  • Wer die Stadt zu Fuß erkunden möchte, trägt am besten bequeme Schuhe. Es gibt für eine Großstadt überraschend viele Stufen – sei es um die höher gelegenen Stadtteile zu erreichen oder auf den langen Rolltreppen schneller voran zu kommen.
  • Für fotobegeisterte Reisende gehört ein Stativ unbedingt zur Ausstattung. Es bieten sich hier in dieser Metropole viele Möglichkeiten für den Einsatz – sei es zur nächtlichen Langzeitbelichtung oder ein ruhiges Bild in den Tempeln.

 


Neu: Newsletter

Ab jetzt können Ihr meinen Newsletter bestellen, um zukünftig auf dem Laufenden zu bleiben. Hier geht es zur Anmeldung.

Tag 66-68: Letzte Tage in China

1.10.: Kleine Krieger in großer Halle
Heute sollte es also zur Terrakotta Armee gehen. Das war auch das einzige, was ich in der Kürze der Zeit hier machen konnte. Denn von vielen Leuten hatte ich schon gehört, dass das recht schön sein soll. Also ging es früh morgens mit dem Bus und anderen Gästen aus meinem Hostel zuerst in eine Fabrik, wo kleine Krieger produziert wurden, um auch auf jeden Fall etwas zu kaufen. Aber von unserer Gruppe hat keiner etwas gekauft, wodurch eine Provision für unseren Guide wegfiel. Schade auch. Dann war erstmal die Autobahn gesperrt, warum auch immer. Der Umweg war dann nicht wirklich besser. Wir standen schon rund zwei Kilometer vor dem Eingang im Stau. Also beschlossen alle, zu laufen, um nicht Zeit im Auto zu verschwenden. In der ersten Halle konnten wir dann erstmal sehen, wie sich haufenweise Chinesen durch Gänge schieben und mit Blitz versuchten Sachen hinter Glasscheiben zu fotografieren. Dann ging es endlich in die große Halle, um die richtigen Krieger zu sehen. Da standen dann so viele Leute am Gitter, dass man nichts sehen konnte. Von der Seite hatte ich dann aber die Gelegenheit, ein paar Fotos ohne Leute machen zu könne. Es war halt eine große Halle, wo ein paar ausgegrabene und noch viel mehr noch nicht ausgegrabene Statuen waren. In den anderen Hallen waren dann noch mehr Figuren, die teilweise gerade ausgegraben wurden. Danach ging es wieder zurück zum Hostel, um meinen Rucksack zu holen und dann zum Flughafen. Nicht mal für ein Abendessen blieb Zeit. Nachdem ich wegen Verspätung meines Flugs schon so spät ankam, dass der Transrapid nicht mehr fuhr, musste ich mit dem Taxi in die Stadt fahren. Zum Glück waren das noch Chinesische Preise und ich konnte mir noch die Kosten mit Lars, einem in Xi’an kennengelernten Deutschen, teilen.

2.10.: Feiertage führen zum massigen Auftreten der Chinesen
Heute musste ich erstmal ein Paket mit dem gerade abgeholten Anzug auf die Reise schicken. Danach ging es mit Lars noch mal zum Jin Mao Tower. Da gerade nationale Feiertage waren, war es unglaublich, wie viele Chinesen überall waren. Massig! So waren alle Bürgersteige viel zu schal und selbst auf den okkupierten Spuren auf der Hauptstraße schoben sich die Chinesen vorwärts. Beim Jin Mao Tower war es so, dass sie sich fast hundert Meter lang für die Besucherterrasse angestellt haben, die Unwissenden. Nachdem ich ja schon mal dort war, wusste ich, dass die Cloud 9 Bar im Grand Hyatt nur einen Flur darunter liegt. Heute war der Ausblick etwas besser, gerade weil auch Dämmerung war. Danach wollten wir noch etwas essen gehen, doch alles war belagert von Chinesen. Die schoben sich im Schneckentempo durch die Straßen. Letztendlich bekamen wir dann zum Glück noch einen Platz im Dumplings-Restaurant, das ich schon von meinen ersten Tagen hier kannte und sehr lecker war.

3.10.: Letztes Mal Transrapid fahren
Heute stand also der Flug nach Tokyo an. Nach über zwei Monaten musste ich China verlassen, das ich irgendwo auch lieb gewonnen hatte. Ob das nur am leckeren und günstigen Essen lag, mag ich bezweifeln. Nachdem es ja nach neun Uhr war, fuhr der Transrapid mit Höchstgeschwindigkeit und war auch bei meiner dritten Fahrt ein Erlebnis.

Die Fotos hierzu findet ihr im Album Shanghai & Xi’an (am Ende gucken).

Tag 59-65: Tibet Teil 2

24.9.: Everest Base Camp wir kommen!
Heute ging die Fahrt dann in Richtung des Everest. Auf dem Weg dorthin wurde die Landschaft immer karger und unbewohnbarer. Beim Passieren der Schranke, wo man die Tickets für den Nationalpark kaufen kann, wurden wir gefragt, ob wir einen Chinesen mitnehmen können. Nach kurzem Überlegen haben wir ihn mitgenommen, was sich als Glücksgriff herausstellen sollte Die Straße, bzw. die Schotterpiste, war extra für den Fackellauf der Olympischen Spiele neu gebaut worden Zu erahnen wie es zuvor gewesen sein muss, konnte ich nur beim Betrachten von alten Abschnitten, die neben der neuen verliefen. Als wir am Checkpoint beim Rhongbuk Kloster angekommen waren, wurde uns die Weiterfahrt ins EBC erst verweigert, da unser Permit diesen Eintrag EBC vermissen ließ. Doch da kam unser Chinesischer Weggefährte ins Spiel. Er arbeitete für das Militär und erzählte seinen Kollegen, dass der Guide seine Cousine sei und er Verantwortung für die Gruppe übernehme. Das war echt mal ein netter Zug gewesen und so konnten wir weiterfahren. Gestoppt haben wir dann rund 100 m unterhalb des richtigen Base Camps in einer kleinen Zeltstadt. Von hier bin ich am Abend schon mal hoch gelaufen, da ich mein Glück versuchen wollte, was aber erfolglos war, da sie selbst für ein Foto alle Papiere sehen wollten, sofern man kein Chinese ist. Kurz vor dem Abendessen hatte es dann begonnen, leicht zu schneien. Nach ein paar Nachfotos von einem mir bis dato so Sternenklaren Himmel und einem breiten weißen Band der Milchstraße ging es in das Zelt zum Schlafen.

25.9.: Everest gesehen und dann gemütlich stecken geblieben
Heute Morgen ging es dann mit unserem Guide und allen Papieren zum Basecamp. Diesmal kam ich auch weiter als bis zum Militärzelt. Aber das was danach kam, war eigentlich nur Leere. Denn der Platz, wo normal die Zelte stehen war völlig verweist und kein einziges Zelt da. Auch durfte man nicht weiter gehen, denn dann kam sofort ein Wachtmeister angerannt. Auch den Everest konnten wir zuerst nicht sehen, denn die dichten Wolken ließen es nicht zu. Immerhin konnten wir dann einen kurzen Blick durch die Wolken werfen, wo wir die Spitze sehen konnten. Danach ging es weiter nach Old Tingri. Doch auf dem Weg dorthin waren noch so einige Hürden zu meistern. Da ging es zuerst in ca. 4800 m über Schotterflächen, wo kaum eine Piste zu sehen war. Das war so lang OK, bis uns der erste Reifen geplatzt war. Der wurde von unserem Fahrer fix gewechselt und es konnte weiter gehen. Als wir dann schon fast am Ziel waren, mussten wir in einem Ort eine Umgehung fahren, da dort im ganzen Dorf Stroh zum trocknen aufgestellt war. Doch irgendwie wolle da unser Mini-Van, der eben kein Allrad-Auto war nicht so mitmachen und blieb stecken. Zuerst versuchten wir, den Wagen selbst wieder flott zu bekommen. Vergebens. Dann hat unser Guide im Dorf einen Trecker mit einem Einheimischen geholt. Doch selbst das war noch nicht genug und so musste sie noch mal los, um mehr Verstärkung zu holen. Dann kam ein ganzer Trupp mit Schaufeln und befreite das Auto nach mehreren Versuchen. Das hat dann insgesamt so rund 2 Stunden gedauert. Einige Meiner Mitfahrer wurden immer mehr angepisst. Warum kann ich nicht nachvollziehen, denn wer das billigste Auto bucht und keinen Allradantrieb wählt, sollte sich nicht beschweren, auch nicht über das „Hüpfen“ auf der Rückbank durch die wellige Straße. Vielleicht ist ihnen aber auch nur etwas nicht so gut bekommen – sei es das Essen oder die dünne Luft ;-). Ich empfand das Ganze als großes Abenteuer, denn bequem im Jeep dahindösen kann ich auch zu Hause.

26.9.: Fahrt mit Hindernissen
Heute sollte unser Ziel Zhangmu, der Grenzort am Friendship Highway nach Nepal sein. Doch auch heute gab es einiges zu erleben. Das fing schon damit an, dass ich früh morgens schon aufgestanden bin, um noch vor der gemeinsamen Abfahrt zu einem Aussichtshügel zu marschieren, um vielleicht doch den Everest zu sehen. Nach eisigen drei Stunden war es dann auch soweit und er zeigte sich, wenn auch nicht ganz so klar. Auf der Fahrt gab es dann wieder überwältigende Ausblicke zu genießen. Natürlich sollte das nicht alles bleibe. Als wir nach einer der paar Wasserdurchfahrten, zu denen wir schon sicherheitshalber heute ausstiegen, wir wieder einsteigen wollten, fiel mir der doch recht platte Reifen auf. Super! Natürlich kamen wir gestern so spät an, dass in dem Mini-Örtchen kein Reifen-Reparier-Laden (falls es hier so was überhaupt gab) offen hatte, und wir jetzt keinen Ersatzreifen hatten. Also was blieb uns so weite von Zivilisation entfernt anderes übrig, als weiterzufahren? Nichts. Das ging dann so lange gut, bis sich mit einem Knall auch noch die Karkasse verabschiedet hat und wir nur noch auf der Felge fuhren. Wir sind dann bei anderen eingestiegen, um ins nächste Dorf zu kommen und dort zu Essen und auf unseren Fahrer zu warten, bis er das reparierte Auto vorm Restaurant vorfährt. Die letzten 30 km mussten wir ewig langsam zurücklegen, da es viele Höhenmeter hinab ging wo es begonnen hatte viel zu regnen. Dementsprechend war auch die Straße der Freundschaft gewesen: Erdrutsche und Felsstürze säumten den Wegesrand und machten mich nicht wirklich zuversichtlich. Schließlich sind wir nachts in Zhangmu angekommen.

27.9.: Erster Rückfahrtag der Fahrt zurück nach Lhasa
Heute wurden die anderen im Hotel zurückgelassen, denn sie wollten selbst zur Grenze kommen. Also fuhren mein Guide, der Fahrer und ich uns auf den Weg zurück nach Lhasa. Anscheinend ist es bei denen Mode, Leute da mit zurück zu nehmen, um sich so etwas hinzu zu verdienen. Erst saß einen Frau mit im Wagen, später noch zwei Männer. Und im Prinzip hatte ich den Wagen bezahlt. Irre, oder? Bei unzähligen Checkpoints, die wir schon auf der Hinfahrt passiert hatten, musste ich jedes Mal mich mit Reisepass vorstellen. Natürlich sollte auch heute wieder etwas mit unserem Wagen passieren. So wurde heute ein Reifen bei rasanter Fahrt über eine Hochebene geschrottet. Aber wir hatten heute ja Ersatz. Nach langer Fahrt kamen wir spät nachts in Shigatse an, wo wir für die Nacht bleiben sollten.

28.9.: Zum Abschied noch mal Yak
Nachdem es heute schon recht bald los ging, kamen wir in Lhasa an, wo mein Hotel erstmal ausgebucht war. Dann sollte ich eines weiter weg vom Zentrum bekommen, wo ich aber Einspruch einlegte, da ich nicht im Nirgendwo sitzen wollte ohne Laden zum Einkaufen für die morgige Zugfahrt. Also wurde schnell umdisponiert. Nachdem ich genügend Essen für die 36-stündige Fahrt nach Xi’an besorgt hatte, ging ich mit meinem Guide noch einmal typisch tibetisch essen, was aus Yak, Curry-Reis und Kartoffeln bestand. Den Buttertee hab ich nicht angerührt.

29.9.: Zurück nach Golmud
Heute sollte also schon um 8:30 Uhr Abfahrt sein, was mal wieder früh aufstehen hieß. Die Kontrollen am Bahnhof waren für mich als Westler heute mal echt relaxed. Ich musste nix auspacken, nirgends anstehen und wurde sogar in bevorzugt durchgewunken. Das hätte ich nicht erwartet. Vielleicht wollten sie mich auch nur so schnell wie möglich aus Tibet raus bekommen? Nachdem ich den Gesundheitszettel ausgefüllt hatte, durfte ich mich auch in den Zug begeben, wo ich erstmal bis zum Abend alleine in der Kabine wohnen sollte. Heute sollte die Zugfahrt mir also Gebiete zeigen, die ich bei der Hinfahrt noch nicht gesehen hatte. Schon beim Einsteigen habe ich zwei Kanadier getroffen, mit denen ich dann abends Karten gespielt habe und ihren letzten Rest Wodka mit Ahornsirup vernichtet habe.

30.9.: Letzte Zugfahrt in China
Die Zugfahrt machte natürlich genauso wie gestern wieder viel Spaß und ich genoss die Aussicht. Das konnte ich solange machen bis irgendwelche Chinesen anfingen mein Territorium zu belagern – damit kannten sie sich anscheinend aus. So kam eine Oma mit ihrem Enkel. Dieser war anscheinend noch nicht ganz stubenrein, da sie ständig ihn kontrollierte, ob das was durch den Schlitz der Hose kam. Super. Sie selber fing dann auch noch an – nachdem sie eingepennt war – zu schnarchen und dabei zu furzen. Na super. Dass ich froh war, als sie die Kabine wieder verließ, brauch ich, glaube ich, nicht noch extra zu erwähnen. Gegen halb neun abends kam ich dann in Xi’an an und bin mit dem Bus zum Hostel gefahren. Ein Highlight war sicher noch mein Zimmergenosse im Bett nebenan, der mitten in der Nacht das Sprechen in voller Lautstärke begann.

Bilder hierzu findet ihr im Album Tibet.

Teil 1 nicht gelesen? Hier entlang…

Tag 52-58: Tibet Teil 1

17.9.: Platzende Plätzchen
Nachdem wir gestern um halb neun Abends gestartet waren, verbrachten wir heute den ganzen Tag im Zug. Nur einmal bin ich kurz ausgestiegen, um Äpfel bei einem Händler am Bahnsteig zu kaufen. Ansonsten war heute nicht so viel los. Während der Fahrt konnte ich neben dem Genießen des Ausblicks noch etwas am PC tippen. Heute sollte es erstmal nur auf schon älteren Abschnitten in Richtung Golmud gehen. Dort beginnt ja erst der neu erbaute Abschnitt. Geplante Ankunft war irgendwann nach Mitternacht. Aufgeschreckt von mehreren lauten Knalls habe ich mich mal auf die Suche gemacht, woher das kam. Es waren die Verpackungen der Kekse, die explodiert waren. So war der Druckunterschied schon unterhalb von 3000 m so groß, dass die Verpackung nicht mehr mitgespielt hat. Die Chips von Robert waren dem Platzen schon nahe, wollten aber noch nicht und wir haben sie zur besseren Kontrolle auf dem Tisch stehen gelassen.

18.9.: Endlich in Lhasa angekommen
Peng! So sind alle im Abteil gegen halb drei aufgeschreckt, denn die Tüte Chips war endlich explodiert. Nachdem dieses Experiment abgeschlossen war, schliefen die anderen weiter, ich jedoch habe gewartet bis wir endlich in Golmud angekommen sind, um die Koordinaten zu bekommen. Da der Zug Verspätung hatte (oder ich einen alten Plan) war ich noch lange wach. Am Morgen dann konnten wir endlich den Ausblick auf die neue Strecke des Tibet-Express genießen. Auf der Fahrt selber gibt es eigentlich keinen speziellen Punkt, der interessant ist. Es ist vielmehr die gesamte Fahrt und die Landschaft in über 4000 m Höhe. Blöd ist nur, dass sich die Fenster wegen dem innen zugeführten Sauerstoff nicht öffnen lassen. Für die Extremfälle werden auch Headsets mit direkter Sauserstoffzufuhr ausgeteilt. Irgendwann gegen Mittag haben wir dann einen längeren Stopp auf über 4700 m gemacht. Als ich dort mal kurz über den Bahnsteig gerannt bin, hatte ich die dünne Luft schon gemerkt, war ich ja noch nicht akklimatisiert. Am Abend sind wir dann in Lhasa angekommen und der Verkehr war sehr erholsam. Hier war ja eigentlich nix los, wenn man aus einer Großstadt kommt. Dann ging es ins Hotel, das wir gebucht hatten. Das waren dann halt die Doppelzimmer in dem Youth Hostel. Aber die waren soweit in Ordnung.

19.9.: Potala Palast und Jokhang Tempel
Heute sollte uns unser Führer um halb elf abholen, um mit uns den Potala Palast zu besichtigen. Doch wir haben uns mit der Gruppe schon viel früher getroffen, um schon am ersten Tag ohne unseren etwas planlos wirkenden Guide, eine 19-jährige Tibeterin, allein durch die Straßen zu gehen. Solange wir keine Free Tibet-Fahne herauszogen sollte es auch kein Problem sein. Und so war es auch. Uns hat keiner gefragt, wo unser Guide ist, ohne den man ja angeblich nix machen kann. Scheint aber in Lhasa nicht so zu sein. Vom Potala Palast war ich dann doch etwas enttäuscht. So sieht man ihn erhoben über der Stadt aufragen. Ich dachte, er hätte mindestens eine große Empfangshalle. Aber der Raum, in dem der Dalai Lama früher Gäste empfing ist doch recht aufgeräumt. Nach dem Mittagessen, das typisch tibetisch gewesen ist, ging es in den Jokhang Tempel. Der war auch schön anzusehen, doch ich habe schnell festgestellt, dass ich mit weiten Landschaften auch hier mehr anfangen kann, als mit Museen und Tempel. Gehört hier aber auch auf jeden Fall dazu.

20.9.: Wandern am Namtso Lake
Heute besuchten wir den Namtso Lake, einen der drei heiligen Seen in Tibet. Mit unsrem Mini-Van. Mit einem Speed-Permit, das kontrolliert, ob man zu schnell fährt, ging es dann entlang der Eisenbahnstrecke in Richtung Norden. Nach einer doch recht langen Bergauffahrt, konnte ich endlich schneebedeckte Berge sehen. Kurz darauf erreichten wir den Pass auf 5200 m. War ganz schön windig da. Im Kloeingang lag sogar noch Altschnee. Unser als Trek angepriesener Ausflug wäre ein Spaziergang über 30 km entlang der Straße gewesen. Irre, das als so was zu verkaufen. Aber wir sind dann eigenmächtig einfach mal quer über die Wiese gelaufen, ohne zu wissen, wohin es ging. Während dann manche an zu breiten Gräben gescheitert sind und den gleichen Weg zurück mussten, trafen wir unterwegs ein paar Kinder, deren Familie uns dann in ihr Zelt eingeladen hatte. So gab es dort leichten Buttertee und Yak-Darm zu Essen. Super Kombination. Als wir dann am See selbst angekommen waren, ging es einigen unserer Gruppe nicht mehr so gut, was wohl etwas mit der Höhe von 4700 m zusammengehangen hat, und wir konnten nicht so lange wie gedacht am See verweilen. Für einen kurzen Spaziergang auf einen Aussichtshügel hat es noch gereicht und ich konnte meinen Blick über den türkisfarbenen See schweifen lassen. Nachdem wir am Abend zurück in Damshung und rund 500 m tiefer waren, besserte sich der Gesundheitszustand der angeschlagenen und es gab Nudeln. Lecker.

21.9.: Tibetisches Drama – ein Drama!
Heute standen eigentlich auf der Rückfahrt nach Lhasa heiße Quellen an. Da dort aber gleich nebenan eine neue Fabrik eröffnet hat, sollen die paar heißen Wasserteile dann an Charme verloren haben. In Lhasa selbst stand nichts auf dem Programm und ich musste mich darum kümmern, wie ich am Ende meiner Reise aus Lhasa rauskomme. Flug war mir zu teuer gewesen und außerdem mag ich Zugfahrten mit mehr als 24 Stunden. Und so entschied ich mich, auch wieder mit dem Zug zurückzufahren. Am Abend hatten wir dann noch ein Tibetisches Drama gebucht. Das war es dann auch. Es war eine typische Touri-Veranstaltung. Natürlich waren auch Deutsche dort und Franzosen. Zum Glück wurde ich nicht als Deutscher hier erkannt und angesprochen. Beim Buffet habe ich dann mal so richtig zugeschlagen, schließlich musste ich den Preis ja irgendwie rechtfertigen. Die Aufführung selbst war eher ein Witz gewesen, wo irgendwelche Kellner sich ein Tuch überwarfen, an einer Klampfe zupften und (ich nehme mal an) der Koch dazu sangen. Dann haben die Bedienungen getanzt und der Höhepunkt war ein daher gehoppeltes Yak. Na spitze. Wenigstens war ich satt.

22.9.: Flucht vor aufdringlichen Verkäufern
Heute ging es zum nächsten heiligen See, dem Yamdroktso Lake. Auf dem Weg dorthin sollten wir auch wieder über einen Pass mit mehr als 5000 m Höhe erreichen. Oben angekommen kamen noch bevor der Fahrer den Motor ausmachen konnte eine Horde Tibeter angerannt, die uns allen möglichen und unmöglichen Kram andrehen wollten. Die haben an den Türen geklopft und an den Scheiben gekratzt. Unsere Einhellige Meinung war: Scheiß auf Fotos und nix wie weg. Also ging es unverzüglich weiter, zum Erstaunen unserer einheimischen Begleiter. Der nächste Stopp war dann viel gemütlicher, wir hielten nämlich bei einem einsamen Bauern und seinem Yak. Er bot Yak-Reiten an. Was soviel hieß, er hielt das Yak, man stieg drauf und dann drückte jemand auf den Foto. Hat auch prima geklappt, wie ihr sicher schon gesehen habt.

23.9.: Flucht vor dem Essen
Heute machten wir in Shigatse einen Zwischenstopp bei einem Kloster. Leider war das Fotografieren und Filmen verboten – außer man kaufte sich eine Lizenz für mehr als 150 Euro – pro Tempel. Und es gab vier hiervon. Mittagessen wollten wir dann, wie schon oftmals zuvor, in einem kleinen Restaurant an der Straße. Uns kam beim Bestellen schon komisch vor, dass die Bedienung gleich nach nebenan lief. Wir dachten, sie kochen halt gemeinsam mit dem Nachbarrestaurant, was durchaus mal vorkommen kann. Doch nachdem wir nach 35 Minuten noch immer unser doch recht einfaches Essen nicht hatten wollten wir gehen. Doch urplötzlich kam auch schon die Dame mit dem Tablett. Doch das was da drauf war, war alles andere als das, was wir bestellt hatten. Wir hatten gebratenen Nudeln geordert und keine Suppe. Noch dazu schien der Salat schon mehr als 5 Tage alt gewesen zu sein. Also verließen wir ohne zu zahlen das Restaurant. Zwar wollten sie die Polizei holen und versuchten das auch, doch das ließ die kalt und wir gingen in ein anderes Restaurant. Am Abend waren wir dann auch in Lhatse angekommen, wo unser Hotel seine besten Zeiten wohl vor ca. 30 Jahren hatte.

Teil 2 von Tibet – hier geht’s weiter…

Fotos hierzu findet ihr im Album Tibet.

Tag 48-51: Faule Pandas und ein Riesenbuddha auf dem Zwischenstopp

13.9.: Einsame Zugfahrt
Heute sollte also meine zweite Zugfahrt in China stattfinden. Und das nicht nur mal über Nacht, sondern satte 25 Stunden. Eingedeckt mit allerhand Nahrung machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof. Verwundert hat mich, dass keiner mehr in mein Softsleeper-Abteil mehr gekommen ist. War mir auch recht. Aufgeregt hat mich allerdings, dass die Steckdose nicht wollte und ich daher auf Handarbeit und dem Stift greifen musste. Die Zeit verging auch so ganz schnell und schon bald brach die Nacht herein. Zum Abendessen gab es das erste mal eine Instant-Nudelsuppe. Geschmacklich für den Preis OK. Heißes Wasser gab es ja immer im Zug. Nett war auch der kurzfristige Stromausfall an Bord.

14.9.: Ankunft in Chengdu
Gut ausgeruht kam ich heute nach mehr als einem Tag in Chengdu an. Unterwegs war auch keiner mehr in mein Abteil zugestiegen und somit hatte ich eine ruhige Zugfahrt. Am Bahnhof wurde ich dann auf Schilder von zwei Hostels aufmerksam. Da ich wie so oft noch keine Reservierung hatte, bin ich bei dem mitgegangen, der mir den besseren Eindruck gemacht hat. So habe ich mir auch noch die Fahrtkosten und die Mühe zu laufen erspart. Das einzige was ich heute noch gemacht habe ist, dass ich in einem Computer-Center mir eine neue Festplatte zur Datensicherung geholt habe.

15.9.: Fahrt zum Riesenbuddha in Leshan
Heute musste ich mal in das Büro meiner Reiseagentur gehen, um zu bezahlen und letzte Dinge zu klären. Eigentlich hatte ich gedacht, dass ich nur einen Tag in Chengdu bin, was sich aber als Fehler herausgestellt hat. Lag wohl daran, dass der Termin sich dreimal verschoben hat und ich dann irgendwann was verwechselt habe. Immerhin war ich nicht zu spät angekommen. Da gerade erst Mittag vorbei war, wollte ich mir noch was ansehen und entschied mich für den größten sitzenden Buddha in Leshan. Mit dem Bus ging es also dorthin. Angekommen stand ich im Nichts und wollte nicht in die Fänge der Touri-Schlepper gelangen, also ging ich daran vorbei und wollte selbst hinkommen. Ist aber gar nicht so einfach, doch eine nette Chinesin hat mir die Buslinie gesagt und mir sogar die Fahrt bezahlt. Als ich dort meinen Eintritt bezahlen wollte, sah ich dass sie übermäßige Preise verlangen. Studenten sollten 60% weniger Zahlen. Also mal meinen Ausweis hervorgekramt. Besser gesagt meine Immatrikulationsbescheinigung. Doch da die kein Bild hat, wollte sie mir keinen Rabatt geben. Sie konnte nur „No Picture“. Also hab ich ihr mal meinen Personalausweis unter die Nase gehalten. Da sie ja nix verstand, hat sie wohl gedacht das wäre der Studi-Ausweis und hat gnädigerweise Rabatt gewährt. Nach einem kleine Tempel ging es die Stufen zu den Füßen des Buddhas hinunter. Unten sind mir dann die einzigen Westler aufgefallen. Irgendwie sind wir dann ins Gespräch gekommen und haben festgestellt, das wir im gleichen Hostel in Chengdu übernachten. Mit Maike aus Deutschland und Michael aus Australien wurde dann versucht, wieder nach Hause zu kommen, was nicht so einfach war. Wir haben gerade noch die letzten Tickets für den Bus bekommen. Stehplätze gibt es hier ja nicht.

16.9.: Früh aufstehen für aktive Pandas
Wenn ich so früh morgens wie heute aufgestanden bin, dann muss etwas Besonderes anstehen. War auch so. Heute ging es zur Pandaaufzuchtstation. Und da das faule Tiere sind, frühstücken sie bald am Morgen und legen sich dann für den Rest des Tages schlafen. Ich sollte meine Berufswahl noch mal überdenken. Panda wär’ doch auch was! Immerhin hat es sich ausbezahlt so früh dort gewesen zu sein, denn anderen Gruppen, die nach uns angekommen sind wurde erzählt, dass sie noch schlafen und später erst fressen. Denkste, die rühren sich heute nicht mehr. Lustig war auch der Film über die Aufzucht. Er ausgesehen wie mit einer achtziger Jahre Homevideo-Kamera gedreht und als dann das Panda-Baby zur Welt kam, steht im Untertitel, dass der Kameramann hier etwas zu spät dran war und daher es nicht aufgenommen hat. Herrlich. Dann bin ich noch Shoppen gegangen, um genügend Essen für die knapp zwei Tage dauernde Fahrt zu kaufen. Am Abend kam dann unser Organisator und hat zum Bahnhof gefahren und uns das Permit sowie die Zugtickets gegeben.

Fotos findet ihr im Album Chengdu.

Tag 44-47: Karstberge und Reisterrassen – Absolute Highlights

9.9.: Flussfahrt zwischen Karstbergen
Nach einem Spontanentschluss, meine Reise erst nach Yangshuo gehen zu lassen, in der Hoffnung, dort evtl. Internetzugang zu bekommen, der auch funktioniert, ging es um acht los in Richtung Pier. Zuvor wurden aber noch diverse andere Hostels abgeklappert und Leute eingesammelt. Wir, die Panda-Gruppe, hatten einen aberwitzigen Reiseleiter, der es liebte seine zwei auswendig gelernten Scherze (Wenn jemand fehlt im Bus, soll der sich bitte melden) immer wieder anzuwenden. Mit dem Schiff ging es dann auf dem Li-River von Guilin nach Yangshuo. Schon kurz nach dem Start fuhren wir an Karstbergen vorbei, welche sich imposant neben uns erhoben – mindestens genauso oft erhob sich aber auch unser Foto. In meiner Gruppe waren einige sehr nette Rucksackreisende dabei, daher machte die später dann etwas langweilig werdende Schifffahrt noch immer Spaß. Angekommen habe ich eine Achlusstour gewählt, da es mit dem Bus am einfachsten war, dort hinzukommen. Dort waren dann eigentlich nur Leute aus unserer Gruppe auf dem Ylong River auf Bambusbooten unterwegs.

10.9.: Radtour um Yangshuo
Heute hab ich mir mit Dan, den ich gestern erst kennengelernt habe, Räder geliehen, da wir den Mondberg sehen wollten. Wir sind zwar erst recht spät losgekommen, da ich meinen gescannten Pass noch an die Reise-Agentur in Chengdu mailen musste und hier irgendwelche Filter meinen Webmailer blockten, doch es war noch früh genug. Den Mondberg haben wir dann auch gesehen, war aber nicht wirklich spektakulär. Daher bogen wir auf der Rückfahrt einfach mal links von der Hauptstraße ab, was sich als Glücksgriff herausstellen sollte. So fuhren wir über Feldwege, Pfade und kleine Straßen, wo noch das traditionelle Leben vorherrschte. Die kannten zwar Touristen, hatten mit ihnen abern nix am Hut. So konnten wir Bauern im Reisfeld, noch mehr Wasserbüffel und traditionelle Arbeit sehen. Am Abend ging es dann zurück nach Guilin mit dem Bus.

11.9.: Anreiseprobleme bei den Reisterrassen
Da ich von gebuchten Touren erstmal genug hatte, wollte ich die Reisterrassen selber erkunden. Mit ein paar Infos von Bekannten im Gepäck wollte ich nach Dazhai mit dem Bus fahren. Das ist das zweite und nicht so mit Touristen überlaufene Tal der Reisterrassen nahe Longshen. Als ich also in Longshen angekommen war, machte ich mich auf die Suche nach einem Bus nach Dazhai, wohlwissend, dass die meisten mich nach Ping’an karren wollten. Nachdem ich fünfmal nachgefragt hatte beim Fahrer und der „Servicekraft“ (hier wohl die eigene Frau), und die Dazhai fahren wollten, stieg ich also ein. Unglücklicherweise hat mir niemand gesagt, dass man für meinen Zielort umsteigen muss und so war ich doch in Ping’an angekommen. Da es schon spät war, wollte ich die 5 Stunden Fußmarsch über die Reisterrassen samt vollem Gepäck nach Dazhai nicht mehr in Angriff nehmen. Also ging es mit dem Bus wieder hinunter und von dort habe ich mich erstmal zu Fuß auf gemacht in das richtige Tal. Irgendein Bus oder so würde schon kommen, dachte ich. Nach gut einer halben Stunde Fußmarsch war es dann auch soweit: Das erste Auto kam vorbei. Und es hielt sogar. Es war ein Chinesisches Pärchen, das eine Hotelreservierung in den Bergen hatte. Prima, genau da wollte ich auch hin. Sie hatten nichts dagegen und so schloss ich mich ihnen an. Nach einer abenteuerlichen Fahrt auf rutschigem Untergrund am Rand des Abhangs ging es auf einer nicht ganz so öffentlichen Straße die Berge hoch. Plötzlich hielten wir an und aus dem Nichts stand eine Frau samt Korb vor unserem Auto. Sie war gekommen, um die beiden abzuholen und ins Hotel zu bringen. Die hatten echt nur Mini-Tagesrucksäcke und ließen sie dennoch tragen. Meiner wog mal flotte 25 kg, doch das war halt mal so und störte mich nicht. Nach rund einer dreiviertel Stunde Fußmarsch waren die ersten Reisterrassen zu sehen. Leider wurde es schon etwas dunkel, doch störte das nur auf den Bildern, nicht meine Eindrücke. Nach eineinhalb Stunden waren wir im Hotel angekommen und ich glaube, allein hätte ich das so nicht gefunden. Unser Hotel stand fast ganz oben und mein Zimmer war im 2. Stock mit einem irren Ausblick auf die Reisterrassen ausgestattet, die direkt vor dem Haus begonnen.

12.9.: Herrliche Ausblicke über die Reisterrassen
Nachdem die Nacht recht unruhig war, auf der einen Seite stöhnte das Chinesische Pärchen, auf der anderen Seite schnarchte einer so, dass mein Bett vibrierte (die Häuser waren oben komplett aus Holz), stand ich dennoch rechtzeitig auf, um den Sonnenaufgang zu sehen. Leider war es wie gestern auch schon recht trüb und so gab es nur eingeschränkte Sicht. Danach machte ich noch eine Tour durch die Reisterrassen, um an die Busstation von Dazhai zu kommen. Die Ausblicke über die unzähligen Felder waren unbeschreiblich und haben sich gar nicht so richtig auf Fotos festhalten lassen. Gegen Nachmittag war ich wieder in Guilin, wo ich letzte Dinge für Tibet klären musste und Einkaufen für die morgige Zugfahrt gegangen bin.

Fotos hierzu findet ihr im Album Guilin.

Tag 36-40: Wanderung im Huang Shan

1.9.: Erlebnisfahrt mit dem Bus
Nachdem der Bus heute Morgen überpünktlich gestartet war, dauerte es über eine Stunde, bis der Bus aus der Stadt draußen war. Danach ging es recht fix in Richtung Tunxi. Auf dem Weg dorthin gab es erstmals etwas anderes als Großstadt zu sehen. Leider wurde man die ganze Zeit von irgendwelchem grässlichen Techno beschallt. Die Highlights dabei waren Technomusik zu McHammer Videos sowie in Unterwäsche tanzende Mädels. In Tunxi selbst war ich heute wohl der einzige Nicht-Chinese. Jeder hat sich nach mir umgedreht und getuschelt, als wäre ich etwas völlig Eigenartiges. In Tunxi selbst bin ich über die Souvenir-Straße „Lao Jie“ gelaufen. Im Vergleich zu Shanghai wollte mir hier niemand etwas andrehen.
Danach wollte ich den im Lonely Planet (LP) beschriebenen Bus nach Tangkou gab es nicht. Dafür wurden mir immer dubiosere Preise dorthin angeboten oder Unterkünfte vor Ort. Die hatten sich auf diesen Fehler also schon eingestellt. Doch meine Hartnäckigkeit, heute noch dorthin zu kommen, zahlte sich aus. Ein Busfahrer hat einem Chinesen etwas aufgeschrieben. Dieser hat dann mit seinen drei Worten Englisch mich ins Taxi verfrachtet und dem Fahrer den Zettel gegeben. Ich wusste also nicht wo es hingehen sollte. Doch anscheinend gibt es einen zweiten Busbahnhof außerhalb, wo ich auch noch den letzten abfahrenden Bus erwischte.
In Tangkou angekommen wollte ich das im LP günstigste Hotel ansteuern, doch niemand konnte hier Englisch. Nach etwas hilflosem Umhergucken sprach mich auf Englisch jemand an, ob ich Hilfe brauche. Es war Simon Cheng, einer von zwei Englisch sprechenden im Ort. Er hat mir angeboten zu helfen. Da ich keine bessere Idee hatte und es schon dunkel war, habe ich sein Angebot angenommen Er hat mir ein Hotel günstiger als im LP organisiert, Essen in seinem Restaurant zubereitet, das Zimmer auf dem Berg gebucht und das Zugticket für meine Weiterfahrt gekauft. Mehr Service geht kaum. Auch hat er keine merkbaren Zuschläge hinzuaddiert.

2.9.: Stufen über Stufen
Um den Startpunkt meiner Wanderung zu einem Gipfel im Huang Shan zu gelangen, wurde ich samt meinem großen Rucksack von Simon auf dem Motorrad zum Eingangstor auf 440 m Höhe gefahren. Anfangs dachte ich, dass die vorhanden Stufen nur in Ortsnähe gebaut wurden und man später auf normalen Wanderwegen läuft. Pustekuchen, die Stufen wollten nicht enden. Nach guten eineinhalb Stunden habe ich hoch gelobte Wasserfälle, die man sich aber gut schenken kann, besichtigt. Nach weiteren 2,5 Stunden war ich am eigentlichen Eingang zum Berg, wo sich die meisten Chinesen mit dem Bus oder Taxi hinfahren lassen, um anschließend die Seilbahn zu nehmen. Mit ungläubigem Blick auf meinen großen Rucksack wurde mir das Ticket für den Fußweg verkauft. Weiter ging es auf endlosen Stufen nach oben. Natürlich erntete ich von den Stuhlträgern fast immer ein Kopfschütteln.
Nach endlosen acht Stunden und über 1400 Höhenmeter weiter oben kam ich am Hotel Shilin angekommen. Dort wollte mir der Portier erstmal den Weg in den Supermarkt weisen, doch ich meinte, das Hotel wäre schon richtig. War es auch – fast zu mindest. Man hat mich freundlich zur Unterkunft für „Locals“, d.h. für Führer und arbeitende Chinesen, gebracht. Da war alles etwas spärlich: Das Raumklima feucht, das Bett zu klein und bei den anderen Bewohnern kein Benehmen, wie ich später feststellen durfte. Aber zu erst ging ich los, um den Sonnenuntergang, der so toll sein soll, anzusehen. Doch mein Glück ließ mich im Stich, denn ich konnte den angestrebten „Lions Rock“ nicht bis zum oberen Ende besteigen, da dies eingezäunt war. Nachdem auch einige Wolken das Spektakel verhinderten, war ich über die schlechte Position nicht mehr so traurig. Danach ging es zurück in den Bunker, denn morgen früh sollte ich, wie mir ein Führer mit Handzeichen erklärte, um vier Uhr aufstehen, um mit ihm und seiner Gruppe zum Aussichtspunkt für den Sonnenaufgang zu gehen. Außerdem waren meine Beine schon arg in Mitleidenschaft gezogen worden und sehnten sich nach Erholung.

3.9.: Gipfelsturm im Morgengrauen
Geweckt wurde ich heute vom Wecker des Guides, der pünktlich um vier Uhr nachts klingelte. Und wenn bei Chinesen der Wecker klingelt, dann drehen die sich nicht noch mal um, sonder beginnen den Tag. Bei einem unserer Zimmergenossen sah das so aus, dass er sich erstmal eine Zigarette ansteckte, noch bevor er seine Decke bewegte. Als er die Kippe in Windeseile inhaliert hatte, warf er den noch glimmenden Stummel einfach in Richtung Tür, einer wird’s schon wegmachen. Ein echtes Highlight war aber das Klo gewesen. So wurde im Herrenbereich sich gemeinsam über eine Rinne, die kein Gefälle hatte, gehockt und gestellt. Ca. 3 Mann auf einem Quadratmeter. Gespült wurde sicher auch irgendwann mal, aber nicht so lange ich dort war.
Nach einem Marsch über 45 Minuten nur mit der Stirnlampe bewaffnet, kam ich am erwarteten Gipfel an, wo aber schon einige Chinesen sich niedergelassen hatten. Doch hab ich mir samt Stativ noch einen Platz in der ersten Reihe sichern können. Nachdem ich das geseufzte „Ohhh…“ der Chinesen beim Anblick der ersten Sonnenstrahlen gehört hatte, habe ich mich auf den Weg zum „Grand Canyon of the Western Scenic“ gemacht. Hätte ich gewusst, dass dieser so viele Stufen runter und wieder hoch geht, hätte ich wohl eine andere Route gewählt. Nachdem diese Qual beendet war, stand ich schon am Schalter für die Seilbahn nach unten stand, sah ich, dass die den Wucherpreis von ca. 8 Euro wollten. Da habe ich dann lieber den Fußmarsch gewählt und bin 7 km Stufen bergab in eineinhalb Stunden hinter mir gelassen.
Zurück in Tangkou wartete Simon mit dem Zugticket schon auf mich und es ging noch am Abend nach Hangzhou.

4.9.: Erholung benötigt
Nach dem Ausschlafen habe ich mich aufgemacht, ein wenig Hangzhou zu erkunden. Die Jugendherberge war dazu auch prima gelegen, direkt am Westsee. Doch schon nach kurzer Zeit hatte ich keine Lust mehr dazu, da meine Beine schwer wie Blei und das Wetter sehr bescheiden war. Doch irgendwie bin ich doch etwas rumgekommen und habe das Drachenbrunnendorf, welches dem Tee seinen Namen verleiht, besucht. Dann noch einen kurzen Spaziergang durch die Stadt und schon war es Abend und Zeit für noch mehr Erholung gewesen.

5.9.: Blödes Wetter? Zurück nach Shanghai
Heute Morgen wurde ich von einer übereifrigen Servicekraft schon um halb zehn beim Entspannen und Erholen gestört. Blöd. Naja, dann halt aufstehen. Eigentlich wollte ich heute mit dem Schiff nach Souzhou fahren, doch die Dame an der Rezeption meinte, das Schiff, das noch im Lonely Planet angepriesen wird, gibt es nicht mehr. Da das trotzige Ausprobieren zu viel Zeit in Anspruch genommen hätte habe ich beschlossen, den Bus zu nehmen. Auf dem Weg zum Busbahnhof musste ich praktisch durch in der Luft stehendes Wasser laufen. Selbst Fotos waren unmöglich gewesen, ohne dass die Kamera sofort beschlagen ist. Im Bus habe ich mir überlegt, dass ich bei dem Mist-Wetter doch lieber gleich zurück nach Shanghai fahre.
Nach einem Abfotografieren meines Ausweises samt Ticket ging es komfortabel zurück, ehe ich mit samt allen anderen an einer Baustelle in der Küstenmetropole ausgesetzt wurde.

Die Bilder hierzu findet ihr im Album Huang Shan.

Tag 34-35: Zwischenstopp in Shanghai

30.8.: Juhu, Beantragung der Visum-Verlängerung geglückt!
Nach der Ankunft aus Beijing mit dem Zug morgens um halb acht wollte ich erstmal zum Hotel, meine Sachen abzuladen. Doch irgendwie wollte mich kein Taxifahrer mitnehmen. Entweder war die Strecke nicht lukrativ genug oder was weiß ich. Einer hielt dann doch, doch zum lesen der Adresse holte er eine Lupe in der Größe eines Suppentellers hervor! Immerhin nickte er und nahm mich mit. Glücklicherweise kam ich heile an und machte mich sogleich auch wieder auf, um einen nächsten Versuch, mein Visum zu verlängern, zu starten. Hier in Shanghai war das dann so problemlos möglich, wie zu Hause ein Paket aufgeben. Formular ausfüllen, Passfoto drauf kleben, Webcam-Foto und Hostel-Bestätigung (für eine Nacht genügt) abgeben und ich bekam zu hören: „In 9 days you get your Passport back.“ Das war halt der einzige Haken. Es dauert länger als anderswo. Aber das wusste ich da noch nicht.
Zurück im Hostel musste ich dann erstmal meinen Reiseplan etwas anpassen, da ich ja in der kommenden Woche nicht fliegen konnte. Am Abend ging ich noch mit ein paar Leuten aus dem Hostel in einem kleinen Nebenstraßen-Restaurant essen, wo nicht versucht wird, Leute reinzulotsen. Die haben große Augen gemacht, so viele Fremde auf einmal zu sehen. Im Anschluss ging es noch auf den Bund, um einen Blick auf Pudong und die beleuchteten Hochhäuser zu werfen.

31.8.: Busticket
Nach dem Ausschlafen hatte ich mich entschieden, die kommenden Tage im Huang Shan Gebirge, das von Shanghai mit Bus und Zug zu erreichen ist, zu verbringen. Der Nachtzug dorthin hätte 12 Std. benötigt, der Bus aber nur 5 Std.. Daher habe ich mir ein Busticket für morgen früh gekauft. Ich wollte ja auch mal Busfahren hier in China. Aber vor allem wollte ich für eine nicht so lange Strecke keine so lange und verglichen teuere Zugfahrt haben.

Die Bilder findet ihr im Album Shanghai.

Tag 29-33: Letzte Tage in Beijing

25.8. – Tag 29: Erholung
Nachdem heut endlich mal nichts anstand, konnte ich gemütlich bis ein Uhr Mittag ausschlafen. Da hab ich mich gleich viel wohler gefühlt. Danach ging es kurz zum Bahnhof um das Zugticket für morgen nach Tianjin zu kaufen. Das am englischsprachigen Schalter auch leicht möglich. Danach wollte ich mir im adidas Brand Store, dem größten adidas-Store weltweit, noch einmal das rote T-Shirt kaufen, das ich am Tag vorher gegen das Volunteer-Shirt eingetauscht hatte. Danach habe ich den Abend mit Bildersortieren ausklingen lassen.

26.8. – Tag 30: Ausflug nach Tianjin
Heute war ich bei Athena und Philipp in Tianjin eingeladen. Angereist wurde auf einer Hochgeschwindigkeitsstrecke, auf der mein Zug 336 km/h fuhr. Für konventionelle Züge schon recht fix. Nach einem ersten Spaziergang durch die 12 Mio. Stadt ging es mit einem Golf-Caddy zum Mittagessen. Danach ging es durch Straßen mit altertümlich aussehenden Häusern, wo vor allem Souvenirs verkauft wurden. Aber auch ein Flohmarkt war da und man konnte von Mao fast alles kaufen, angefangen bei goldenen Büsten oder Sammelalben. Nach einem Abendessen, wo wir das Essen blinde-kuh-mäßig bestellten, ging es zum TV Tower von Tianjin, wo wir nach einer Kontrolle eines übereifrigen Securities auch endlich mit Foto hinauf durften. Die Aussicht selbst war nicht so der Brüller, da innen an die ungeputzten Scheiben die ganze Zeit bunte blinkende Lichter geschienen haben. Danach ging es leider auch schon wieder zurück nach Beijing.

27.8. – Tag 31: Beijing Duck
Heute wollte ich meine Dokumente für die Visumsverlängerung beim PSB checken lassen. Das was sich bisher so einfach angehört hatte, sollte nun als viel schwieriger herausstellen. So genügten ihnen keine Kontoauszüge, um zu sehen, dass ich mehr als 3000 USD habe, sondern sie wollten ein spezielles „Certificate of Deposit“. Naja, ich dachte dass das schon zu bekommen sein wird und bin auf dem Rückweg in den Lama-Tempel gegangen, der recht schön sein sollte. Ich persönlich fand ihn Ok, aber nicht so berauschend, wie einige andere berichtet hatten. Nachdem ich Pläne für eine mögliche Weiterreise gemacht hatte, fiel mir ein, dass ich noch gar keine Pekingente gegessen habe. Also habe ich kurzerhand eine Bekannte angerufen, ob Sie nicht Lust hätte, mitzukommen. So haben wir dann im Huajia Yiyuan in der inneren Dongzhimen Road diniert. Zwar wollten sie uns am Eingang erst noch vertrösten, später wiederzukommen, doch als sie hörten, dass wir Beijing Duck wollten, war plötzlich ein Tisch frei.

28.8. – Tag 32: Certificate of Deposit
Heute habe ich mich nach dem gestrigen Scheitern daran gemacht, das geforderte Zertifikat mir bei der Bank of China zu beschaffen. Mein Gedanke, da hinzugehen, zu sagen, was ich möchte und dann wieder zu gehen, war leider viel leichtgläubig. Das hat schon angefangen, dass in der riesigen Filiale keiner richtig Englisch sprechen konnte. Nur ein paar Brocken kamen aus den Chinesen und Verstehen war Glücksache. Immerhin hatte ich einen Wegweiser gesehen, auf dem stand, was ich wollte. Darauf hab ich dann auch gedeutet. Immerhin hatte ich mitbekommen, dass ich hier ein Konto eröffnen sollte, um die 3000 USD zu hinterlegen. Nur leider hat mir keiner sagen können, wie ich das Geld wieder zurück bekomme. Man sagte nur, dass ich das Geld nach den 30 Tagen wieder bekomme. Prima! Auf den Hinweis, dass ich dann ja nicht mehr im Land bin, wussten sie keine Antwort.
Am Abend fiel mir ein, dass ich ja morgen mein zweites Paket nach Hause schicken will und noch gar keine Maskottchen habe, die ich einpacken kann. Da es schon kurz vor 22 Uhr war, musste ich mich sputen und bin in den Flagship Store gegangen, in dem schon nicht mehr so viel los war. In der Plüsch-Abteilung war ich dann der einzige verbliebene Kunde. Als der Hiwi dann ankam und meinte „We haven open!“ dachte ich: „Prima, hier kannste bleiben.“ Hat aber nichts gebracht und ich musste mich schnell für zwei Fuwas entscheiden.

29.8. – Tag 33: Spontan nach Shanghai
Nachdem ich heute unter strenger Aufsicht bei der China Post mein Paket in einen gegen Geld gestellten Karton eingepackt hatte, habe ich mich noch mal auf die Suche nach diesem komischen Zertifikat gemacht. Nachdem ich in einer anderen Bank auf jemanden gestoßen bin, der mir das ganze etwas besser erklären konnte, wusste ich immerhin, dass es sehr schwierig sein würde, so einen Wisch ohne ein Konto zu bekommen. Also bin ich danach noch fix zur Deutschen Botschaft und wollte dort fragen, ob sie da nicht weiterhelfen können, doch leider waren die nötigen Ansprechpartner schon im Feierabend – wie in good old Germany. Auf dem Weg zurück zur Metro hatte ich keine Lust mehr auf diesen Zirkus und habe beschlossen, mein Glück am Bahnhof zu versuchen. Voll bepackt bin ich zum Schalter und wollte ein Ticket für den Nachtzug nach Shanghai lösen, was normalerweise mindestens einen Tag im Voraus zu kaufen ist. Doch ich hatte Glück und bekam noch einen Platz im Softsleeper. Kaum eine Stunde später saß ich schon im Zug mit der Hoffnung auf Besserung in Shanghai.

Die Bilder findet ihr im Album Beijing.

Tag 11: Zehn Kilometer auf der Mauer

Auf der Großen MauerHeute sollte es also zur Mauer gehen. Da unsere gebuchte Tour recht früh schon an der Subway-Station Lama Tempel uns abholt, musste ich heute nach nur 3 Stunden Schlaf aufstehen. Es dauert ja auch immer, bis ich in die Stadt komme.

Nach einer ca. 2-stündigen Fahrt kam unsere Gruppe, die aus einem Typen aus London, der seinen Pass verloren hatte, zwei wie wild fotografierenden Amerikanern, einem Basken, den beiden Deutschen vom Vorabend, den beiden Spaniern und mir, am Startpunkt an. Erst hier habe ich gemerkt, dass wir die 10 km-auf-der-Mauer-laufen-Tour gebucht hatten. „Prima“ dachte ich, „das wollte ich schon immer machen!“ Unser Guide gab uns am Eingang in Jinshaling die Tickets für die Passierstellen, nur ich blieb außen vor. Mir wurde auf irgendeine Karte ein Text geschrieben, den ich vorzeigen sollte, dann sollte das schon gehen. Der Guide, der eigentlich eine Frau war, wollte uns zur Fahrt mit der Seilbahn überreden, da er schon jetzt zu hetzen anfing, doch dann beschlossen wir als Gruppe, den längeren Weg zu nehmen, denn „The Customer is King“.

Leider war etwas diesiges Wetter, so dass man die Mauer nicht so, wie auf vielen Fotos bis weit in die Ferne sehen konnte. Aber deswegen war das ja auch nicht minder beeindruckend. Anfangs ging es über restaurierte Bereiche und Stufen. Dort wo halt die alten Leute hingekarrt zum kurzen Spaziergang gekarrt werden. Die vielen Händler auf der Mauer hatten auch keinen Spaß mit uns, geschweige denn Umsatz. Das war immer das gleiche Spiel „Icecold Cola, Water or a beer?“ schallte es uns hingegen. Nachdem nach einem „No, thank you!“ dann kam „Or a t-shirt?“ änderten wir unsere Antwort in „And NO t-shirt!“. Dann war das ganze viel entspannter und wir ersparten uns ständige Nachfragen.

Da wir viele Fotos machten und unsere Zeit genossen, hatten wir die Zeit des Guides schon stark überzogen, aber das war es uns wert. Es ging über viele noch originale Stellen der Mauer. So ein Marsch ist echt zu empfehlen, denn erst durch die teilweise sehr steilen Hänge, die man beinahe hinauf klettert, wird einem das Ausmaß der Mauer so richtig bewusst. Nach guten vier Stunden sind wir dann in Simatai angekommen. Schon kurz vorher hatten wir gesehen, dass es da so eine Seilbahn-Abfahrt gibt. Ich war ob der obskuren, oder wohl besser kaum vorhandenen, Sicherheitsstandards dieser Bahn erst recht ablehnend gegenüber gestanden. Doch als andere zu zweit ohne Sicherung nur in einem Sitzgurt festgeschnallt da hinab fuhren, wollten meine Füße auch da runter fahren. Also bin ich dann für vier Euro da eingestiegen. War schnell vorbei und wie Ihr seht, hab ich es überlebt. Nach einem Essen, das in der Tour eingeschlossen war, ging es die guten zwei Stunden wieder zurück in die Stadt.

Dort ging es dann erstmal in den Silk Market. Das ist eine große mehrstöckige Halle mit vielen kleinen Geschäften, die eigentlich immer gefälschte Waren verkaufen. Da ich ja eh keinen Platz in meinem Rucksack habe, war das für mich nicht so das Einkaufsparadies.

Mehr Bilder findet Ihr hier in der Galerie.

Tag 10: Planung? Fehlanzeige!

Chinesisches FastfoodHeute wollte ich eigentlich in den Himmelstempel gehen. Doch dort angekommen musste ich feststellen, dass der gesamte Bereich abgeriegelt war und man wegen der Fackelankunft und dem dazugehörigen Rundlauf im Tempel abgesperrt war. Mit einer norwegischen Reporterin bin ich dann zum West-Eingang gefahren, da bei uns nix ging. Dort lernte ich dann mal das Chinesische Organisationstalent kennen. Schon seit Beginn standen um den Platz Gitter, die jedem symbolisierten, wie weit man gehen kann. Brav warteten die Leute dahinter. Irgendwann fiel so einem schlauen Polizisten oder Oberen ein, die Leute noch vier Meter mehr nach hinten hinter ein Absperrband zu schicken. Da standen wir dann auch – zumindest bis der erste Bus zu sehen war. Da wurde dann wieder bis zur ersten Grenze gestürmt. Dass das nur Fotografen für den Tempel waren, kapierte keiner und störte auch keinen. Naja, irgendwann kam dann auch die Fackel vorbei. Sie wurde ohne Feuer nur zur Tür eines Kleinbusses rausgehalten. Super!

Nach ewigem Warten mit tausenden von schaulustigen Chinesen war das dann vorbei und ich machte mich auf die Suche nach der Beijing Sightseeing Bus Station. Dort angekommen konnte man kein Wort Englisch und verschwand dann. Da half mir dann auch meine angequatschte Chinesin, die für mich fragen wollte, nicht weiter. Na toll. Beim Geldabheben traf ich dann zwei andere Deutsche, die eben Geld für ihre Tour abgehoben haben. Prima, da habe ich mir dann gleich mal die Agentur zeigen lassen.

Da ich erst abends mit dem Guide sprechen konnte, ließ ich mir seine Nummer geben und bin dann in ein Chinesisches Fast Food Restaurant gegangen und habe mir ein Chili-Chicken gegönnt. Hat auch prima geschmeckt und hab ich gut vertragen.

Am Abend, oder besser: in der Nacht, habe ich nach einem Anruf der Spanier dann mit dem Guide einen Pick-up-Point sowie Uhrzeit ausgemacht. Da das doch recht früh war, war an eine geruhsame Nacht nicht zu denken.

Tag 9: Verbotene Stadt und weiße Pagode

In der Verbotenen StadtAm heutigen Tag wollte ich etwas von Beijings Seheanswürdigkeiten sehen. Also machte ich mich auf zum Tiananmen-Platz. Als erstes standen mal wieder Sicherheits-Kontrollen auf dem Programm. Nachdem diese passiert waren, lief ich etwas über den Platz. Er kam mir gar nicht so überwältigend vor, da überall Leute waren, Kodakverkäufer und Symbole der Olympischen Spiele aufgestellt waren. Danach ging es in Richtung der Verbotenen Stadt. Noch vor dem Kauf der Eintrittskarten traf ich eine Spanierin und einen Argentinier. Die Verständigung anfangs war recht interessant. Ein bunter Mix aus Spanisch und Englisch. Mein Spanisch ist doch etwas eingerostet, wie ich feststellen musste. Je mehr ich aber sprach, desto besser ging es dann.

In der Verbotenen Stadt selbst waren doch einige Besucher, so dass Ihre Einzigartigkeit heute wohl nicht so herausstrahlte. Beeindruckende Bauten sind das aber auf jeden Fall! Gegen Mittag hat sich dann der zugezogene Himmel aufgeklart und es waren leichte Wölkchen und blau zu sehen. Nach der Verbotenen Stadt gönnten wir uns erstmal eine kleine Pause und tranken etwas, um bei dem heißen Wetter unseren Durst zu stillen. Weil wir uns auf kein weiteres Ziel an diesem Nachmittag einigen konnten beschlossen wir, zu losen. Einer sollte eine Zahl sagen, die eine Sehenswürdigkeit im Lonely Plantet markiert. So fiel unsere Wahl drauf, den Tempel der Weißen Pagode zu besuchen, der glücklicherweise nicht so weit weg war. Dort war es viel entspannter, da eigentlich nur rund ein Dutzend Besucher hier waren. Hier konnte auch ich endlich mal den Ton angeben (siehe Fotos).

Nach der langen Heimfahrt wurde ich noch zum Grillen ausgeführt. Das läuft hier so ab, dass in die Tischmitte heiße Kohlen kommen, darauf ein Rost gelegt wird und man das bestellte rohe Fleisch selber zubereiten kann. Dabei tauschen die Kellner den Rost recht häufig aus, um nicht auf dem verschmutzten Rost weitergrillen zu müssen. Nach eiem ausgiebigen Essen war dieser Tag auch schon recht schnell vorüber gegangen.

Mehr Fotos findet Ihr hier im Album Beijing.

Tag 8: Olympia rückt näher

Heute Morgen bin ich recht bald aufgestanden, um auf keinen Fall meinen Flieger zu verpassen. Nach letztem Einpacken schnell zum Bus. Doch von der viel zitierten Pünktlichkeit war hier nichts zu sehen. Er kam ca. 25 Minuten zu spät. Und das, wo doch alle 20 Minuten einer fahren sollte. Als ich am Flughafen noch meine 50 HKD Pfand für die Octopus-Karte zurückbekam habe ich mein letztes Geld bei einer Cola und einem Orangensaft verprasst. Auf dem Weg in Richtung Gates habe ich mir noch 20 US$ in Chinesische Yuan wechseln lassen, damit ich zumindest in die Stadt zu Cai Li, meiner Chinesischen Bekannten, kommen konnte.

Schon im Landeanflug vor Peking waren zum einen viele Siedlungen zu sehen, die recht nah aneinander lagen und zum anderen, dass der zuvor schon so häufig gehörte Smog tatsächlich existiert. So konnte man bei der Ankunft kaum das Ende des neuen Terminals 3 sehen. Danach stand erst mal die Visa-Kontrolle an, die bei mir glücklicherweise schnell und problemlos von statten ging.

„Hurra! Meine Einreise wurde genehmigt!“ dachte ich mir und freute mich, da nun dem Besuch der Olympischen Spiele nichts mehr im Wege stehen konnte. Gleich nach der Kontrolle sah ich schon einige Sportler und Begleiter stehen. Darunter waren auch die Sprint-Damen des Teams USA. Nach der Gepäckabholung musste man sich zu einem weiteren Check anstellen. Dort stand dann ein Spanischer Tennisspieler neben mir, den ich nicht kannte und fragte ihn, warum er nicht in der viel schnelleren Olympia-Linie steht. Er meinte nur, dass sie noch auf jemanden warten. Wer könnte das nur sein? Natürlich war das Rafael Nadal, der recht locker durch die Halle angelaufen kam. In Wirklichkeit ist er viel größer und schlanker als er im Fernsehen wirkt. Das machen echt nur seine komischen Hosen aus, die er beim spielen trägt. Darüber hinaus waren noch viele andere Mannschaften und Sportler aus verschiedensten Nationen zu sehen. Hier fand ich die Olympische Stimmung schon echt zum Greifen nahe.

Danach ging es durch die Tür hinaus, wo normalerweise Daheimgebliebene auf ihre ankommenden Freunde und Familie warten. Aber hier standen Hunderte, die irgendwelche Stars knipsen wollten und bildeten so ein ca. 50 Meter langes Spalier. War echt klasse, hier durchzulaufen. Das Winken, um auch fotografiert zu werden habe ich mir dann verkniffen.

In die Stadt ging es dann mit dem Airport-Express. Es hat vieles recht grau ausgesehen, auch die Bäume wirkten nicht wirklich grün. Überall konnte man aber dafür die bunten Olympia-Banner mit „One World – One Dream“ sehen. Nach einer kurzen Wartezeit in einer Shopping Mall traf ich mich mit Cai Li, die noch arbeiten musste. Sie brachte mich dann zu ihrer Mutter, wo ich die nächsten Tage unterkommen sollte.

Mehr Fotos zu Hongkong gibt es hier.

Tag 7: Ohne Moos nix los!

Happy Valley RacecourseSo, heute wollte ich mich also groß eindecken: Objektiv, Fototasche, MP3-Player und einiges Zubehör. Mit dieser Einstellung bin ich dann los, habe das Objektiv getestet und für gut befunden. Als ich am Automaten Geld abheben wollte meinte der nur, dass zu wenig Guthaben vorhanden ist. Na super, dann versucht, direkt mit der Kreditkarte zu zahlen, was auch nicht gelang. Das hat mich sehr gewundert, denn ich hatte noch vor Reisebeginn Geld eingezahlt. Wie sich später herausstellte, aber leider auf das falsche Konto. Zwar hatte ich mir über das neue Konto Vieles durchgelesen, aber entweder das habe ich überlesen, oder es war nur unzureichend beschrieben. Ich bin für letzteres. So stand ich nun da, hatte gerade mal noch ca. 750 HKD, was ca. 60 Euro entspricht, und musste Prioritäten setzen. Ich entschied mich für die Fototasche und einen Sensorreiniger.

Zurück auf Hongkong Island wollte ich als erstes noch die Happy Valley-Rennbahn sehen. Also habe ich mich dorthin aufgemacht. Diese Pferde-Rennbahn liegt umgeben von Hochhäusern mitten in der Stadt. Der Rasen war bestens gepflegt und sah besser aus als der in der Allianz-Arena in München.

Da auch noch eine Fahrt mit der Tram, einer recht alten Straßenbahn, auf dem Must-See-Programm stand, und gerade vorm Eingang der Rennbahn eine Haltestelle war, stieg ich also mal ein. Das läuft so, dass man irgendwo einsteigt und beim Aussteigen beim Fahrer 2 HKD einwirft. Ich habe mich im Oberen Stock ganz vorne hingesetzt. Der Vorteil ist, dass hier die Scheiben offen sind, was für das Fotografieren natürlich optimal ist. Es macht riesig Spaß, Hongkong so zu entdecken – äußerst empfehlenswert!

Nachdem ich dann mir die Fototasche geholt hatte, waren meine Barreserven auf gerade mal 6,70 HKD geschrumpft. Dazu hatte ich noch ca. 80 HKD auf meiner Octopus-Card. Also habe ich schlau gemacht, was so der Bus zum Airport kostet und wo er fährt. Nach einer verwirrten Suche habe ich eine Haltestelle nur ca. 200m vom Hostel entfernt gefunden und wusste, dass 40 Dollar fällig waren. Prima. Reicht also noch für ein festliches letztes Mahl in der Goldenen Möwe. Dort akzeptieren sie glücklicherweise auch Zahlungen mit dieser Karte.

Mehr Fotos gibt es hier.

Tag 6: Hoch über Hongkong

3 … 2 … 1 … Feuer Frei!Heute war wieder einmal etwas Shopping angesagt. Also ging es nach Tsim Sha Tsui um bei Tin Cheung Camera Company etwas einzukaufen. Heute gab’s einen Polfilter und einen originalen Akku, der hier weniger als die Hälfte des deutschen Preises kostet.

Danach ging es mit der Metro nach Mong Kok. Da hatte ich schon einiges gute darüber gelesen, doch irgendwie fand ich das nicht so prickelnd. Auf dem einen Markt in der Fa Yuen Street (Jade-Markt?) trugen sogar Chinesen ihren Rucksack vorne, was mich mit meinen Olympia-Tickets bei mir nicht wirklich beruhigte. Danach lief ich über den Blumenmarkt. Da gab’s halt Blumen. Im Heftchen „Hong Kong Walks“ war das alles viel blumiger beschrieben worden.

Am Abend ging es dann auf den Victoria Peak, den Berg, zu dessen Fuß Hongkong liegt. Eigentlich wollte ich ja die blaue Stunde noch von oben erleben, doch als ich die Schlange zur Peak-Tram, einer alten Zahnradbahn, sah, war mir klar, dass das nix wurde. Aber wenn man schon mal hier ist fährt man dann halt doch hoch. Also ca. ne dreiviertel Stunde später konnte die Fahrt endlich beginnen. Oben angekommen musste man dann noch mal 20 HKD zahlen, um auf die Aussichtsplattform zu kommen. Von dort hatte man dann aber einen wirklich sagenhaften Ausblick. Eigentlich wollte ich dann mit der Bahn wieder runter fahren, aber da waren noch mehr angestanden als bei der Hochfahrt. Also wollte ich erst laufen, aber ein Polizist, den ich nach dem Weg fragen wollte, schickte mich zu den Bussen. Noch besser. Also gemütlich runter getuckelt in einem Bus, der sogar eine Geschwindigkeitsanzeige hatte. Lustig.

Mehr Fotos gibt es hier.

Tag 5: Hohler Buddha

Der BuddhaHeute gings mit der Fähre raus auf Lantau Island um einen Riesenbuddha zu besuchen. Also Rainer mal schön bald aufgestanden und war nach einer welligen Fährenfahrt schon um ca. 10 Uhr auf der Insel. Dann noch mit dem Bus auf ca. 500 m Höhe gerast und schon war der Buddha vor mir. Also Eintritt bezahlt, wobei der Coupon gleichzeitig ein Mittagessen beinhaltete, und dann mal hoch die Stufen. Oben angekommen war der Buddha ganz lustig und innen hohl. D.h. da konnte man reingehen und da gab’s ne kleine Ausstellung. Denn der Buddha wurde ja gebaut, um Touristengelder abzukassieren. Irgendwie hat jeder, der die Stufen hoch ging, versucht X Bilder von dem Teil zu machen. Das von oben mitanzusehen (und somit auch auf jedem Bild zu sein) war doch recht lustig.

Anschließend konnten Gläubige unten Räucherstäbchen anzünden und ich machte mich auf den Weg, um mein Mittagessen abzuholen. Das war in einer Art Kantine. Man setzte mich an einen einzelnen Tisch und stelle eine Suppenschüssel, die für mind. 8 Personen ausgelegt war, und eine Kanne Tee samt Tasse und Schüssel vor mich hin. Als ich schon nach einer Schüssel fertig war, wurde umgedeckt und es kamen Gemüse, Reis und irgendeine frittierte Rolle. Überraschenderweise hat es für diese Touristen-Speisung echt gut geschmeckt.

Als ich mich auf den Rückweg machen wollte, entdeckte ich einen Rund-Wanderweg, der den sogenannten „Wisdom Path“ beinhalten sollte. Ich dachte mir, dass das genau das richtige für mich ist. Dieser Pfad war dann im Prinzip eine liegende 8, die mit Holzpfählen aufgesteckt war. Zurück ging es dann vom Buddha mit der Seilbahn. Ich dachte mir, dass so ein netter Ausblick sicher schön wäre. Interessant war dabei eigentlich nur, dass man den Flughafen sehen konnte und man auf einer anderen Insel ankam, als von wo man startete.

Am Abend ging es dann endlich das erste Mal mit dem neuen Stativ raus zum Fotografieren. Also fuhr ich nach Kowloon, um von dort Hongkong Island festzuhalten. Praktischerweise sind Selbstportraits, wie ihr sehen könnt, so viel einfacher :-)

Mehr Fotos gibt es hier.

Tag 4: Enger, bunter, mehr

Heute ging es auf die bereits am ersten Abend fotografierte Insel gegenüber: Tsim Sha Tsui. Dort waren meiner Meinung nach die Straßen etwas enger und daher gewann das ganze Treiben noch einmal an Intensität. Die Schilder wirkten auch irgendwie dichter. Kann mich aber auch täuschen.

Nach einem ausgedehnten Spaziergang landete ich heute mal zur Abwechslung bei den „Golden Arches“ und traf dort zwei Deutsche, Athena und Philipp, die in China Englisch unterrichteten. Mit ihnen ging es dann rüber auf Hong Kong Island und zum Pier. Da die Fähre schon abgelegt hatte, gingen wir noch etwas am Strand entlang und so entstanden noch einige herrliche Aufnahmen, hier noch ohne Stativ.

Vorbildlich finde ich das, was ich dann auf dem Nachhauseweg gesehen habe: Da schalten die doch glatt einige Rolltreppen ab, um Strom zu sparen. Vorbildlich!

Tag 3: Going up standing

Heute bin ich mal wieder in die Stadt zum Shopping-Gucken gefahren. Als erstes wollte ich zum Wan Chai Computer Center. Dort gibt es auf mehreren Etagen lauter kleine Shops die Elektronik, Software und Unterhaltungselektronik samt Zubehör anbieten. Nach einigem Suchen habe ich für meinen Luke, so der Name meines EEEPCs von Asus, eine Maus gefunden. Die hat hier ungefähr 60% vom Preis in Deutschland gekostet. Bei anderen Sachen war ich vorsichtiger. Wie sich hinterher rausgestellt hat, auch zu Recht. So hätte ich dort in einem Foto-Laden zB für einen Filter mit mieser Qualität mehr zahlen müssen als in dem später besuchten Fachgeschäft mit guter Qualität.

Danach habe ich beim Laufen durch die Straßen eine ganz nette Idee gesehen: Ein horizontales Laufband, auf dem man viel einfacher den Berg hinaufkommt, als selbst zu laufen. Das nennt sich dann Escalator und geht doch über einige Höhenmeter bis relativ weit nach oben (siehe Bilder um 18:42 Uhr). Natürlich hab ich das gleich mal ausprobiert. Da hat man auch eine prima erhöhte Aussicht auf die Straßen zum Fotografieren. Also voller Erfolg – nur runter laufen muss man dann leider selbst. Ich wär für Gegenlaufband, aber mich fragt man ja bei so was nicht.

Danach war ich noch weiter unterwegs und mein Abend fand eine gebührende Krönung.